Mehr Kindergeld und höhere Kinderfreibeträge

Mehr Kindergeld und höhere Kinderfreibeträge

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Das Bundeskabinett hat heute den Entwurf für ein Zweites Familienentlastungsgesetz beschlossen. Darin geht es u.a. um eine Erhöhung des Kindergelds und der Kinderfreibeträge, den Grundfreibetrag, die kalte Progression und den Unterhaltshöchstbetrag.

»Kabinettsbeschluss« bedeutet (nur), dass sich die BundesministerInnen und die Bundeskanzlerin - die allerdings heute von Finanzminister Scholz vertreten wurde - über den Gesetzentwurf einig sind. Im nächsten Schritt müssen dann auch Bundestag und Bundesrat noch zustimmen. Die haben jetzt aber erst einmal Sommerpause.

Dass das Kindergeld pro Kind ab dem 1.1.2021 um 15 Euro pro Monat erhöht und die steuerlichen Kinderfreibeträge entsprechend angepasst werden sollen, war schon im Koalitionsvertrag vereinbart worden.

Die »Verschiebung der Eckwerte des Einkommensteuertarifs« ist eine regelmäßig durchgeführte Maßnahme, um die Auswirkungen der kalten Progression abzumildern: Ein »Eckwert« besagt, dass der oberhalb dieses Betrags liegende Teil eines Einkommens höher besteuert wird als der darunter liegende.

Stellt man sich das ganze bildlich vor, soll der Eckwert »nach rechts verschoben« werden, sodass der jeweils nächste Steuersatz erst bei einem höheren Einkommen greift. Effekt: Der sogenannte Mittelstandsbauch wird abgeflacht. Mehr dazu haben wir hier geschrieben: »Steuerentlastungsgesetz 2020 – Oder: Huch, wo kommt denn das jetzt her?«.

Das sind die Vorschläge aus dem Gesetzentwurf

Der »Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur steuerlichen Entlastung von Familien sowie zur Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen« (Zweites Familienentlastungsgesetz–2.FamEntlastG) sieht u.a. folgendes vor:

  • Erhöhung des Kindergelds und der Kinderfreibeträge: Die Stärkung und das Wohlergehen der Familien und Kinder stehen in dieser Legislaturperiode im Mittelpunkt. Ab dem 1. Januar 2021 soll das Kindergeld für das erste und zweite Kind jeweils 219 Euro, für das dritte Kind 225 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 250 Euro betragen. Die steuerlichen Kinderfreibeträge sollen von 7.812 Euro auf 8.388 Euro erhöht werden.

  • Erhöhung des Grundfreibetrags und weiterer Abbau der kalten Progression: Der steuerliche Grundfreibetrag soll von 9.408 Euro auf 9.696 Euro im Jahr 2021 und auf 9.984 Euro im Jahr 2022 angehoben werden, um die Freistellung des Existenzminimums sicherzustellen. Zum weiteren Abbau der kalten Progression sollen die Tarifeckwerte für die Jahre 2021 und 2022 auf Basis der voraussichtlichen Ergebnisse des für Herbst 2020 erwarteten Steuerprogressionsberichts nach rechts verschoben werden.

  • Anhebung des Unterhaltshöchstbetrags: Der Höchstbetrag für den Abzug von Unterhaltsleistungen soll im Einklang mit der Anhebung des Grundfreibetrags ab 2021 in gleicher Weise angehoben werden, also von 9.408 Euro auf 9.696 Euro im Jahr 2021 und auf 9.984 Euro im Jahr 2022.

Zum Gesetzentwurf auf der Seite des Bundesfinanzministeriums (PDF)

(MB)

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