Einkommensteuererklärung

Was ist eine Einkommenssteuererklärung? Wer muss sie machen?
Hier gibt es die Antwort! Detailliert, verständlich und informativ.

Ankündigung

Was ist Einkommensteuer und wer muss eine Einkommensteuererklärung abgeben?

Stand: - Liegt das Einkommen über dem Grundfreibetrag von aktuell 9.744 Euro (bzw. bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren über 19.488 Euro), muss es versteuert werden. Wie viel Einkommensteuer letzten Endes abgeführt werden muss, ist gestaffelt und abhängig von der Höhe des Einkommens. Unter Umständen muss auch eine Einkommensteuererklärung abgeben werden.

Wer muss unbedingt eine Steuererklärung abgegeben und wer nicht? Kann die Steuererklärung auch freiwillig abgegeben werden? Wer kann welche Kosten geltend machen? Gibt es Fristen, die eingehalten werden müssen und welche Formulare werden überhaupt benötigt? Darüber informiert der folgende Artikel.

Wann und für wen ist die Abgabe einer Steuererklärung Pflicht?

Arbeitnehmer zahlen jeden Monat Lohnsteuer, die ihnen automatisch vom Gehalt abgezogen wird. Die Abgabe einer Einkommensteuererklärung ist für Arbeitnehmer somit nicht mehr zwingend erforderlich.
Unter Umständen kann die Einkommensteuererklärung allerdings verpflichtend werden. Zum Beispiel dann, wenn neben dem Haupterwerb noch weitere Einkünfte (z.B. Lohnersatzleistungen wie Kurzarbeitergeld oder Kinderkrankengeld) erzielt oder Freibeträge geltend gemacht werden.

Wann ist die Abgabe einer Einkommensteuererklärung Pflicht für Arbeitnehmer?

Bei Arbeitnehmern zieht der Arbeitgeber die Lohnsteuer automatisch jeden Monat vom Gehalt ab und leitet diese an das Finanzamt weiter. Kommen jedoch weitere Einnahmen zum Hauptverdienst hinzu, liegen bestimmte Steuerklassenkombinationen oder andere Besonderheiten vor, kann die Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtend sein. In einem solchen Fall befürchtet der Staat nämlich, dass trotz gezahlter Lohnsteuer zu wenig Einkommensteuer abgeführt wurde. Die Abgabepflicht einer Steuererklärung für Arbeitnehmer ist in § 46 Einkommensteuergesetzt (EStG) geregelt.

Arbeitnehmer müssen eine Steuererklärung abgeben, wenn im betreffenden Steuerjahr:

  • Nebeneinkünfte von über 410 € erzielt wurden, die nicht dem Lohnsteuerabzug unterliegen,
  • Freibeträge beim Lohnsteuerabzug in Anspruch genommen wurden (z.B. für Werbungskosten, außergewöhnliche Belastungen, Sonderausgaben etc.),
  • mehr als 410 € an Aufstockungsbeiträgen zur Altersteilzeit, Arbeitslosen-, Kranken-, Kurzarbeiter-, Insolvenz-, Eltern- oder Mutterschaftsgeld bezogen wurde, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen,
  • mehrere Arbeitsverhältnisse mit unterschiedlichen Arbeitgebern parallel bestanden und nach Steuerklasse VI abgerechnet wurden,
  • beide Ehepartner Arbeitslohn beziehen und die Steuerklassenkombination III/V oder IV/IV mit Faktor eingetragen wurde,
  • Verheiratete, geschiedene oder dauerhaft getrennt lebende Eltern den Ausbildungsfreibetrag oder den Behindertenpauschbetrag nicht hälftig aufteilen oder in einem anderen Verhältnis als jeweils mit 50 % beantragen,
  • der ein Ehepartner verstorben ist oder die Ehe geschieden wurde und einer der beiden im selben Jahr erneut geheiratet hat,
  • ein im EU-Ausland lebender Ehepartner auf der elektronischen Lohnsteuerkarte berücksichtigt wurde,
  • der Wohnsitz oder gewöhnliche Aufenthaltsort im Ausland liegt und in Deutschland die unbeschränkte Steuerpflicht beantragt wurde,
  • Kapitalerträge vorliegen, bei denen keine Abgeltungsteuer erhoben werden konnte,
  • der Arbeitgeber gewechselt wurde und der neue Arbeitgeber die Werte der Lohnsteuerberechnung des vorherigen Arbeitgebers nicht berücksichtigt hat,
  • steuerpflichtige Einkünfte über dem Grundfreibetrag lagen, obwohl kein Arbeitsentgelt bezogen wurde,
  • ein Verlustvortrag geltend gemacht wurde.
  • Eine Einkommensteuererklärung muss auch dann abgegeben werden, wenn das Finanzamt dazu auffordert.

