Auch während der Elternzeit ist Werbungskostenabzug möglich!

 - 

Viele Beamte und Angestellte, die vorübergehend ihren Beruf nicht ausüben (zum Beispiel wegen Arbeitslosigkeit oder Elternzeit ), haben auch in dieser Zeit beruflich veranlasste Aufwendungen. So mancher Finanzbeamter stellt sich hier stur und möchte einen Werbungskostenabzug nicht zulassen. Häufig zu Unrecht, wie ein BFH-Urteil beweist.

Der Fall: Eine Lehrerin aus Nordrhein-Westfalen befand sich von September 1993 bis August 1997 in Erziehungsurlaub (jetzt Elternzeit) . Für das Jahr 1995 machte Sie Aufwendungen für Fachliteratur, Kontoführung, Besorgungsfahrten und ein häusliches Arbeitszimmer als Werbungskosten geltend. Das Finanzamt lehnte ab. Dagegen beschritt die Lehrerin den Klageweg.

Und das mit Erfolg, denn der Bundesfinanzhof gab der Lehrerin Recht: »Aufwendungen einer Steuerpflichtigen, die sich im Erziehungsurlaub befindet, können vorab entstandene Werbungskosten sein« (BFH-Urteil vom 22.7.2003, DStR 2003 S. 1611). Voraussetzung ist, dass die Aufwendungen in einem hinreichend konkreten und objektiv feststellbaren Zusammenhang mit erwarteten steuerbaren Einnahmen stehen. Und dazu ist in solchen Fällen erforderlich, »dass der Steuerpflichtige die von ihm durchgeführten Tätigkeiten im Einzelnen konkretisiert, damit ein beruflicher Zusammenhang beurteilt werden kann.« Machen Sie also in Ihrer Steuererklärung Angaben zu Art und Umfang der beruflichen Nutzung des häuslichen Arbeitszimmers oder wie Arbeitsmittel zu beruflichen Zwecken verwendet werden etc. Dann dürfte einer Steuererstattung nichts mehr im Wege stehen.

Unser Steuertipp:

Auch wenn Sie (und Ihr Ehepartner) wegen Elternzeit oder Arbeitslosigkeit im gesamten Jahr keine steuerpflichtigen Einkünfte erzielt haben, sollten Sie für dieses Jahr unbedingt eine Steuererklärung abgeben . Denn Werbungskosten können nur im Jahr der Entstehung geltend gemacht werden. Tragen Sie also Ihre vorab entstandenen Werbungskosten (z.B. Bewerbungskosten, Fachliteratur, Fortbildungskosten etc.) auf der Rückseite der Anlage N ein. Da Sie keine steuerpflichtigen Einkünfte haben, erzielen Sie für dieses Jahr einen Verlust, den Sie in das Vorjahr zurücktragen bzw. in die Folgejahre vortragen können.

Weitere News zum Thema

  • Steueränderungen ab 2017

    [] 2017 treten einige Änderungen hinsichtlich Formalitäten und Nachweisen in Kraft, die wir Ihnen hier kurz vorstellen. mehr

  • Steuertermine Dezember 2016

    [] Hier finden Sie die aktuellen Termine für die Abgabe Ihrer Steuererklärungen und für Ihre Steuervorauszahlungen. mehr

  • Mehr netto mit Lohnsteuer-Freibeträgen: jetzt kostenlose Software nutzen

    [] Statt einmal im Jahr können Sie Ihre Steuerrückerstattung auch monatlich erhalten: Wer beispielsweise Kinderbetreuungs- oder Unterhaltskosten hat, regelmäßig spendet oder weit zur Arbeit fahren muss, bezahlt Monat für Monat zu viel Lohnsteuer. Erst mit der Steuererklärung im nächsten Jahr erhalten Sie die zu viel bezahlte Lohnsteuer vom Finanzamt zurück. Das muss nicht sein! mehr

  • Nach der Trennung die richtige Steuerklasse wählen

    [] Auch wenn Ihre Ehe gerade in die Brüche geht, ist es wichtig, dass Sie sich in steuerlichen Angelegenheiten weiterhin einig sind. Das kann sich für beide Partner auszahlen und Sie müssen weniger Geld zu Rechtsanwälten und Steuerberatern tragen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.