Homeoffice-Pauschale 2020 – Steuerentlastung wegen Corona

Homeoffice-Pauschale 2020 – Steuerentlastung wegen Corona

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Strom, Wasser, Telefon und Heizung – diese Kosten werden im Jahr 2020 durch das Arbeiten im Home-Office eine deutliche Mehrbelastung für alle bedeuten, die von zu Hause arbeiten. Dazu fällt für viele die Pendlerpauschale weg. Dies soll durch die Homeoffice-Pauschale ausgeglichen werden. Doch gelingt dies der Koalition mit ihren Plänen?

Wie hoch ist die geplante Homeoffice-Pauschale?

Die Bundesregierung plant aus diesem Grund mit dem Jahressteuergesetz 2020 eine Steuerentlastung für alle in das Jahressteuergesetz 2020 aufzunehmen. Normalerweise erkennt das Finanzamt die Kosten für das private Arbeitszimmer nur an, wenn ein Zimmer nahezu ausschließlich beruflich genutzt wird. Die Homeoffice-Pauschale soll für alle Betroffenen unbürokratisch und leicht nachvollziehbar sein. Der Plan sieht wie folgt aus: Sie sollen pro Homeoffice-Tag bis zu 5 Euro von der Steuer absetzen können, höchstens aber 600 Euro.

Gibt es hierzu eine Einigung?

Die Pläne für die Pauschale befinden sich noch in der Abstimmung zwischen CDU/CSU und SPD. Eine Einigung liegt bisher noch nicht vor.

Wird es die Homeoffice-Pauschale und den Arbeitnehmer-Pauschbetrag geben?

Diese Detailfrage muss noch geklärt werden. Wenn die Homeoffice-Pauschale separat zum sogenannten Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro gewährt werden würde, dann würden alle direkt profitieren. Wenn die Homeoffice-Pauschale aber wie andere Werbungskosten behandelt wird, bedeutet das, dass nur die profitieren, die mehr als 1.000 Euro Werbungkosten haben.

Das Bundesfinanzministerium muss jedoch auch die Frage klären, ob die Homeoffice-Pauschale verfassungsgemäß ist.

Warum soll es die Homeoffice-Pauschale überhaupt geben?

Da viele Arbeitnehmer aufgrund der Corona-Krise im Homeoffice arbeiten und somit keinen Arbeitsweg über die Pendlerpauschale geltend machen können, drohen nun tausenden eine Steuernachzahlung. Experten gehen davon aus, dass die Homeoffice Pauschale nicht ausreicht, um Steuernachzahlungen zu vermeiden.

Ohne Home-Office-Pauschale droht die Steuernachzahlung in 2021

Grundsätzlich sei der Betrag von 5 Euro je Tag im Homeoffice, mit einem (entfallenen) Arbeitsweg von 15 Kilometer (pro Tag) vergleichbar. Steuerzahler, die sonst einen längeren Arbeitsweg anrechnen lassen, müssen sich darüber hinaus noch mit einer 600-Euro-Deckelung für bis zu 120 Tage zufriedengeben. Dies urteilte das Bundesfinanzministerium.

Bei einer echten Homeoffice Pauschale unabhängig und zusätzlich zum Pauschbetrag sieht das Bundesfinanzministerium offenbar rechtliche Probleme und warnt in seinem Konzept vor einer "übermäßigen Begünstigung". Diese wäre damit ohnehin verfassungsmäßig zweifelhaft.

Fazit zur Homeoffice Pauschale

Selbst mit Pauschale wird in der Regel die entfallene Pendlerpauschale nicht ausgeglichen. Denn bereits seit dem Jahr 2018 legten Pendler in Deutschland durchschnittlich 17 Kilometer zurück. Härter betroffen werden besonders Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sein. Denn hier legten Arbeitnehmer im Durchschnitt mehr als 30 Kilometer auf dem Weg zur Arbeit zurück. Durch die Homeoffice Pauschale würden damit gerade 50% ausgeglichen.

Beispiel-Rechnung zur Homeoffice Pauschale

Durchschnittliche Arbeitstage pro Jahr:

220 (im Homeoffice 120)

Durchschnittlich gefahrene Kilometer:

17km (~Homeoffice Pauschale ca. 15km)

Werbungskosten für anfallende KM:

0,30 €

Werbungskosten die steuerlich geltend gemacht werden könnten im Vergleich:

  • Mit Pendlerpauschale 220 x 17 x 0,3€ = 1.122€

  • Mit Homeoffice Pauschale 120 x 5€ = 600€

  • Differenz 1.122€ - 600€ = -522€

(DS)

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