Müssen Auszubildende und Studierende eine Einkommensteuererklärung abgeben?

Auszubildende und Studierende haben steuerlich gesehen keinen Sonderstatus, sie sind ebenfalls ganz normal steuerpflichtig. Ob sie jedoch tatsächlich Steuern zahlen müssen, hängt von der Höhe des Ausbildungsgehalts ab bzw. ob Studierende selbstständig auf Rechnung arbeiten oder einem steuerpflichtigen Job nachgehen. Liegt das Jahreseinkommen unterhalb des Steuerfreibetrags von 9.744 € brutto (Stand: 2021), zahlen Azubis und Studierende auch keine Steuern. Übersteigt das jährliche Bruttogehalt jedoch diese Grenze, führt der Arbeitgeber automatisch entsprechend anfallende Lohnsteuer, Solidaritätszuschläge und ggf. Kirchensteuern an das Finanzamt ab. Zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind Auszubildende und Studierende also nur dann, wenn:

  • das Jahresgehalt oder Einkünfte aus selbstständiger Arbeit den Steuerfreibetrag übersteigen,
  • Mieteinnahmen oder Kapitaleinkünfte den Steuerfreibetrag übersteigen,
  • Ausbildungskosten oder Steuerfreibeträge geltend gemacht werden sollen,
  • das Finanzamt zur Abgabe einer Steuererklärung auffordert.

Sind Auszubildende oder Studierende verheiratet, verdoppelt sich der Steuerfreibetrag.

 

Tipp: Eltern können die vom Arbeitgeber einbehaltenen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung des Kindes in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen. Zumindest dann, wenn sie noch Kindergeld für den Auszubildenden bekommen.

 

Sind Rentner zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet?

Wann Rentner eine Einkommensteuererklärung abgegeben müssen, hängt von der Höhe der Einkünfte ab. Da die Träger der Rentenversicherung und auch die privaten Versicherer das jeweils zuständige Finanzamt über den Bezug und auch die Höhe der Rente informieren, fordert der Fiskus manche Rentner ganz gezielt zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung auf. Das ist dann oft der Fall, wenn die Einkünfte den jährlichen Steuerfreibetrag übersteigen. Neben der privaten oder gesetzlichen Rente zählen auch Nebeneinkünfte wie beispielsweise noch Mieteinnahmen oder noch nicht versteuerte Kapitaleinnahmen zu den steuerpflichtigen Einkünften.

Aufgrund eines Systemwechsels im Jahr 2005 und der damit eingeführten Übergangsregel bis zum Jahr 2040 steigt die Höhe des steuerpflichtigen Rentenanteils der Rente aus der gesetzlichen Sozialversicherung sukzessive an. Wer zum Beispiel im Jahr 2005 oder davor in Rente gegangen ist, muss 50 % der Rente versteuern. Bei Renteneintritt im Jahr 2019 sind es bereits 78 % und 2040 liegt der zu versteuernde Anteil sogar bei 100 %.

