Steuererklärung: Wann die Abgabe der Anlage KAP Pflicht ist

 - 

Mit Einführung der Abgeltungsteuer sollte das Besteuerungsverfahren für Einkünfte aus Kapitalvermögen vereinfacht werden und die Angabe von Kapitalerträgen in der Einkommensteuererklärung entfallen. Ganz ist dieses Ziel nicht erreicht worden. Es gibt noch immer zahlreiche Fälle, in denen Sie Ihre Kapitalerträge in der Steuererklärung angeben müssen.

Fall 1: Es wurde keine Abgeltungsteuer auf die Kapitaleinkünfte erhoben

Kann auf Ihre Kapitalerträge keine Abgeltungsteuer erhoben werden und liegen Ihre Kapitalerträge insgesamt über dem Sparer-Pauschbetrag, müssen Sie diese Erträge in der Einkommensteuererklärung in der Anlage KAP angeben. Das betrifft z.B. Wertpapiere, die bei einer ausländischen Depotbank verwaltet werden oder Einkünfte aus ausländischen thesaurierenden Fonds.

Fall 2: Die Kapitalerträge werden individuell versteuert

Trotz Abgeltungsteuer gibt es weiterhin Kapitaleinkünfte, die mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern sind. Das ist z.B. der Fall bei einer Kapitallebensversicherung, die nach 2004 abgeschlossen und jetzt als Einmalbetrag ausgezahlt wurde sowie bei Zinsen aus Darlehen an Angehörige (Familiendarlehen).

Fall 3: Sie beantragen Steuervergünstigungen oder Sozialleistungen

Möchten Sie bestimmte Sozialleistungen in Anspruch nehmen oder in der Steuererklärung bestimmte Vergünstigungen nutzen, hängen diese von Ihrem Einkommen ab. In diesen Fällen zählen die Kapitaleinkünfte mit zum Einkommen, das als Grundlage für die Berechnung möglicher Leistungen oder Vorteile herangezogen wird. Da die Finanzverwaltung nicht mehr automatisch mit der Steuererklärung von diesen Einnahmen erfährt, müssen Sie die Kapitaleinkünfte in der Steuererklärung oder im Einzelfall direkt gegenüber den Sozialbehörden nachweisen.

Fall 4: Eine steuerbegünstigte Lebensversicherung wurde ausbezahlt

Die Besteuerung der Erträge aus einer Lebensversicherung ist in den letzten Jahren recht umfassend geregelt worden. Steuerfrei und damit nicht von Abgeltungsteuer betroffen sind lediglich Altverträge, die Sie vor 2005 geschlossen haben und deren Mindestlaufzeit 12 Jahre beträgt.

Fall 5: Kirchensteuerkorrekturen

Haben Sie Ihrer Bank keine Religionszugehörigkeit mitgeteilt und keinen Auftrag zur Abführung von Kirchensteuer gegeben, müssen Sie bei der Einkommensteuererklärung für eine Veranlagung zur Kirchensteuer sorgen. Dazu geben Sie die abgeführte Abgeltungsteuer in Anlage KAP an.

Weitere News zum Thema

  • Steuerbescheid prüfen: So geht's

    [] Es gibt spannendere Texte als den Steuerbescheid, so viel ist sicher. Trotzdem sollten Sie ihn ganz genau lesen – auch wenn es schwerfällt und nach viel Arbeit aussieht. Unsere kostenlose Checkliste hilft Ihnen dabei. mehr

  • Sozialversicherung: Neue Bemessungsgrenzen für 2020

    [] Das Bundeskabinett hat die neuen Rechengrößen in der Sozialversicherung für das Jahr 2020 beschlossen. Demnach steigen die Beitragsbemessungsgrenzen in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung sowie weitere wichtige Werte. mehr

  • Steuertermine Oktober 2019

    [] Hier finden Sie die aktuellen Termine für die Abgabe Ihrer Steuererklärungen und für Ihre Steuervorauszahlungen. mehr

  • 7. Sommerinterview bei Steuertipps

    [] Seit Anfang August haben wir Ihnen jeden Mittwoch eine Kollegin oder einen Kollegen aus dem Verlag vorgestellt. Zum Abschluss unserer Reihe lesen Sie heute Interessantes über das Tätigkeitsfeld von Stefan Pfohl, unserem Produkt- & Qualitätsmanager Steuersoftware. mehr

  • 6. Sommerinterview bei Steuertipps

    [] Von August bis Mitte September stellen wir Ihnen jeden Mittwoch eine Kollegin oder einen Kollegen aus dem Verlag vor. Heute gibt Ihnen unsere Fachredakteurin Maike Backhaus einen Einblick in Ihren Arbeitsalltag. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.