Flexi-Rente

Arbeitnehmer in Deutschland können jetzt flexibler in Rente gehen: Die neuen Rentenregeln, die den Übergang von Arbeit in die Rente flexibler machen sollen, sind teils Anfang 2017 in Kraft getreten, teils werden sie Mitte 2017 in Kraft treten.

Drei Ziele will die Regierung mit der sogenannten Flexi-Rente erreichen:

  • längeres Arbeiten ermöglichen,

  • längeres Arbeiten belohnen und

  • den Übergang von Arbeit zum Ruhestand fließender gestalten.

Wer als Bezieher einer vollen Altersrente nach Erreichen der Regelaltersgrenze noch mal eine Erwerbstätigkeit aufnimmt oder einfach weiterarbeitet, soll künftig wählen können, ob diese Beschäftigung auch für die Rente zählen soll (Opting-In).

Bei den Rentenabschlägen ändert sich nichts, wohl aber bei den Regelungen zu deren Ausgleich: Bisher war der Ausgleich von Rentenabschlägen in der Regel erst ab dem 55. Lebensjahr möglich. Seit dem 1.1.2017 ist es möglich, schon früher – ab 50 Jahren – mit dem Rückkauf von Abschlägen zu beginnen und so den Zahlungszeitraum zu strecken. Ferner können jetzt zweimal im Kalenderjahr Teilzahlungen geleistet werden.

Hinzuverdienstgrenzen: Änderungen ab 1.7.2017

Schon bisher gilt: Wer im regulären Rentenalter ist, darf zur Rente unbegrenzt hinzuverdienen, die Rente wird nicht gekürzt. Wer das reguläre Rentenalter noch nicht erreicht hat, darf nur begrenzt hinzuverdienen.

An diesem Prinzip ändert sich nichts. Neu sind jedoch die Hinzuverdienstregeln: Statt des bisherigen starren Modells, das nur wenige Abstufungen erlaubte, gibt es nun ein stufenloses "Flexi-Modell". Der Hinzuverdienst wird nicht mehr in Stufen, sondern gleitend angerechnet.

Dabei soll keine monatliche, sondern eine jährliche Hinzuverdienstgrenze gelten. Sie soll bei 6.300 Euro im Jahr liegen. Hierbei handelt es sich um Bruttobeträge. Wer mehr verdient, dessen Rente wird anteilig gekürzt. Das darüber hinausgehende Brutto-Einkommen soll zu 40 % auf die Rente angerechnet werden. Dabei kommt es nicht auf das monatliche Einkommen, sondern auf das Einkommen innerhalb eines Jahres an.

Wichtig dabei: Die Hinzuverdienstgrenze bezieht sich nicht auf zwölf Monate des Rentenbezugs (also etwa auf die Zeit von Mai 2017 bis April 2018), sondern auf Kalenderjahre.

Frührentner, die neben der Rente lediglich einen 450-Euro-Job haben, brauchen sich für die Details der neuen Hinzuverdienstregeln nicht zu interessieren. Der 450-Euro-Job ist und bleibt anrechnungsfrei. Jedenfalls dann, wenn in einem Kalenderjahr nicht noch eine weitere Beschäftigung hinzukommt.