Vorausgefüllte Steuererklärung auf Papier geplant: So soll es funktionieren

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Seit einigen Jahren gibt es die Möglichkeit, eine vorausgefüllte Steuererklärung zu nutzen. Dort werden automatisch alle Daten eingetragen, die der Finanzverwaltung bereits vorliegen. Ab dem nächsten Jahr soll das auch dann möglich sein, wenn Sie Ihre Steuererklärung auf Papier abgeben.

Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor, die sich nach aktuellen Maßnahmen der Bundesregierung zur Vereinfachung der Steuererklärung erkundigt hatte.

Und so soll das ganze funktionieren:

Die entsprechenden Felder, für die grundsätzlich Daten elektronisch vorliegen, sollen in den Papiervordrucken für die Steuererklärung für 2019 entsprechend gekennzeichnet sein. Der Steuerpflichtige lässt diese Felder ganz einfach frei, die Finanzverwaltung füllt sie mit den ihr vorliegenden Daten selbst aus.

Welche Daten kennt das Finanzamt schon?

Diese Daten liegen dem Finanzamt bereits vor:

  • vom Arbeitgeber übermittelte Lohnsteuerbescheinigungen,

  • Mitteilungen über den Bezug von Rentenleistungen,

  • Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen,

  • Vorsorgeaufwendungen (Riester- oder Rürup-Verträge),

  • Lohnersatzleistungen (z.B. Arbeitslosengeld, Elterngeld, Krankengeld) und

  • Beiträge der Vermögensbildungsbescheinigung (VWL/VL).

Eine Erweiterung um Kirchensteuerzahlungen und -erstattungen, Zinsen auf Steuererstattungen, Spenden, freigestellte Kapitalerträge und den Grad der Behinderung inkl. Ggf. vorhandener Merkzeichen ist bereits geplant.

Was halten wir davon?

Mit vorausgefüllten Daten bzw. einem Abruf bereits bekannter Daten bei einer Behörde ist das so eine Sache – grundsätzlich könnte das schon die Arbeit erleichtern. Allerdings weiß man als Steuerzahler nie, ob auch tatsächlich alle Daten korrekt übermittelt worden sind. Vielleicht hat ja der Arbeitgeber versehentlich einen Fehler gemacht? Oder die Krankenversicherung oder sonst ein Beteiligter?

Wenn man heute die Steuererklärung mithilfe einer Steuer-Software erstellt und den automatischen Abruf nutzt, hat man die Möglichkeit, die abgerufenen Daten zu kontrollieren und sich schnell um eine Korrektur zu bemühen. Wer allerdings halbleere Papierformulare einreicht und die Kontrolle auf später verschiebt, wenn der Steuerbescheid da ist (den man natürlich ohnehin genau prüfen sollte!), der macht sich unserer Meinung nach mehr Stress als nötig. Denn dann muss nicht nur der Bescheid an sich geprüft, sondern auch noch herausgefunden werden, welche gegebenenfalls falsch übermittelten und vom Finanzamt eingetragenen Daten fehlerhaft waren.

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