Grundsteuer 2022 und Grundsteuererklärung: Haben Sie schon ein Elster-Konto?
Ab dem 1.7.2022 werden nach und nach die Grundsteuerwerte neu festgestellt.

Grundsteuer 2022 und Grundsteuererklärung: Haben Sie schon ein Elster-Konto?

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2022 startet die Umsetzung der Grundsteuerreform: Ab dem 1.7.2022 werden nach und nach die Grundsteuerwerte neu festgestellt. Dafür müssen alle Grundstückseigentümer zwischen dem 1.7.2022 und dem 31.10.2022 eine Steuererklärung für ihre Grundstücke sowie Betriebe der Land- und Forstwirtschaft abgeben. Die Abgabe muss elektronisch erfolgen – um das dafür erforderliche Online-Benutzerkonto sollten Sie sich rechtzeitig kümmern.

 

Inhalt

 

Grundsteuerreform & Steuererklärung: Wann werden Immobilienbesitzer vom Bundesland informiert?

In fast allen Bundesländern werden Eigentümerinnen und Eigentümer per Informationsschreiben über die Grundsteuererklärung und die dafür erforderlichen Unterlagen informiert:

  • April 2022: Versand der Informationsschreiben zur Grundsteuererklärung in Brandenburg, Bayern und Thüringen.

  • Mai 2022: Versand der Informationsschreiben zur Grundsteuererklärung in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

  • Juni 2022: Versand der Informationsschreiben zur Grundsteuererklärung in Hessen, Schleswig-Holstein, dem Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

  • Juli 2022: Versand der Informationsschreiben zur Grundsteuererklärung in Bremen.

Hamburg überlegt noch, ob Eigentümer individuell angeschrieben und informiert werden sollen.

Berlin schreibt Eigentümer nicht an, will aber Hausverwaltungen informieren.

Wichtige Fristen für die Grundsteuererklärung

1. Januar 2022: Hauptfeststellungszeitpunkt für die Ermittlung der (neuen) Grundsteuerwerte

Ende März 2022: Öffentliche Aufforderung durch das Bundesfinanzministerium zur Abgabe der Feststellungserklärungen (Grundsteuererklärung)

1. Juli 2022: Elektronische Übermittlung der Feststellungserklärung (Grundsteuererklärung) über ELSTER möglich.

31. Oktober 2022: Ende der Frist zur Abgabe der Feststellungserklärung (Grundsteuererklärung)

1. Januar 2025: Entstehungszeitpunkt der reformierten Grundsteuer: Aber diesem Zeitpunkt müssen Eigentümer die neue Grundsteuer bezahlen.

Grundsteuerreform: Steuererklärung bis 31.10.2022 abgeben

Die Abgabe muss grundsätzlich elektronisch erfolgen. Das soll voraussichtlich ab dem 01.07.2022 über das Online-Angebot der Steuerverwaltung »Mein ELSTER« möglich sein. Als Abgabefrist für die Erklärung ist der 31.10.2022 vorgesehen.

Grundsteuererklärung: Haben Sie schon ein Elster-Benutzerkonto?

Die Grundsteuererklärung muss grundsätzlich elektronisch beim Finanzamt abgegeben werden – nur in Ausnahmefällen soll die Abgabe auf Papier möglich sein.

Um das ELSTER-Portal nutzen zu können (ELSTER bedeutet übrigens » El ektronische St euer er klärung)«, brauchen Sie dort ein Benutzerkonto. Das Elster-Benutzerkonto ist kostenlos.

  • Wenn Sie bereits ein Benutzerkonto haben, um Ihre Einkommensteuererklärung elektronisch beim Finanzamt einzureichen, brauche Sie nichts zu unternehmen: Dieses Konto können Sie auch für die Abgabe der Grundsteuererklärung verwenden.

  • Wenn Sie noch kein Benutzerkonto bei Elster haben, registrieren Sie sich bitte auf www.elster.de. Das erledigen Sie am besten schon vor dem 1. Juli 2022, denn Ihr Passwort erhalten Sie auf dem Postweg – das kann ein paar Wochen dauern! Das Elster-Konto können Sie dann nicht nur für die Grundsteuererklärung nutzen, sondern auch für die Abgabe Ihrer Einkommensteuererklärung – wenn Sie dies möchten. Eine Verpflichtung zur elektronischen Abgabe von Steuererklärungen besteht bei Privatpersonen nicht. Das gilt auch dann, wenn Sie ein Elster-Benutzerkonto haben.

Mit Ihrem Benutzerkonto dürfen Sie auch Erklärungen für Angehörige elektronisch an das Finanzamt übermitteln! Das gilt sowohl für Grundsteuererklärungen als auch für Einkommensteuererklärungen.

 

Warum gibt es Änderungen bei der Grundsteuer-Berechnung?

Hintergrund der Grundsteuerreform sind mehrere Urteile des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG): Im April 2018 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass die Einheitsbewertung von Grundstücken und Immobilien in den alten Bundesländern seit Anfang 2002 mit dem allgemeinen Gleichheitssatz unvereinbar und damit verfassungswidrig ist. Damit kann die Grundsteuer nicht mehr in der bisherigen Form erhoben werden (BVerfG, Urteil vom 10.4.2018; Az. 1 BvL 11/14, 1 BvL 12/14, 1 BvL 1/15, 1 BvR 639/11, 1 BvR 889/12).

Bisher wird die Grundsteuer für Häuser und Grundstücke in den alten Bundesländern nach Einheitswerten auf dem Stand von 1964 berechnet, in den neuen Bundesländern gelten sogar Werte von 1935.

Wie viel Grundsteuer muss man künftig bezahlen?

Wie hoch Ihre Grundsteuerbelastung in Zukunft tatsächlich ausfallen wird, kann im Moment noch niemand wirklich sagen, weil weder die Grundstücksbewertung endgültig abgeschlossen ist noch die Hebesätze ab dem Jahr 2025 feststehen.

Die am 8.11.2019 verabschiedet Neuregelung der Grundsteuer sieht vor, dass die grundsätzliche Struktur der Grundsteuer erhalten bleibt.

Was das bedeutet und wie die Regelungen zur Ermittlung und Berechnung der Grundsteuer in den einzelnen Bundesländern bzw. Stadtstaaten aussehen, erklären wir Ihnen auf unserer ausführlichen Themenseite zur Grundsteuerreform!

(MB)

 

 

Informationen zur Grundsteuerreform finden Sie auch auf einen Blick in unserer Infografik!

 

    

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