Jahressteuergesetz 2022: Die wichtigsten Steueränderungen für 2023
Detlev-Rohwedder-Haus: Hier ist der Sitz des Bundesfinanzministeriums.

Jahressteuergesetz 2022: Die wichtigsten Steueränderungen für 2023

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Die Bunderegierung hat den Entwurf für ein Jahressteuergesetz 2022 vorgelegt und plant darin zahlreiche Änderungen. Welche steuerlichen Pauschbeträge und Freibeträge erhöht werden sollen und welche wichtigen Neuerungen sonst noch geplant sind, lesen Sie hier. Und natürlich sagen wir Ihnen auch, wo Sie das komplette Dokument finden.

Der Regierungsentwurf für das Jahressteuergesetz 2022 steht noch ganz am Anfang: Die erste Lesung im Bundestag ist für den 14. Oktober vorgesehen.

Den Entwurf können Sie hier auf der Internetseite des Bundestages lesen (PDF).

Wichtige Änderungen durch das Jahressteuergesetz 2022 (JStG 2022):

  • Modernisierung des Abzugs von Aufwendungen für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit in der häuslichen Wohnung: Im Rahmen der Homeoffice-Pauschale soll künftig ein Höchstbetrag von 1.000 Euro zum Ansatz gebracht werden können statt wie bisher 600 Euro. Eine Gewährung der Homeoffice-Pauschale erfolgt erfreulicherweise auch dann, wenn Ihnen ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Außerdem soll es künftig die Möglichkeit geben, entweder eine Jahrespauschale in Höhe von 1.250 Euro anzusetzen oder einen Abzug der tatsächlich angefallenen Kosten vorzunehmen. Letzteres ist nur möglich, wenn das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung darstellt.

  • Anhebung des Sparer-Pauschbetrags von derzeit 801 Euro auf 1.000 Euro für Alleinstehende und von 1.602 auf 2.000 Euro für Ehegatten bzw. Lebenspartner. Bereits erteilte Freistellungsaufträge sollen prozentual erhöht werden.

  • Erhöhung des Ausbildungsfreibetrags für volljährige Kinder, die sich in Berufsausbildung befinden und auswärts untergebracht sind: Der Betrag soll von 924 Euro auf 1.200 Euro pro Kalenderjahr erhöht werde. und künftig automatisch an den jeweils geltenden Grundfreibetrag angepasst werden.

  • Einnahmen aus dem Betrieb von Photovoltaikanlagen auf, an oder in Einfamilienhäusern oder Gewerbeimmobilien mit einer Gesamtleistung von bis zu 30 kW (lt. Marktstammdatenregister) sollen steuerfrei gestellt werden. Die Steuerbefreiung soll unabhängig von der Verwendung des erzeugten Stroms gelten. Photovoltaikanlagen auf Mehrfamilienhäusern oder gemischt genutzten Gebäuden sollen mit einer Gesamtleistung von bis zu 15 kW pro Wohn- und Gewerbeeinheit steuerfrei werden. Beim Betrieb mehrerer Anlagen soll eine Gesamtleistung von maximal 100 kW steuerfrei sein.

  • Verbesserte Immobilien-Abschreibung: Der lineare AfA-Satz zur Abschreibung von Wohngebäuden, die nach dem 31. Dezember 2023 fertiggestellt werden, soll von zwei auf drei Prozent angehoben werden. Damit würden zukünftig alle Gebäude grundsätzlich über einen Zeitraum von 33 Jahren abgeschrieben.

  • Verbesserte Absetzbarkeit von Altersvorsorgeaufwendungen: Die nach derzeitiger Rechtslage erst ab dem 1.1.2025 vorgesehene volle Absetzbarkeit von Altersvorsorgeaufwendungen soll auf den 1.1.2023 vorgezogen werden. Somit sind Rentenversicherungsbeiträge bereits im Jahr 2023 zu 100 % als Sonderausgaben absetzbar (statt zu 96 %). Ziel ist die Vermeidung einer doppelten Besteuerung.

  • Der Grundrentenzuschlag soll steuerfrei gestellt werden. Dadurch könnte der Grundrentenzuschlag steuerlich unbelastet in voller Höhe zur Verfügung stehen und so ungeschmälert zur Sicherung des Lebensunterhalts beitragen, heißt es im Entwurf.

  • Schaffung eines direkten Auszahlungsweges für öffentliche Leistungen unter Nutzung der Steuer-Identifikationsnummer: Durch die Nutzung der Steuer-Identifikationsnummer soll die Auszahlung bestimmter zukünftiger Leistungen des Bundes wie zum Beispiel Nothilfen oder Klimagelder erleichtert werden.

(MB)

 

(Bild im Titel: Detlev-Rohwedder-Haus, Hauptsitz des Bundesministeriums der Finanzen; Quelle: BMF/Hendel)

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