Vollanrechnungsverfahren

Das Vollanrechnungsverfahren kam bei der Veranlagung von Kapitalgesellschaften zur Körperschaftsteuer (KSt) zur Anwendung. Ziel dieses Verfahrens war, eine steuerliche Doppelbelastung von Kapitalgesellschaft und Anteilseigner zu vermeiden. Seit 2001 wurde das Vollanrechnungsverfahren durch das Halbeinkünfteverfahren abgelöst.

Unter dem Vollanrechnungsverfahren kam es zur steuerlichen Berücksichtigung der in den ausgeschütteten Gewinnanteilen (z.B. Dividenden) enthaltenen Körperschaftsteuer. Denn die im Gewinnanteil enthaltene Körperschaftsteuer wurde nach der Gewinnausschüttung dem Anteilseigner bzw. dem Aktionär wieder zugerechnet. Somit kam es zur Eliminierung der Körperschaftsteuer im Gewinnanteil. Der um die Körperschaftsteuer vermehrte Gewinn unterlag dann beim Anteilseigner (z.B. Aktionär) der Einkommensteuer.

Das bis zum Veranlagungszeitraum 2008 gültige Halbeinkünfteverfahren führte auch - jedoch nicht vollständig - zu einer Eliminierung von Körperschaftsteuer im Gewinnanteil. Nach neuem Recht führt die ausschüttende Kapitalgesellschaft vom Gewinn 15 Prozent Körperschaftsteuer plus Solidaritätszuschlag als Definitivsteuer direkt ans Finanzamt ab.