Rente, Pension und Altersvorsorge
Rechtzeitige steuerliche Planung ist wichtig

Rente, Pension und Altersvorsorge: Jetzt kümmern und später Bescheid wissen!

Mit Beginn des Ruhestands ist das Thema "Steuererklärung" noch nicht vorbei: Altersbezüge sind nicht steuerfrei, und deshalb müssen Pensionäre und auch viele Rentner weiterhin eine Steuererklärung abgeben.

Es gilt:

Pensionen sind in voller Höhe steuerpflichtig als (nachträgliche) Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit. Renten dagegen sind meist nur mit einem bestimmten Anteil steuerpflichtig. Betriebsrenten aus einer Pensionszusage oder Unterstützungskasse, die ehemalige Angestellte von ihrem früheren Arbeitgeber erhalten, werden steuerlich wie Pensionen behandelt.

Altersvorsorge-Aufwendungen sind Vorsorgeaufwendungen, bei denen gesichert ist, dass sie tatsächlich für die Altersvorsorge verwendet werden (Altersbasisversorgung). Sie sind in der Steuererklärung im Rahmen der Sonderausgaben abzugsfähig.

Im Folgenden geben wir Ihnen einen ersten Überblick über die Themen


1. Gesetzliche Rente, private Renten und Betriebsrenten

Steuerlich gesehen gibt es verschiedene Gruppen von Renten:

  • Renten, die nachgelagert besteuert werden, wie etwa die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Hier bestimmt das Jahr des Rentenbeginns über den sogenannten Besteuerungsanteil der Rente;
  • nur mit dem Ertragsanteil steuerpflichtige Renten, wie Renten aus privaten Versicherungen oder Zusatzversorgungsrenten nach dem öffentlichen Dienst;
  • Renten, die in voller Höhe steuerpflichtig sind, soweit sie auf steuerfreien bzw. steuerlich geförderten Beiträgen beruhen. Davon betroffen sein können Renten aus der betrieblichen Altersvorsorge oder eine Riester-Rente;
  • Renten, die in voller Höhe steuerfrei sind, wie die Rente aus der gesetzlichen Unfallversicherung.

Gesetzliche Rente

Maßgebend für die Besteuerung einer Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung der Besteuerungsanteil bei Rentenbeginn. Rentenbeginn ist der Zeitpunkt, ab dem die Rente, ggf. auch nach rückwirkender Zubilligung, tatsächlich bewilligt wird. Wann der Rentenantrag gestellt wird oder erstmals die Rente gezahlt wird, spielt für den Rentenbeginn keine Rolle. Auch das Datum des Rentenbescheids ist ohne Bedeutung. Auch bei Rentennachzahlungen ist unter Rentenbeginn der Zeitpunkt zu verstehen, in dem der Rentenanspruch entstanden ist.

Der Beginn der Rente wird im Rentenbescheid genannt und muss in Zeile 7 auf der Vorderseite der Anlage R eingetragen werden.

Der steuerfreie Teil der Jahresrente wird als Rentenfreibetrag vom Finanzamt festgeschrieben und gilt in dieser Höhe grundsätzlich für die gesamte Laufzeit der Rente. Der Rentenfreibetrag wird im Jahr nach dem Rentenbeginn ermittelt, wenn erstmals eine volle Jahresrente gezahlt wurde. Erhöhungsbeträge aus regelmäßigen Rentenanpassungen in den Folgejahren sind in voller Höhe steuerpflichtig.

Für in 2005 bereits bestehende Renten (Bestandsrenten) beträgt der Besteuerungsanteil 50 %. Erhöhungsbeträge aus regelmäßigen Rentenanpassungen nach 2005 sind aber in voller Höhe steuerpflichtig.

Für Renten, die ab 2006 beginnen, steigt der Besteuerungsanteil abhängig vom Jahr des Rentenbeginns (Rentnerjahrgang) bis zum Jahr 2020 schrittweise um zwei Prozentpunkte jährlich auf 80 % und danach um einen Prozentpunkt jährlich auf 100 % ab dem Jahr 2040.

Private Rente

Leibrenten aus privaten Versicherungen meist mit dem günstigen Ertragsanteil besteuert. Dazu gehören zum Beispiel Renten aus einer privaten Rentenversicherung, aus einer privaten Unfallversicherung und aus einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung.

In der Regel sind Rentenzahlungen aus einer privaten Versicherung an das Leben einer Person gebunden (Leibrente). Je nach Zeitdauer der Rente gibt es zwei verschiedene Rentenarten:

  • Die (lebenslange) Leibrente wird so lange gezahlt, wie der Rentenbezieher oder eine andere Person lebt.
  • Die abgekürzte Leibrente ist zwar auch an das Leben des Rentenbeziehers oder einer anderen Person gebunden, wird aber nur für eine bestimmte Dauer gezahlt. Dazu gehören zum Beispiel eine private Erwerbsminderungsrente oder eine Waisenrente aus einer privaten Versicherung.

Bei lebenslangen Leibrenten hängt die Höhe des steuerpflichtigen Ertragsanteils vom Lebensalter bei Rentenbeginn ab. Dabei gilt: Je früher die Rente beginnt, desto länger ist (statistisch gesehen) Ihre Lebenserwartung und damit die Laufzeit Ihrer Rente. Und umso höher ist folglich der Ertragsanteil.

