Hagelschaden steuerlich absetzen

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Schäden durch Hagelschlag und Unwetter können Sie unter bestimmten Voraussetzungen als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung geltend machen.

Wann sind Kosten absetzbar?

Wiederbeschaffungskosten bzw. Reparaturkosten sind nur dann abziehbar, wenn sie durch ein außergewöhnliches, unabwendbares Ereignis verursacht worden sind. Es muss sich also um ein plötzliches und überraschend eintretendes Ereignis handeln. Das können zum Beispiel sein:

  • eine Naturkatastrophe wie Hochwasser, sintflutartiger Regenfall, Hagel, Orkan, Erdsenkung, Erdbeben, Erdrutsch, Lawine usw.;

  • ein plötzlicher und unerwarteter Grundwasseranstieg;

  • ein Wasserrückstau in einer Drainageleitung aufgrund von Hochwasser.

Nicht zu den unabwendbaren Ereignissen zählt ein allmählicher Grundwasseranstieg wegen höherer Niederschlagsmengen in einem Feuchtgebiet.

Welche Kosten sind absetzbar?

Abziehbar sind vor allem

  • Kosten für Wiederbeschaffung bzw. Reparatur,

  • Kosten für Entsorgung,

  • Kosten für Sachverständigengutachten sowie

  • Darlehenszinsen, wenn Sie für die Schadensbeseitigung ein Darlehen aufnehmen müssen.

Steuerlich begünstigt sind dabei jedoch nur die Wiederbeschaffung oder Reparatur von existenziell notwendigen Gegenständen. Dazu gehören Wohnung, Möbel, Hausrat und Kleidung.

Nicht zu den existenziell notwendigen Gegenständen gehören dagegen Luxusgegenstände, Wochenendhäuser, Keller, Außenanlagen, Garagen und Autos.

Unser Rat: Setzen Sie auch die Kosten für die Wiederbeschaffung bzw. Reparatur solcher Gegenstände in Ihrer Steuererklärung an! Akzeptiert das Finanzamt diese Aufwendungen nicht, lassen Sie sich die Rechtsauffassung begründen. Anhand der Begründung können Sie entscheiden, ob Sie die Frage gerichtlich klären lassen wollen.

Gibt es einen Selbstbehalt?

Die zu berücksichtigenden Kosten wirken sich nur steuermindernd aus, soweit sie mit den übrigen außergewöhnlichen Belastungen allgemeiner Art die sogenannte zumutbare Belastung überschreiten. Wie hoch diese zumutbare Belastung in Ihrem Fall ist, können Sie hier berechnen.

Außerdem müssen Sie alle Versicherungsmöglichkeiten ausgeschöpft haben: Einen Abzug der Wiederbeschaffungskosten bzw. der Kosten der Schadensbeseitigung lässt der BFH nur zu, wenn Sie keine Möglichkeit hatten, eine »allgemein zugängliche und übliche Versicherung« abzuschließen. Allgemein zugänglich ist zum Beispiel eine Gebäudeversicherung bzw. Hausratversicherung – nicht aber eine sogenannte Elementarversicherung gegen Überschwemmung, Erdbeben, Erdrutsch.

Erfahrungsgemäß erkennen die Finanzämter Schäden aufgrund von Hagel, Sturm oder Blitzschlag trotz Elementarcharakter in einigen Fällen nicht als außergewöhnliche Belastungen an, weil eine Versicherung gegen solche Schäden zum Beispiel im Rahmen einer Gebäude- bzw. Hausratversicherung allgemein zugänglich ist.

Unser Rat: Müssen Sie bei ausreichender Versicherung aufgrund eines üblichen Selbstbehaltes oder einer üblichen Beschränkung der Ersatzleistungen auf einen Höchstbetrag einen Teil der Kosten selbst tragen, dürfen Sie diese Aufwendungen unseres Erachtens als außergewöhnliche Belastungen abziehen.

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