Lohnsteuer

Die Lohnsteuer ist keine eigenständige Steuerart, sondern eine besondere Erhebungsform der Einkommensteuer.

Warum bezahlt man Lohnsteuer?

Wie viel Einkommensteuer ein Arbeitnehmer für ein Kalenderjahr zahlen muss, kann erst nach Ablauf des Jahres vom Finanzamt genau festgesetzt werden. Denn erst dann steht das zu versteuerndes Einkommen fest. So lange will der Staat aber nicht auf sein Geld warten.

Deshalb müssen Arbeitnehmer für ihre Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit schon während des Jahres Lohnsteuer zahlen. Die Höhe der Lohnsteuer hängt unter anderem von der Steuerklasse ab.

Wie bezahlt man Lohnsteuer?

Der Arbeitgeber behält die Lohnsteuer vom Arbeitslohn ein und zahlt sie an das Finanzamt. Diese Lohnsteuer ist eine »Vorauszahlung« auf der Einkommensteuerschuld. Die Lohnsteuer ist also keine Steuer eigener Art, sondern eine Erhebungsform der Einkommensteuer.

Im Rahmen der jährlichen Veranlagung des Arbeitnehmers zur Einkommensteuer – also: wenn die Steuererklärung erstellt und beim Finanzamt abgegeben wird – wird die bereits gezahlte Lohnsteuer mit der errechneten Steuerschuld verrechnet.

In den meisten Fällen kommt es zur teilweisen Rückzahlung der bereits abgeführten Lohnsteuer.

Wie wird die Lohnsteuer berechnet?

Damit Arbeitnehmer nur so viel Lohnsteuer zahlen, wie sie dem Staat in Ihrer individuellen Situation auch schulden, benötigt der Arbeitgeber Daten für den Lohnsteuerabzug. Das sind die »individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmale«.

Früher waren diese Merkmale auf der Papier-Lohnsteuerkarte eingetragen. Seit 2013 gibt es statt der Lohnsteuerkarte auf Papier ein elektronisches Verfahren, das oft auch als elektronische Lohnsteuerkarte bezeichnet wird:

Die für den Lohnsteuerabzug maßgebenden Daten heißen seitdem Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale – kurz ELStAM – und werden in einer zentralen Datenbank der Finanzverwaltung dem Arbeitgeber zum elektronischen Abruf bereitgestellt. Zu den Lohnsteuerabzugsmerkmalen gehören zum Beispiel die Steuerklasse (Lohnsteuerklasse), Kinderfreibeträge und Religionszugehörigkeit.

Die ELStAM-Datenbank wird vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) verwaltet. Im Verfahren der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM-Verfahren) ist die Finanzverwaltung für die Bildung und Änderung der Lohnsteuerabzugsmerkmale und deren Bereitstellung für den Abruf durch den Arbeitgeber zuständig.

Gesetzliche Grundlage für die Übermittlung und Speicherung der Lohnsteuerdaten in der ELStAM-Datenbank sind § 39e des Einkommensteuergesetzes (EStG) und § 139b der Abgabenordnung (AO).

Müssen alle Arbeitnehmer Lohnsteuer bezahlen?

Die Lohnsteuer ist grundsätzlich von allen Arbeitnehmern einzubehalten und abzuführen. Damit unterliegen nicht nur unbeschränkt steuerpflichtige Arbeitnehmer (Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt im Inland) der Lohnsteuer, sondern auch Arbeitnehmer, deren Einkünfte zu 90 % der deutschen Besteuerung unterliegen oder deren Einkünfte, die nicht der deutschen Besteuerung unterliegen, den Grundfreibetrag nach § 32a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 EStG nicht übersteigen.

Auch Arbeitnehmer, die im Ausland leben, deren Lohn aber aus inländischen öffentlichen Kassen gezahlt wird, unterliegen der Lohnsteuer.

Haben Sie hohe Kinderbetreuungskosten oder Unterhaltskosten, spenden Sie regelmäßig oder fahren Sie weit zur Arbeit? Dann bezahlen Sie jeden Monat zu viel Lohnsteuer! 

Mit einem Antrag auf Lohnsteuerermäßigung können Sie sich vom Finanzamt für diese Kosten einen Lohnsteuerfreibetrag eintragen lassen.

Den Antrag stellen Sie ganz einfach mit der kostenlosen Software »Lohnsteuer-Freibetrag«, die in der kostenlosen Testversion der SteuerSparErklärung enthalten ist. Sie können wählen, ob Sie die Software für Mac oder PC herunterladen möchten.

Bei der Lohn- und Gehaltsabrechnung kürzt der Arbeitgeber dann den Bruttoarbeitslohn entsprechend und berechnet die Lohnsteuer nur auf der Grundlage des gekürzten Bruttoarbeitslohns.

Gesetze und Urteile (Quellen)

§ 1 EStG

§ 32a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 EStG

§§ 38–41 EStG

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