Ist eine Steuererklärung auch rückwirkend möglich?

 - 

Haben Sie Ihre Steuererklärungen für 2018, 2017, 2016 und 2015 noch nicht abgegeben? Möchten Sie ab 2020 – also ab der Steuererklärung für 2019 – alles besser machen und jetzt noch die Formulare für die Steuererklärungen der vergangenen Jahre ausfüllen? Wir sagen Ihnen, was möglich ist!

Wie lange Sie rückwirkend eine Steuererklärung abgeben können, hängt davon ab, ob Sie freiwillig abgeben oder dazu verpflichtet sind.

Wann muss man eine Steuererklärung abgeben?

Eine Verpflichtung zur Abgabe der Steuererklärung besteht u.a. in diesen Fällen:

  • Die steuerpflichtigen Nebeneinkünfte liegen über 410 Euro.

  • Auf der Lohnsteuerkarte (bzw. in den elektronischen Lohnsteuermerkmalen – ELStAM) wurde ein Freibetrag eingetragen.

  • Es wurde Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Kurzarbeitergeld etc. über 410 Euro bezogen.

  • Es bestanden parallel mit mehreren Arbeitgebern Arbeitsverhältnisse.

  • Es liegen Kapitalerträge vor, bei denen keine Abgeltungsteuer erhoben werden konnte.

  • Nicht verheiratete oder geschiedene Eltern wollen bestimmte Freibeträge für ein Kind übertragen.

  • Bei Verheirateten hatte ein Ehepartner hatte das ganze Jahr oder zeitweise die Steuerklasse 5 oder 6.

Im Umkehrschluss heißt das: Wer nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, muss auch keine abgeben.

Lohnt sich die freiwillige Abgabe der Steuererklärung?

Ja! Denn oft bekommen genau diejenigen Steuerzahler, die nicht zur Abgabe verpflichtet sind, eine Steuerrückzahlung.

Die Abgabe der Steuererklärung lohnt sich besonders dann, wenn Sie während eines Jahres zum Beispiel hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen hatten oder geheiratet haben. Dann ist eigentlich immer eine Steuererstattung drin.

Fristen für die Abgabe der Steuererklärung

Wer eine Steuererklärung abgeben muss, hat nicht besonders lange Zeit dafür: Die Steuererklärung muss bis zum 31.7. des Folgejahres beim Finanzamt sein. Für die Steuererklärung für 2019 haben Sie also bis zum 31.7.2020 Zeit. Wenn Sie merken, dass Sie diesen Termin nicht einhalten können, können Sie eine Fristverlängerung beim Finanzamt beantragen. Dafür haben wir hier einen Musterbrief vorbereitet.

Bei der freiwilligen Abgabe gilt eine längere Frist. Diese Steuererklärungen müssen erst nach vier Jahren – und dann auch erst Ende Dezember – beim Finanzamt eingehen. Sie können also bis zum 31.12.2019 noch die Steuererklärung für das Jahr 2015 abgeben! (Benutzen Sie für die Fristberechnung einfach unseren kostenlosen Fristenrechner.)

Wichtig: Die Steuererklärung muss bei der freiwilligen Abgabe am 31.12. um 24 Uhr beim Finanzamt sein. Es reicht nicht, wenn Sie Ihre Steuererklärung erst am 31.12. per Post losschicken. Sie können Ihre Steuerformulare auch noch bis 24 Uhr in den Hausbriefkasten Ihres Finanzamts einwerfen. Dort wird automatisch ein Eingangsstempel mit Uhrzeit auf dem Umschlag angebracht.

Bild: AdobeStock

Jetzt noch fristgerecht rückwirkend die Steuererklärung für die Jahre 2015, 2016, 2017 und 2018 machen!

Unsere Steuersoftware gibt es jeweils für Mac und für Windows-PC.

(MB)

Weitere News zum Thema

  • Statistik: 3,4 Milliarden Euro außergewöhnliche Belastung

    [] Nach der letzten amtlichen Lohn- und Einkommensteuerstatistik von 2016 haben rund 11,1 Millionen Steuerpflichtige Aufwendungen für außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht - also beispielsweise Ausgaben, die aufgrund von Krankheiten oder Behinderungen entstanden sind, sowie Unterhaltszahlungen. mehr

  • Unterstützung für den Lieblingshund im Tierheim ist keine Spende!

    [] Der »Gassigängerin« eines Tierschutzvereins wuchs ein unvermittelbarer Problemhund ans Herz, den sie aber nicht selbst bei sich zuhause aufnehmen konnte. Stattdessen zahlte sie 5.000 Euro für seine dauerhafte Unterbringung in einer Hundepension und erhielt eine Spendenbescheinigung über diesen Betrag. Steuerlich brachte ihr das allerdings nichts. mehr

  • Wie sicher ist die Datenübertragung per Elster?

    [] Die Steuererklärung mit einer Software erstellen und dann einfach online per Elster übertragen: So einfach geht Steuererklärung heute. Die Bundesregierung hat jetzt in der Antwort auf eine sog. Kleine Anfrage der FDP erklärt, welche Sicherheitsmerkmale dabei zur Anwendung kommen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.