Neue GWG-Grenze ab 2018

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Ab dem 1.1.2018 wird die Grenze für eine Sofortabschreibung von sogenannten geringwertigen Wirtschaftsgütern von 410 Euro auf 800 Euro erhöht. Was das für Abschreibung, Sammelposten und Wahlrecht bedeutet, haben wir hier zusammengefasst.

Das bleibt gleich

An den Voraussetzungen für ein geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) ändert sich nichts: Es muss sich auch weiterhin um ein bewegliches, abnutzbares Wirtschaftsgut des Anlagevermögens handeln, das selbstständig nutzbar ist.

Auch die Wahlmöglichkeit, Wirtschaftsgüter in einem Sammelposten zusammenzufassen und über fünf Jahre abzuschreiben, bleibt bestehen. Die Obergrenze bleibt bei 1.000 Euro (netto). Es gilt auch weiter, dass die Entscheidung für einen Sammelposten einheitlich für alle im Wirtschaftsjahr angeschafften GWG getroffen werden muss. Allerdings wird der Sammelposten unseres Erachtens künftig (noch) uninteressanter werden – schon bisher haben wir ihn ja eigentlich nur für sehr langlebige Wirtschaftsgüter wie z.B. Büromöbel empfohlen, die Sie sonst über 13 Jahre abschreiben müssten.

Das ist neu

Die GWG-Grenze steigt von 410 Euro auf 800 Euro (netto).

Wirtschaftsgüter bis 250 Euro (netto) werden sofort abgeschrieben.

Bei Wirtschaftsgütern, der Anschaffungskosten oder Herstellungskosten zwischen 251 Euro und 800 Euro (netto) liegen, können Sie wählen zwischen Sofortabschreibung und Sammelposten.

Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten oder Herstellungskosten zwischen 801 Euro und 1.000 Euro (netto) schreiben Sie über die Nutzungsdauer laut AfA-Tabelle ab oder legen sie in den Sammelposten ein. Bedenken Sie bei Ihrer Entscheidung aber, dass Sie – sobald Sie sich hier für den Sammelposten entscheiden – auch die Wirtschaftsgüter zwischen 251 Euro und 800 Euro (netto) in diesem Sammelposten einlegen und alles zusammen über fünf Jahre abschreiben müssen!

Was ist mit Computerprogrammen?

Die steuerliche Behandlung von sogenannten Trivialprogrammen hinsichtlich ihrer Abschreibung war lange umstritten – bis man sich schließlich auf eine Vereinfachungsregel geeinigt hatte und auch für Trivialprogramme die GWG-Regeln galten. Trivialprogramme sind übrigens Computerprogramme, die eher günstig sind und von jedermann frei am Markt erworben werden können – oder umgekehrt: Diese Programme werden nicht extra für den Käufer entwickelt und hergestellt.

Die Bundesregierung hat angekündigt, dass bei der nächsten Überarbeitung der Einkommensteuer-Richtlinien geregelt werden soll, dass künftig die Grenze von 800 Euro (netto) auch auf Computersoftware anwendbar sein soll (BT-Drucksache 18/12750 vom 16.6.2017).

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