Wichtig: Wird die Rente von der gesetzlichen Unfallversicherung bezogen, ist diese steuerfrei. Gleiches gilt für Sachleistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Rente nach dem Bundesgesetz zur Entschädigung für Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung sowie SED-Opferrente, Blindengeld und Leistungen aus der Kranken- oder Pflegeversicherung.

 

Für wen gilt eine beschränkte Steuerpflicht (183 Tage Regel)?

Natürliche Personen, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben, sind uneingeschränkt steuerpflichtig. Menschen, die ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort oder keinen Wohnsitz in Deutschland haben, sind beschränkt einkommensteuerpflichtig.

Zumindest dann, wenn sie steuerpflichtige Einkünfte nach § 49 Einkommensteuergesetz erzielen. Hierzu zählen unter anderem Einkünfte aus Vermietung, Verpachtung oder Veräußerung oder Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit.

Wann lohnt sich die freiwillige Einkommensteuererklärung?

Wer nicht dazu verpflichtet ist, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, kann dies trotzdem auf freiwilliger Basis tun. Insbesondere bei hohen Werbungskosten, Sonderausgaben oder wenn sich die Steuerklasse (von Steuerklassen 3+4 in 4+4) geändert hat, kann sich die Steuererklärung durchaus lohnen.

Freiwillige Einkommensteuererklärung Arbeitnehmer

Der Fiskus gibt Arbeitnehmern eine ganze Reihe an Möglichkeiten, variierende Einnahmen und Ausgaben steuerlich geltend zu machen. Hierzu gehören unter anderem:

  • Werbungskosten,
  • Sonderausgaben,
  • Außergewöhnliche Belastungen,
  • Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen,
  • Anspruch auf Kinderfreibeträge,
  • Gezahlte Versicherungsbeiträge, die über der Vorsorgepauschale liegen,
  • Variable Gehälter innerhalb eines Jahres,
  • Wechsel der Steuerklasse (z.B. durch Heirat) oder Steuerklasse IV ohne Faktor.

 

Ebenfalls lohnend könnte die Abgabe einer Steuererklärung für diejenigen sein, die eine Abfindung ohne Anwendung der Fünftel-Regelung erhalten haben oder nicht ganzjährig als Arbeitnehmer tätig waren.

 

Freiwillige Einkommensteuererklärung Rentner

Steuersparende Werbungskosten, Sonderausgaben usw. sind auch für Rentner ein Thema und könnten dafür sorgen, dass sich die freiwillige Abgabe einer Steuererklärung lohnt. So können Ruheständler beispielsweise folgende Kosten absetzen:

 

  • Aufwendungen für Haushaltshilfen,
  • Krankheitskosten,
  • Eigenanteil zur Kranken- und Pflegeversicherung,
  • Behindertenpauschbetrag,
  • Kosten für die Unterbringung in einem Alters- oder Pflegeheim,
  • Beiträge zur Haftpflichtversicherung,
  • Handwerkerleistungen,
  • Spenden und Mitgliedsbeiträge an politische Parteien,
  • Geleistete Kirchensteuer,
  • Beerdigungskosten (wenn diese höher als das Erbe sind).

 

Freiwillige Einkommensteuererklärung Studierende & Azubis

Das Einkommen eines Auszubildenden oder Studierenden liegt in der Regel unterhalb des Grundfreibetrags, weshalb sie keine Einkommensteuererklärung abgeben müssen. Liegen aber beispielsweise Wohnsitz und Ausbildungsstätte oder Uni weit auseinander und können weitere Freibeträge oder Werbungskosten geltend gemacht werden, wirkt sich das positiv auf die Steuerlast aus. Die freiwillige Abgabe einer Steuererklärung könnte sich für Azubis und Studierende also durchaus lohnen. Zu den absetzbaren Kosten gehören unter anderem:

  • Fahrtkosten,
  • Kontoführungsgebühren,
  • Kosten für Lernmaterialien (z.B. Fachbücher, Zeitschriften),
  • Kosten für Arbeitsmaterial (z.B. Schreibwaren, Taschenrechner, Blöcke),
  • Computer, Notebook, Smartphone – sofern für die Ausbildung notwendig,
  • Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung,
  • Kosten für Nachhilfeunterricht,
  • Umzugskosten,
  • Gebühren für Zulassungen, Prüfungen oder Lehrgänge,
  • Zweitwohnung am Ausbildungs- oder Studienort.

