Steueränderungen 2020 – Teil 3: Steueränderungen für Kapitalanleger

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Zu Jahresbeginn gibt es regelmäßig Änderungen für Familien, Arbeitnehmer und Selbstständige. Wir haben in dieser Reihe die wichtigsten Neuerungen zusammengestellt. Heute: Steueränderungen für Kapitalanleger ab 2020.

  • STEUERÄNDERUNGEN 2020 FÜR KAPITALANLEGER

Strengere Geldwäschevorschriften

Strengere Meldevorschriften für Immobilienmakler, Notare, Goldhändler und Auktionshäuser sollen den Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung verbessern. Makler und Notare sind künftig bei Mietverträgen ab einer Monatsmiete von 10.000 Euro zu einer Meldung wegen des Verdachts auf Geldwäsche verpflichtet. Im Handel mit Edelmetallen sinkt die Grenze für Verdachtsmeldungen von 10.000 auf 2.000 Euro. Außerdem weitet das Gesetz die Meldepflichten für Kunsthändler auf Vermittler, Lageristen und Auktionshäuser aus.

Kein Verlustabzug bei wertlosen Kapitalanlagen und Darlehen

Künftig können Verluste infolge eines endgültigen (Teil-)Ausfalls privater Darlehen, der Ausbuchung wertloser Aktien aus dem Depot, des Verfalls von Optionen am Laufzeitende und der Veräußerung wertloser Wirtschaftsgüter wie Wertpapiere an Dritte zu einem symbolischen Preis bei der Einkommensteuer nicht mehr geltend gemacht werden. Die anderslautende steuerzahlerfreundliche BFH-Rechtsprechung zu privaten Kapitalverlusten wird also gesetzlich ausgehebelt.

Verluste aus Termingeschäften – zu denen auch Optionsgeschäfte zählen – können steuerlich nur geltend gemacht werden kann, wenn sie durch die »Beendigung des Rechts« aus dem Termingeschäft eintreten. Wer also seine Option verfallen lässt, soll seine für die Option aufgewendeten Anschaffungskosten nicht mehr als Verlust absetzen können, weil das Optionsrecht nur bei Ausübung der Option innerhalb der Optionsfrist beendet wird. Die Neuregelung ist erstmals auf Termingeschäfte anzuwenden, die nach dem 31.12.2019 abgeschlossen werden.

Laut der Begründung im Gesetzentwurf soll die Regelung erstmals für den Veranlagungszeitraum 2020 gelten, aber »tatbestandlich auch Sachverhalte, die bereits vor dem 1. Januar 2020 in Gang gesetzt wurden«, erfassen. Damit ist wohl gemeint, dass unter die Neuregelung auch ein bereits vor 2020 vergebenes Privatdarlehen fällt, wenn dieses ab 2020 ausfällt. Gleiches würde für vor 2020 angeschaffte Wertpapiere (insbesondere Aktien) gelten, die wertlos geworden sind und ab 2020 von der Depotbank ausgebucht oder an Dritte zu einem symbolischen Preis verkauft werden, um einen Veräußerungsverlust zu realisieren. Kapitalanleger sollten geplante Veräußerungen somit bis zum 31.12.2019 durchführen.

Abgabe einer Steuererklärung

Arbeitnehmer, die Kapitaleinkünfte ohne Steuerabzug erhalten haben, müssen künftig zwingend eine Steuererklärung abgeben.

(MB)

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