Betriebs-Pkw mit 1%-Methode: verschärfte Besteuerung Alleinstehender ab 2010

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Alleinstehende Unternehmer mit mehreren betrieblichen Fahrzeugen, die auch privat genutzt werden, müssen ab 2010 einen deutlich höheren Privatanteil als bisher versteuern.

Wenn sich im Betriebsvermögen eines Unternehmers mehrere Pkw befinden, die zu über 50% betrieblich genutzt werden und für die kein Fahrtenbuch geführt wird, muss grundsätzlich für jedes Fahrzeug ein Privatanteil versteuert werden. Nach der pauschalen 1%-Methode ist das monatlich ein Prozent des Listenpreises. Denn der Fiskus geht davon aus, dass jedes Auto vom Unternehmer oder seinen Angehörigen auch privat genutzt wird.

Von diesem Grundsatz gibt es jedoch eine Ausnahme: Kann ein alleinstehender Unternehmer glaubhaft machen, dass außer ihm keine "Person aus seiner Privatsphäre" die Betriebsfahrzeuge nutzt, so muss er nicht für alle Fahrzeuge, sondern nur für das Fahrzeug mit dem höchsten Listenpreis einen Privatanteil versteuern. Diese "Junggesellenklausel" war als Vereinfachungsregel der Finanzverwaltung im BMF-Schreiben vom 21.2.2002 in Randnummer 9 schriftlich festgehalten.

Das soll offensichtlich nicht mehr so gelten. Denn in einem neuen BMF-Schreiben zur Pkw-Besteuerung vom 18.11.2009 ist die bisherige Junggesellenklausel einfach unter den Tisch gefallen. In der jetzigen Randnummer 12, in der es um die Nutzung mehrerer Kraftfahrzeuge in Einzelunternehmen geht, wird die Ausnahmeregelung nicht mehr erwähnt. Diese gravierende Verschärfung soll ab 2010 in Kraft treten. Was das für betroffene Unternehmer finanziell bedeutet, zeigt das folgende Beispiel:

Herr Krug ist selbstständiger Unternehmensberater. In seinem Betriebsvermögen befinden sich zwei Limousinen, die unstreitig beide zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt werden. Pkw 1 hat einen Listenpreis von 70.000 Euro, Pkw 2 einen von 50.000 Euro. Herr Krug ist alleinstehend und hat bei der letzten Betriebsprüfung glaubhaft gemacht, dass außer ihm niemand diese Fahrzeuge privat nutzt.

Privatanteil bis 2009 (mit Junggesellenklausel):
12% von 70.000 Euro = 8.400 Euro

Privatanteil ab 2010 (ohne Junggesellenklausel):
12% von (70.000 Euro + 50.000 Euro) = 14.400 Euro

Obwohl sich an seiner Pkw-Nutzung nichts geändert hat, muss Herr Krug in Zukunft einen um 6.000 Euro höheren Privatanteil versteuern. Dieser Mehrbetrag unterliegt dann auch noch der Umsatzsteuer von 19%.

Steuertipp
 Aus dieser misslichen Lage gibt es nur einen Ausweg. Betroffene Unternehmer sollten ab 1.1.2010 ein Fahrtenbuch führen, möglichst für alle Fahrzeuge. Am Jahresende können sie sich dann bei jedem Fahrzeug für die Methode entscheiden, die zu einem niedrigeren Privatanteil führt.

Rechtslage für Jahre bis 2009:

Einige Finanzgerichte sahen sich schon bisher durch die begünstigende Junggesellenklausel nicht gebunden, da sie ihrer Meinung nach nicht mit dem eindeutigen Gesetzeswortlaut in Einklang steht. Durch das Halten mehrer Autos würden hohe Kosten verursacht, die sich in einem höheren Privatanteil niederschlagen müssten. Der BFH muss nun entscheiden, ob die bis zum Jahr 2009 bestehende Verwaltungsregelung mit dem Gesetz vereinbar ist (Az. des BFH: VIII R 24/08). Verweisen Sie bei einem Streit mit dem Finanzamt auf das anhängige Verfahren.

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