 

Viele ausführliche Informationen findet ihr in unserem Portal „Steuerhelden“ zur freiwilligen Steuererklärung für Studenten & Azubis.

 

Tipp: Übersteigen die Ausgaben die Einnahmen des Auszubildenden oder Studierenden, lohnt sich der sogenannte „Verlustvortrag“. So können auch über mehrere Jahre alle absetzbaren Kosten beim Finanzamt geltend gemacht werden, obwohl keine Steuern gezahlt werden müssen. Die Rückerstattung erfolgt nämlich erst dann, sobald Einkünfte über dem Steuerfreibetrag erzielt werden. Quasi eine Art Steuer-Sparschwein.

Was ist eine vereinfachte Steuererklärung?

Vereinfachte Steuererklärung? Angesichts des komplizierten und umfangreichen Steuerrechts ist das wahrscheinlich wie Musik in den Ohren. Ist es auch, denn die vereinfachte Steuererklärung für Arbeitnehmer beschränkt sich auf die absolut notwendigsten Daten.  Das lohnt sich aber nur für diejenigen, die die zu viel bezahlte Lohnsteuer schnell und unbürokratisch zurückholen möchten. Seit 2019 verzichten die Finanzämter sogar auf die Abfrage von Daten, die ihnen bereits von Dritten elektronisch mitgeteilt wurden. Es muss also lediglich der Mantelbogen (ESt.1A) ausgefüllt werden.

Update: Die vereinfachte Steuererklärung für Arbeitnehmer entfällt ab 2020, weshalb es auch keinen Papiervordruck mehr für die vereinfachte Einkommenssteuererklärung für Arbeitnehmer gibt.

Die wichtigsten Formulare zur Einkommensteuererklärung

Wer zum ersten Mal eine Einkommensteuererklärung abgeben soll oder möchte, kann bei den zahlreichen Formularen schnell den Überblick verlieren. Welche Formulare müssen überhaupt ausgefüllt werden und was gehört da alles rein? Auch wenn es etwas Zeit und Geduld braucht, um sich einen Überblick zu verschaffen, sind die Formulare wichtig. Denn so haben Steuerzahler die Möglichkeit, Steuervergünstigungen zu beantragen oder Erklärungen über spezielle Einkunftsarten oder Ausgaben anzugeben.

Wir konzentrieren uns hier auf die wichtigsten Anlagen. Das gesamte Formularpaket kann kostenlos heruntergeladen werden.

 

Mantelbogen

Der Mantelbogen ist das erste Formular in der Steuererklärung und das Grundgerüst einer jeden Einkommensteuererklärung. Er umfasst insgesamt zwei Seiten und darf unter keinen Umständen fehlen. Im Mantelbogen werden persönlichen Daten wie Name, Adresse, Familienstand, Religionszugehörigkeit, Bankverbindung und auch die Steueridentifikationsnummer eingetragen. Zudem kann bereits festgehalten werden, ob es sich um eine Einzel- oder Zusammenveranlagung handelt oder ob eine Gütergemeinschaft vereinbart wurde.

 

Anlage N – Nichtselbstständige Arbeit

Wer einem einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgeht, erzielt Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit und muss die Anlage N ausfüllen. Neben Angaben zum Arbeitslohn, steuerlichen Versorgungsbezügen oder steuerfrei erhaltenen Aufwandsentschädigungen können auch Werbungskosten eingetragen werden. Darunter fallen zum Beispiel Fahrtkosten (Entfernungspauschale) für Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, Reisekosten, Aufwendungen für Arbeitsmittel oder das häusliche Arbeitszimmer sowie Fortbildungskosten.

