Riester-Rente / Besteuerung

Ob Riester-Kapital bei Auszahlung steuerpflichtig ist, ist nicht ganz einfach. Es kommt nämlich darauf an, ob die Beiträge während der Ansparphase mit der Zulage und dem Sonderausgabenabzug gefördert wurden oder nicht. Dementsprechend unterscheidet sich auch die Besteuerung (BMF-Schreiben vom 24.7.2013, BStBl. 2013 I S. 1022 Rz. 207 ff. und Rz. 226).

Geförderte Beiträge sind:

  • Eigenbeiträge und Zulagen, wenn die Höchstbeträge nach § 10a EStG nicht überschritten wurden.

  • Beiträge, für die Sie zwar keine Zulage bekommen haben, die Sie aber nach § 10a EStG als Sonderausgaben geltend gemacht haben.

  • Beiträge und Zulagen eines mittelbar zulageberechtigten Ehepartners, wenn diese nach § 10a EStG berücksichtigt wurden.

In diesen Fällen werden die Leistungen in der Auszahlungsphase in voller Höhe besteuert – einschließlich Zulagen, Erträgen und Wertsteigerungen (§ 22 Nr. 5 Satz 1 EStG).

Zu nicht geförderten Beiträgen kommt es zum Beispiel in diesen Fällen:

  • Sie zahlen Beiträge, obwohl Sie nicht zum geförderten Personenkreis gehören.

  • Sie erhalten für Beiträge keinen Sonderausgabenabzug und keine Zulagen.

  • Ihre Beiträge überschreiten den Höchstbetrag nach § 10a EStG (Überzahlungen).

Leistungen in Form einer lebenslangen Rente oder einer Berufsunfähigkeits-, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrente werden mit dem Ertragsanteil besteuert (§ 22 Nr. 5 Satz 2 EStG).

Liegt sowohl gefördertes als auch nicht gefördertes Kapital vor, müssen die Rentenzahlungen entsprechend aufgeteilt werden.

Wird ein ungeförderter Riester-Vertrag am Vertragsende ausgezahlt, wird die Kapitalauszahlung nach den Regeln für steuerbegünstigte Kapitallebensversicherungen besteuert, wenn dafür die Mindestbedingungen – insbesondere 12 Jahre Laufzeit – eingehalten sind (§ 22 Nr. 5 Satz 2 Bstb. c EStG).

Gesetze und Urteile (Quellen)

§§ 79 ff. EStG

§ 10 a EStG