Betriebsrente

Betriebliche Altersvorsorge liegt vor, wenn der Arbeitgeber Leistungen zur Alters-, Hinterbliebenen- oder Invaliditätsversorgung zusagt. Diese Versorgungszusage erfüllen Arbeitgeber im Rahmen von fünf möglichen Durchführungswegen: Direktzusage (Pensionszusage), Unterstützungskasse, Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds.

Bei der Besteuerung von Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge ist abhängig vom Durchführungsweg zu unterscheiden:

  • Die Zahlungen werden wie die Pension eines Beamten in voller Höhe als nachträgliche Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit versteuert (Werkspensionen). Dazu zählen Leistungen aus einer Direktzusage (Pensionszusage) oder Unterstützungskasse.
  • Die Zahlungen werden wie Renten besteuert. Das gilt für Betriebsrenten aus einer Direktversicherung, Pensionskasse oder einem Pensionsfonds.

2. Besteuerung von Pensionen

Pensionen sind grundsätzlich in voller Höhe steuerpflichtig als Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit.

Anders als bei einem Rentenbezieher ändert sich also im Grundsatz für Pensionäre beim Übergang in den Ruhestand steuerlich nicht viel: Der (ehemalige) Arbeitgeber behält monatlich Lohnsteuer ein, in der Steuererklärung wird das Ruhegehalt in der Anlage N eingetragen - wie bisher das Gehalt aus der aktiven Dienstzeit.

Einen steuerlichen Vorteil haben Pensionäre im Vergleich zu aktiven Arbeitnehmern: Ihr Ruhegehalt zählt zu den Versorgungsbezügen, für die es den Versorgungsfreibetrag und den Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag gibt. Dadurch wird die Steuerbelastung zumindest ein wenig abgemildert.

3. Altersvorsorge

Altersvorsorgeaufwendungen und viele sonstige Vorsorgeaufwendungen sind nur begrenzt steuerlich abziehbar. Es gibt eine alte und eine neue Berechnungsmethode. Das Finanzamt wendet immer die für den Steuerzahler finanziell bessere Methode an (Günstigerprüfung).

Zur abziehbaren "Altersbasisversorgung" gehören ausschließlich

  • Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung (die allgemeine und die knappschaftliche Rentenversicherung);
  • Beiträge an die landwirtschaftliche Alterskasse;
  • Beiträge an berufsständische Versorgungseinrichtungen, die den gesetzlichen Rentenversicherungen vergleichbare Leistungen erbringen;
  • und Beiträge für eine private "Rürup-Rente" (Basisrente-Alter, seit 2014 auch Basisrente-Erwerbsminderung).

4. Riester-Rente

Mit der Riester-Rente werden vor allem in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversicherte Arbeitnehmer und Beamte gefördert.

Die Förderung besteht aus einer Altersvorsorgezulage, die sich aus einer Grundzulage und einer Kinderzulage zusammensetzt. Um die Zulage in voller Höhe zu bekommen, muss ein Eigenbeitrag geleistet werden, der bei 4 % der im vorangegangenen Kalenderjahr erzielten Einnahmen abzüglich der zustehenden Zulagen liegt (Mindesteigenbeitrag).

Darüber hinaus können die gesamten Aufwendungen für den Altersvorsorgevertrag als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend gemacht werden, wobei die Altersvorsorgezulage angerechnet wird.

Die Förderung gibt es vor allem für zertifizierte (private) Altersvorsorgeverträge, aber auch für eine betriebliche Altersvorsorge. Sie endet mit dem Übergang in die Altersrente bzw. den Ruhestand, spätestens mit der Vollendung des 67. Lebensjahres.

Das angesparte Kapital wird in der Regel als Rente ausbezahlt, die Rentenzahlungen müssen grundsätzlich in voller Höhe versteuert werden.

5. Rürup-Rente

Bei einer Rürup-Rente (Basisrente) handelt es sich um einen Vertrag zum Aufbau einer eigenen kapitalgedeckten Altersversorgung, ggf. ergänzt um eine Absicherung des Eintritts der verminderten Erwerbsfähigkeit, der Berufsunfähigkeit oder von Hinterbliebenen (Basisrente-Alter). Seit 2014 wird auch die die Absicherung gegen den Eintritt der verminderten Erwerbsfähigkeit im Versicherungsfall, ggf. verbunden mit einer Absicherung gegen Berufsunfähigkeit gefördert (Basisrente-Erwerbsminderung).

Der Rürup-Vertrag muss eine monatliche, gleichbleibende oder steigende, lebenslange Leibrente vorsehen.

Nicht zulässig sind also beispielsweise ein Kapitalwahlrecht oder eine (teilweise) Kapitalauszahlung, ein Auszahlungsplan, eine Auszahlung durch die regelmäßige Gutschrift einer gleichbleibenden oder steigenden Anzahl von Investmentanteilen oder ein planmäßiges Sinken der Rentenhöhe.

Eine Mindestrente muss der Anbieter nicht garantieren. Deshalb kommt auch eine fondsgebundene Rentenversicherung infrage.

Damit die Beiträge als Altersvorsorgeaufwendungen steuerlich abzugsfähig sind, muss im Versicherungsvertrag eine auf das Leben des Versicherten bezogene lebenslange Rente vereinbart sein. Der Vertrag muss zudem nach § 5a AltZertG zertifiziert sein und der Versicherte einwilligen, dass der Anbieter bestimmte Daten an die Finanzverwaltung elektronisch übermittelt. Die Ansprüche aus dem Vertrag dürfen zudem

  • nicht vererblich,
  • nicht übertragbar,
  • nicht beleihbar,
  • nicht veräußerbar und
  • nicht kapitalisierbar sein.

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