Übungsleiter und Ehrenamtler erhalten 2013 mehr steuerfrei

 - 

Übungsleiter und ehrenamtlich Tätige können ab sofort eine höhere steuerfreie Aufwandsentschädigung erhalten. Alles andere als die Lieferung dieses Steuergeschenks wäre im Wahljahr 2013 auch verwunderlich gewesen.

Das Gesetz zur Entbürokratisierung des Gemeinnützigkeitsrechts (GemEntBG) wurde im März verabschiedet. Es ändert § 3 Nr. 26 EStG und § 3 Nr. 26a EStG zu Ihren Gunsten.

Relevant in der Steuererklärung werden die neuen Freibeträge erst für die Erklärung 2013. Für die Erklärung 2012 gelten noch die bisherigen Beträge.

Dennoch können Sie jetzt bereits einige Weichen stellen, um in den Genuss der höheren Beträge zu kommen. Hier das Wichtigste in Kürze:

  • Anhebung der Übungsleiterpauschale von 2.100 € auf 2.400 €: Übungsleitertätigkeiten sind nebenberufliche Tätigkeiten für eine gemeinnützige Organisation oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts z.B. als Ausbilder oder Betreuer. Diese Einnahmen sind steuer- und sozialversicherungsfrei.

  • Anhebung der Ehrenamtspauschale von 500 € auf 720 €: Die Ehrenamtspauschale kann für jede Art von Tätigkeit für gemeinnützige Vereine, kirchliche oder öffentliche Einrichtungen in Anspruch genommen werden, etwa für Vereinsvorstände, Platzwart etc. Diese Einnahmen sind steuer- und sozialversicherungsfrei.

  • Verlängerung der Frist, in der steuerbegünstigte Körperschaften ihre Mittel verwenden müssen, um ein Jahr. Dies ermöglicht einen größeren und flexibleren Planungszeitraum für den Einsatz der zur Verfügung stehenden Mittel.

  • Größere Rechtssicherheit im Bereich der Bildung der Wiederbeschaffungsrücklage: Durch eine gesetzliche Regelung können steuerbegünstigte Organisationen Mittel zurücklegen, um beispielsweise einen alten Pkw durch einen neuen oder größeren zu ersetzen. Hinsichtlich der sog. freien Rücklage gilt, dass Körperschaften künftig das nicht ausgeschöpfte Potenzial, das sie in einem Jahr in die freie Rücklage hätten einstellen können, in den folgenden zwei Jahren ausschöpfen können. Eine flexiblere Rücklagengestaltung wird so ermöglicht.

  • Erleichterungen bei den zivilrechtlichen Haftungsregeln: Im BGB wird eine Regelung eingeführt, die die Haftung von Vereinsmitgliedern oder Mitgliedern von Vereinsorganen auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt, wenn deren Vergütung 720 € jährlich nicht übersteigt.

  • Erleichterungen hinsichtlich der Unterstützung anderer gemeinnütziger Organisationen: Andere gemeinnützige Organisationen können in Zukunft leichter mit Kapital unterstützt werden. Dies war bisher nur in begrenztem Umfang möglich. Die Neuregelung ermöglicht vor allem die Schaffung von sog. Stiftungslehrstühlen an Universitäten.

  • Anhebung der Umsatzgrenze für sportliche Veranstaltungen um 10.000 € auf 45.000 €: Sportveranstaltungen, die sich im Rahmen dieser Umsatzgrenze bewegen, sind steuerfrei.

Die Erhöhungen treten rückwirkend zum 1.1.2013 in Kraft und gelten daher für das gesamte Jahr 2013.

Bestehende Verträge und Satzungen müssen angepasst werden. Es gibt keine automatische Erhöhung.

Weitere News zum Thema

  • Ende der Altersteilzeit: keine Alo-Sperrzeit

    [] Nach dem Ende der Altersteilzeit beantragen ältere Arbeitnehmer immer wieder Arbeitslosengeld, um so die Zeit bis zum Eintritt in die Altersrente für besonders langjährig Versicherte zu überbrücken. In solchen Fällen muss die Bundesagentur für Arbeit Arbeitslosengeld gewähren – und zwar ohne dass eine Sperrzeit eintritt. Dies gilt auch dann, wenn die Sperrzeit vor dem 12.9.2017 verhängt wurde. mehr

  • Kurzarbeit: Das müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer jetzt wissen

    [] Das Coronavirus greift um sich und in vielen Firmen heißt das leider auch: Kurzarbeit. Glücklicherweise wurden die Voraussetzungen dafür bereits rückwirkend zum 1. März 2020 vereinfacht. Jetzt wird das Kurzarbeitergeld erhöht und die Hinzuverdienstmöglichkeiten vereinfacht. mehr

  • Altersteilzeit: ohne Arbeitspflicht kein Urlaubsanspruch

    [] Wer mit seinem Arbeitgeber ein Sabbatical vereinbart oder sich in der passiven Phase der Altersteilzeit befindet, hat keinen Urlaubsanspruch, entschied das Bundesarbeitsgericht (BAG). Das mag manchem selbstverständlich erscheinen, doch so klar ist die Sache nicht. Immerhin änderte das BAG damit seine bisherige Rechtsprechung. mehr

  • Aufhebungsvertrag: Sperrzeit selbst wenn Kündigung drohte

    [] Immer wieder unterschreiben Arbeitnehmer einen Aufhebungsvertrag, um einer drohenden Kündigung zu entgehen. Vielfach gehen die Betroffenen davon aus, dass sie – ohne den Makel der Kündigung – bei der Jobsuche bessere Chancen haben. Finden sie dann doch nicht zeitnah eine Anschlussbeschäftigung und müssen Arbeitslosengeld beantragen, so erleben sie eine böse Überraschung, denn die Arbeitsagentur belegt sie mit einer meist 12-wöchigen Sperrzeit, in der es kein Arbeitslosengeld gibt. mehr

  • Angehörigenpflege: Alo-Sperrzeit droht

    [] Ein beispielhaftes Verhalten – das fällt wohl vielen Menschen zum folgenden Fall ein: Eine Tochter gibt ihren Job auf, um ihre knapp 1.000 km entfernt lebende Mutter pflegen zu können. Dennoch wurde die Tochter von der Arbeitsagentur mit einer Sperrzeit beim Arbeitslosengeld belegt. Das Sozialgericht Karlsruhe befand das für korrekt, zeigte in seinem Urteil vom 28.6.2019 allerdings gleichzeitig genau auf, wie die Tochter die Sperre der Versicherungsleistung hätte verhindern können (Az. 11 AL 1152/19, rechtskräftig). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.