 

Anlage R – Renten und andere Leistungen

Bezieher von Leibrenten, Leistungen aus gesetzlichen Rentenversicherungen, landwirtschaftlichen Alterskassen, berufsständischen Versorgungseinrichtungen oder von eigenen zertifizierten Basisrentenverträgen müssen bei der Steuererklärung auch die Anlage R einreichen. Neben Angaben zu Beginn und Ende der Rente sowie der Höhe des Rentenbetrags können auch Werbungskosten geltend gemacht werden.

 

Anlage Vorsorgeaufwand

In der Anlage Vorsorgeaufwand werden alle Versicherungsbeiträge für die Altersvorsorge eingetragen. Neben den Beiträgen zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung können auch Angaben zur Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsversicherung, Haftpflichtversicherung oder Unfallversicherung gemacht werden. Die Beiträge können dann als Sonderausgaben steuermindernd geltend gemacht werden.

Achtung: Beitragserstattungen der Krankenkasse werden mit den Beiträgen für die gesetzliche Krankenversicherung verrechnet. Dadurch verringert sich der Sonderausgabenabzug. Anders als Beitragserstattungen erhöhen Prämien- und Bonuszahlungen der gesetzlichen Krankenversicherungen die Steuerlast allerdings nicht. Sollte das Finanzamt Prämien- und Bonuszahlungen als Sonderausgabe ansehen, empfiehlt es sich, Einspruch einzulegen und auf das passende Urteil des Bundesfinanzhofes verweisen.

 

Anlage AV – Altersvorsorge

Mit der Anlage AV können die Beiträge für zertifizierte Altersvorsorgeverträge (z.B. Riester- oder Rürup-Rente) als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Achtung: Seit Ende 2019 sind Riester-Anbieter gesetzlich dazu verpflichtet, alle Daten, die für den Sonderausgabenabzug erforderlich sind, elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln. Das betrifft nicht nur die Sozialversicherungsnummer und die Zulagennummer, sondern auch die Anzahl der Verträge, geleistete Beiträge und Änderungen der Vertragsdaten. Wer für einzelne Verträge keinen Sonderausgabenabzug wünscht, muss dies in der Anlage AV beantragen.

 

Anlage Sonderausgaben

In der Anlage Sonderausgaben werden zum Beispiel die gezahlte Kirchensteuer, gesetzliche Rentenversicherungsbeiträge, Unterhaltszahlungen, Ausbildungskosten, Mitgliedsbeiträge oder auch Spenden eingetragen.

Die Anlage Sonderausgaben ist seit 2019 ein separates Formular. Davor wurden Angaben zu den Sonderausgaben im Mantelbogen eingetragen.

 

Anlage Außergewöhnliche Belastungen

Zu den außergewöhnlichen Belastungen gehören Kosten, die durch Krankheit oder Behinderung entstanden sind. Diese können dann im Rahmen der Einkommensteuererklärung über die Anlage außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden. Hierzu gehören zum Beispiel der Behinderten-, Hinterbliebenen- oder der Pflege-Pauschbetrag oder auch Kosten für den behindertengerechten Umbau eines Fahrzeugs.

Bis 2018 waren auch die außergewöhnlichen Belastungen Teil des Mantelbogens. Seit 2019 gibt es hierfür ein eigenes Formular.

 

Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen

Ausgaben für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse und Dienstleistungen, Pflegeleistungen sowie Handwerkerleistungen können in der Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen eingetragen werden.

 

Anlage Kind

Eltern, die für ihren Nachwuchs Kindergeld beziehen oder die Freibeträge geltend machen möchten, müssen bei der Einkommensteuererklärung die Anlage Kind ausfüllen. Hier können zum Beispiel Kinderbetreuungskosten oder Ausbildungskosten, der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende oder Schulgeld eingetragen werden.

 

Alle Formulare zur Einkommensteuererklärung als Download

Das gesamte Formularpaket für die Einkommensteuererklärung steht kostenlos zum Download bereit:

 

Welche Fristen müssen bei der Einkommensteuererklärung eingehalten werden?

