Anlage AV: Altersvorsorge steuerlich begünstigen lassen

Wer mithilfe der Riester-Rente für die Altersvorsorge spart, sollte in jedem Fall die Anlage AV zur Steuererklärung kennen. Denn dieser Antrag ist nötig, um eine entsprechende Förderung durch das Finanzamt aufgrund der gezahlten Altersvorsorgebeiträge zu erhalten.

Durch die Abgabe der Anlage AV sichern Sie sich die maximale Förderung:

Mit Abgabe der Anlage AV beim Finanzamt wird automatisch für alle Verträge der Sonderausgabenabzug beantragt, deren Daten vom Vertragsanbieter elektronisch an die zentrale Stelle der Finanzverwaltung übermittelt wurden.

Wer muss die Anlage AV ausfüllen?

Zusammen veranlagte Ehepartner geben eine gemeinsame Anlage AV ab. Trotzdem füllen sie die einzelnen Felder jeweils getrennt pro Ehepartner aus (linke Spalte für den Ehemann, rechte Spalte für die Ehefrau). Bei Lebenspartnern gilt die linke Spalte für Lebenspartner A, die rechte Spalte für Lebenspartner B.

Höhe und Voraussetzung der Förderung

Der Altersvorsorgevertrag muss in jedem Fall bestimmten Anforderungen entsprechen, den sog. Zertifizierungskriterien. Ohne diese gibt es keine Förderung.

Die Zertifizierungskriterien betreffen vor allem die Auszahlung des angesparten Kapitals. Ob der Altersvorsorgevertrag den Anforderungen entspricht, prüft das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt). Es erteilt für Altersvorsorgeverträge, die gefördert werden können, eine Zertifizierung.

Seit 2010 muss keine Anbieterbescheinigung über die Riester-Rente mehr in Papierform eingeholt werden, da diese nun vom Anbieter direkt elektronisch an das Finanzamt übermittelt wird. Das erspart einige Arbeit, da die Beschaffung der Anlage nun überhaupt nicht mehr in der Zuständigkeit des Steuerzahlers liegt.

Wird Anlage AV zusammen mit der Steuererklärung abgegeben, ermittelt das Finanzamt bei der Günstigerprüfung, ob für die Zulage oder der Sonderausgabenabzug für den Steuerpflichtigen vorteilhafter ist. Sollte der Steuervorteil durch den Sonderausgabenabzug günstiger sein als die Förderung durch die Zulage, erhalten Steuerzahler den Steuervorteil direkt ausbezahlt. Die Zulage wird als bereits erfolgte Steuervergütung abgezogen.

Die Günstigerprüfung führt das Finanzamt automatisch durch, wenn in der Einkommensteuererklärung den Sonderausgabenabzug nach § 10 a EStG geltend gemacht wird. Den Sonderausgabenabzug beantragt man einfach mit der Steuererklärung: Dazu gibt man die Anlage AV ab und trägt dort die Angaben zur Riester-Rente ein (gezahlte Beiträge, persönliche Angaben wie Ihr Einkommen usw.).

Die Altersvorsorgezulage besteht aus der Grundzulage und aus einer Kinderzulage:

  • Die Grundzulage beträgt pro Jahr 154 Euro. Zusätzlich erhalten alle, die bis zu ihrem 25. Geburtstag einen Riester-Vertrag abschließen, einen Berufseinsteiger-Bonus von einmalig 200 Euro.

  • Die Kinderzulage gibt es für jedes Kind, für das Kindergeld ausgezahlt wird. Für jedes Kind wird pro Jahr nur eine Kinderzulage gezahlt. Das gilt auch dann, wenn beide Elternteile jeweils einen eigenen Vertrag abgeschlossen haben.

Die Höhe der Kinderzulage richtet sich nach dem Geburtsjahr des Kindes. Sie beträgt für jedes Kind pro Jahr

  • für bis 31.12.2007 geborene Kinder: 185 Euro

  • für seit dem 1.1.2008 geborene Kinder: 300 Euro

Grundsätzlich gilt: Jeder Förderberechtigte, egal ob ledig oder verheiratet, bekommt eine Grundzulage für den eigenen Altersvorsorgevertrag.

Die Zulage muss immer beantragt werden, und zwar beim Anbieter. Das gilt auch dann, wenn man vorher weiß, dass der Sonderausgabenabzug günstiger ist.

Das Formular im Detail

Verglichen mit anderen Zusätzen zur Steuererklärung ist die Anlage AV mit einer Seite recht kurz.

Im ersten Teil geht es konkret um die geleisteten Altersvorsorgebeiträge und die Beantragung einer Altersvorsorgezulage. Ebenso werden Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge abgefragt. Im Anschluss werden unmittelbar begünstigte Personen angegeben. Das sind vor allem Arbeitnehmer, Beamte (auch im Erziehungsurlaub) oder Personen, die Lohnersatzleistungen beziehen. Grundsätzlich ist entscheidend, dass ein bestimmter Mindesteigenbeitrag gezahlt wurde, um die gesamte Zulage zu erhalten. Grundlage für diese Berechnungen sind die Vorjahreseinkünfte: Der Mindesteigenbeitrag liegt bei 4 % der im vorangegangenen Kalenderjahr erzielten Einnahmen abzüglich der Ihnen zustehenden Zulagen.

Bei Ehepartnern und eingetragenen Lebenspartnerschaften kann es passieren, dass nur ein Partner als Begünstigter gilt. Haben allerdings beide eine entsprechende Altersvorsorge abgeschlossen, kann der andere als mittelbar Begünstigter im nächsten Abschnitt der Anlage AV ebenfalls den Sonderausgabenabzug beantragen.

Der letzte Teil des Antrags beschäftigt sich mit der Kinderzulage. Eltern können hier für eigene Nachkommen eine zusätzliche Zulage beantragen. Bei verheirateten Paaren gilt, dass die Begünstigung grundsätzlich bei der Mutter berücksichtigt wird. Allerdings kann ein gemeinsamer Antrag beider Elternteile gestellt werden, der die Berücksichtigung beim Vater bewirkt, falls das gewünscht ist.

Leben Eltern getrennt oder in Scheidung, wird die Kinderzulage dem Elternteil gutgeschrieben, der auch das Kindergeld erhält.

Vorsorgeaufwendungen können ebenfalls berücksichtigt werden

Falls Kinder, die nicht mehr kindergeld- oder kinderfreibetragsberechtigt sind, über den Steuerpflichtigen mitversichert werden, kann dieser deren Beiträge in Form von Vorsorgeaufwendungen berücksichtigen lassen.

Sind die Kinder noch kindergeldberechtigt, muss die Anrechnung in der Anlage KIND erfolgen.

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