Kindergeld Bonus 2021: Erneuter Kinderbonus von 150 Euro

Kindergeld Bonus 2021: Erneuter Kinderbonus von 150 Euro

 - 

2020 gab es im Rahmen des »Corona Konjunkturpakets« einen Kinderbonus in Höhe von 300 Euro für jedes Kind, für das Anspruch auf Kindergeld bestand. Mit dem »Dritten Corona-Steuerhilfegesetz« hat der Bundesrat heute einen weiteren Kinderbonus in Höhe von 150 Euro für 2021 beschlossen. Alleinerziehende werden seit 2020 durch eine Anhebung des Alleinerziehenden-Entlastungsbetrags unterstützt.

Wie bekommt man den Kinderbonus?

Der Kinderbonus von 150 Euro pro Kind (2020: 300 Euro pro Kind) wird für alle Kinder, für die Anspruch auf Kindergeld besteht, automatisch ausgezahlt – ein Antrag ist ausdrücklich nicht erforderlich. Er wird nicht mit Sozialleistungen (wie z.B. Hartz IV) verrechnet.

Die Auszahlung ist bisher für Mai geplant und kommt nicht zusammen mit dem Kindergeld, sondern als eigene Zahlung.

Wer bekommt den Bonus fürs Kind?

Für jedes Kind, für das ein Anspruch auf Kindergeld existiert, wird der Bonus ausgezahlt. Jeder Elternteil oder Sorgeberechtigte, der das aktuelle Kindergeld bezieht, ist somit berechtigt. Dabei ist natürlich egal, ob es sich um Alleinerziehende oder Familien handelt.

Wer profitiert vom Kinderbonus 2021?

Familien, für die die Entlastung durch die Kinderfreibeträge für alle Kinder größer ist als die Summe aus Kindergeld und Kinderbonus, profitieren im Ergebnis nach der Einkommensteuerveranlagung für das Jahr 2021 nicht vom Kinderbonus.

Das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) schreibt dazu dieses Beispiel:

Ein zusammenveranlagtes Elternpaar mit zwei Kindern profitiert bis zu einem Einkommen von 69.040 Euro in voller Höhe vom Kinderbonus für beide Kinder. Oberhalb dieser Höhe wird der Kinderbonus allmählich abgeschmolzen. Ab einem Einkommen von 85.974 Euro wird er in dieser Konstellation im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung für das Jahr 2021 vollständig mit den zwei Kinderfreibeträgen verrechnet.

Im Ergebnis, so das BMFSJF, erhalten mehr als 75 Prozent die volle Entlastung durch den Kinderbonus, knapp 25 Prozent werden nur teilweise oder nicht entlastet (Quelle und FAQ zum Kinderbonus auf der Internetseite des BMFSJF).

Haushaltseinkommen der Familien - Unterschiede für Geringverdiener und Gutverdiener

Positiv ist anzumerken, dass der Kinderbonus nicht auf die Grundsicherung angerechnet wird. Empfänger von Sozialhilfe oder Hartz-IV-Leistungen erhalten damit tatsächlich mehr Geld.

Bei Haushalten mit einem hohen Einkommen wird erst mit der Einkommensteuererklärung geklärt, ob das Kindergeld inkl. Kinderbonus auf dem Konto bleibt oder der steuerliche Freibetrag (Kinderfreibetrag) herangezogen wird.

Für 2021 beträgt der Kinderfreibetrag 5.460 Euro (2020: 5.172 Euro) und der Erziehungsfreibetrag 2.928 Euro (2020: 2.640 Euro).

 

Steuerliche Bewertung des Familienbonus 2020

  • Einkommen bis 33.900 Euro - Unverheiratete Eltern profitieren vom Kinderbonus voll bis zu einem Einkommen von 33.900 Euro.

  • Einkommen ab 42 .950 Euro – Bei unverheirateten Eltern mit einem Einkommen über 42.950 Euro wird der Bonus für Kinder in der Einkommenssteuer voll verrechnet, darunter anteilig.

  • Gemeinsames Einkommen bis 67.800 Euro - Familien (verheiratete Eltern) mit geringem oder mittlerem Einkommen profitieren voll bis zu einem gemeinsamen Einkommen von 67.800 Euro vom Kinderbonus.

  • Gemeinsames Einkommen ab 85.900 Euro - Ganz klar ist, Familien mit hohem gemeinsamem Einkommen werden nicht mehr vom Kinderbonus profitieren. Der Bonus wird bei der Steuererklärung mit den Kinderfreibeträgen verrechnet und abhängig von der Günstigerprüfung, voraussichtlich mit der Steuer, zurückgezahlt.

Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende angehoben

Um dem höheren Betreuungsaufwand von Alleinerziehenden Rechnung zu tragen und die höheren Aufwände durch Corona zumindest etwas zu mildern, wurde der Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende ab 2020 von 1.908 Euro auf 4.008 Euro angehoben. Für jedes weitere Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag um jeweils 240 Euro. Damit wird der Entlastungsbeitrag mehr als verdoppelt.

(PK, MB)

Weitere News zum Thema
  • [] Prozesskosten im Zusammenhang mit einem Umgangsrechtsstreit können nicht als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung abgezogen werden, entschied der BFH. mehr

  • [] Für ein Kind, das an einen Freiwilligendienst im Rahmen des Europäischen Programms Erasmus+ teilnimmt, gibt es nur dann Kindergeld, wenn der Dienst im Rahmen eines von einer Nationalen Agentur genehmigten Projekts durchgeführt wird. Nicht ausreichend ist, dass eine Organisation für ein Programm Erasmus+ lediglich registriert und akkreditiert ist. mehr

  • [] Wird Ihr Kind volljährig, gibt es für Sie als Eltern einen weiteren, »neuen« Freibetrag: den Ausbildungsfreibetrag. Als Ausbildungsfreibetrag erhalten Sie bis zu 924 Euro im Jahr bzw. 77 Euro je Monat, in dem die Voraussetzungen vorliegen. mehr

Weitere News zum Thema