Wer zur Abgabe eine Einkommensteuererklärung verpflichtet ist, der sollte sich jährlich den 31.07. rot im Kalender markieren. Das ist nämlich seit dem Steuerjahr 2018 der Zeitpunkt, bis zu dem die Steuererklärung beim zuständigen Finanzamt eingegangen sein muss. Wer die Frist versäumt und bereits angemahnt wurde, muss damit rechnen, dass das Finanzamt die Besteuerungsgrundlage nach einer Frist von 15 Monaten schätzt, Steuernachzahlungen festsetzt und anschließend einfordert. Hinzu kommen Verspätungszuschläge in Höhe von 0,25 % der anfallenden Einkommensteuer pro Säumnis-Monat, mindestens jedoch 25 € pro Monat.

Anders sieht die Frist bei der freiwilligen Steuererklärung aus. Diese beginnt zwar direkt nach Ablauf des Steuerjahres, endet jedoch erst nach vier Jahren. Der späteste Abgabetermin für die Steuererklärung für 2020 ist somit der 31.12.2024.

Fällt der Abgabetermin auf einen Sonn- oder Feiertag, muss dem Finanzamt die Steuererklärung spätestens am nächsten Werktag vorliegen. Das gilt sowohl für die verpflichtende als auch für die freiwillige Einkommensteuererklärung.

Ihre Einspruchs- und Abgabefristen für freiwillige Steuererklärung können Sie auch bequem mit unserem Fristenrechner bestimmen.

Die wichtigsten Änderungen zur Steuererklärung 2020 (inkl. Corona)

Viele Arbeitnehmer wurden 2020 aufgrund der Corona-Pandemie ins Homeoffice geschickt oder mussten in Kurzarbeit gehen. Das hat unter anderem auch steuerliche Auswirkungen. Das sind die Änderungen in Bezug auf die Einkommensteuererklärung 2020 einschließlich der neuen Sonderreglungen wegen der Corona-Pandemie:

 

Änderungen 2020 für alle Steuerzahler

  • Der Grundfreibetrag steigt für Ledige auf 9.408 € für gemeinsam veranlagte Ehepaare auf 18.816 €.
  • Ehepaare und Lebenspartner können die Steuerklasse nun beliebig oft wechseln. Die vorherige Begrenzung auf einmal pro Jahr wurde abgeschafft.
  • Der Höchstbetrag für Unterhaltsleistungen wurde auf 9.408 € angehoben.
  • Für das Steuerjahr 2020 endet die Frist zur Abgabe der Steuererklärung ausnahmsweise am 02.08.2021. Die offizielle Abgabefrist fällt immer auf den 31. Juli 2021, dieses Datum fällt jedoch auf einen Samstag und sich die Frist somit bis Montag verlängert.

Änderungen 2020 für Arbeitnehmer

  • Kurzarbeiter sind aufgrund des höheren Steuersatzes (Progressionsvorbehalt) dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben, wenn sie 2020 mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld bezogen haben.
  • Für 2020 und 2021 kann eine Home-Office-Pauschale in Höhe von 5 € pro Tag, max. 600 Euro pro Jahr, abgesetzt werden.
  • Ab dem Steuerjahr 2021 können ab dem 21. Kilometer für die Pendlerpauschale 35 €-Cent statt bisher 30 €-Cent geltend gemacht werden.

Änderungen 2020 für Rentner

  • Rentner, die 2020 das erst Mal Rente bezogen haben, müssen 80% ihrer Renteneinnahmen versteuern.
  • Der Versorgungsfreibetrag für Pensionäre sinkt auf 16 % der Pension, höchstens jedoch 1.600 €. Der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag sinkt ebenfalls auf 360 €.

Änderungen 2020 für Eltern

  • Der Kinderfreibetrag wird auf 2.586 € angehoben.

Änderungen 2020 für Kapitalanleger

  • Wer Kapitalerträge erwirtschaftet hat, die nicht der Kapitalertragssteuer unterliegen, muss ab 2020 eine Steuererklärung abgeben.

Die 10 wichtigsten Werbungskosten & Pauschalen in der Steuererklärung

Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt sagte einmal: »Wer die Pflicht hat, Steuern zu zahlen, der hat auch das Recht, Steuern zu sparen.«. Diese Aussage nehmen wir zum Anlass, die 10 wichtigsten Werbungskosten und Pauschalen für Steuerzahler aufzuzeigen, die die Steuerlast mindern:

  • Fahrtkosten zur ersten Tätigkeitsstätte
  • Kontoführungsgebühren
  • Bewerbungskosten
  • Beiträge für die gesetzliche und private Rentenversicherung
  • Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Haftpflicht- und Unfallversicherung
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen & Handwerkerleistungen
  • Kinderfreibeträge
  • Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
  • Altersentlastungsbetrag
  • Medikamente und Behandlungen, die medizinisch notwendig und angemessen waren und deren Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen wurden

Wichtige Begriffe zur Steuererklärung auf einen Blick

Anlagen

Anlagen sind Steuerformulare, die bei der Einkommensteuererklärung gemeinsam mit dem Mantelbogen beim Finanzamt eingereicht werden.

Arbeitnehmer-Pauschbetrag

Das Finanzamt zieht bei der Steuererklärung von Arbeitnehmern beruflich veranlasste Kosten bis zu einem Höchstbetrag von 1.000 € automatisch als Arbeitnehmer-Pauschbetrag ab. Für diese Form der Werbungskosten sind keine Belege oder Nachweise nötig.

Außergewöhnliche Belastungen

Wenn ein Steuerpflichtiger aufgrund einer Katastrophe oder einer Krankheit höhere Kosten als die überwiegende Mehrzahl der Steuerpflichtigen mit gleichen Einkommensverhältnissen hat, dann spricht man von einer außergewöhnlichen Belastung. Zu diesen Aufwendungen gehören zum Beispiel Pflegekosten, die krankheitsbedingt entstanden sind, oder Bestattungskosten.

Grundfreibetrag

Beim Grundfreibetrag handelt es sich um einen steuerfreien Jahresbetrag. Erst wenn das Einkommen den Grundfreibetrag übersteigt, muss Einkommensteuer gezahlt werden.

Mantelbogen

Jede Steuererklärung beginnt mit dem Mantelbogen. Dieser enthält unter anderem die persönlichen Daten und die Bankverbindung des Steuerpflichtigen, die Steuer-ID und die Religionszugehörigkeit. Zudem kann im Mantelbogen die Zusammenveranlagung von Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnerschaften beantragt werden.

Entfernungspauschale / Pendlerpauschale

Mit der Entfernungspauschale, auch Pendlerpauschale genannt, werden die Fahrtkosten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte steuerlich geltend gemacht. Arbeitnehmer können eine Pauschale pro Entfernungskilometer von der Steuer absetzen.

Sonderausgaben

Sonderausgaben sind private Kosten, die vom Gesetzgeber steuerlich begünstigt werden. Hierzu zählen unter anderem Kosten für einen Steuerberater, Ausbildungskosten, Schulgeld oder Beiträge zur zusätzlichen freiwilligen Pflegeversicherung.

Vorsorgeaufwendungen

 Vorsorgeaufwendungen sind zum Beispiel Beiträge zu den gesetzlichen Rentenversicherungen.

Zusammenveranlagung

Für Ehepartner oder eingetragene Lebenspartnerschaften, die sich für die Zusammenveranlagung entscheiden, entsteht oft ein erheblicher steuerlicher Vorteil. Zumindest dann, wenn beide unterschiedlich verdienen.

News zu den Themen Steuern und Finanzen direkt in Ihr Postfach

Abonnieren Sie unsere kostenlosen E-Mail-Newsletter und erhalten Sie regelmäßig News zu den Themen Steuern und Geld direkt in Ihren Posteingang.