Lendenwirbelsyndrom: Krankengymnastik nicht als außergewöhnliche Belastung absetzbar

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Aufwendungen für Krankengymnastik, Gesundheitssport und die Teilnahme an einer "Krankenkasse-Aktivwoche" sind auch bei Patienten mit LWS-Syndrom nicht als außergewöhnliche Belastungen steuerlich absetzbar, entschied das FG Sachsen.

Der Kläger war an einem sogenannten LWS-Syndrom erkrankt und hatte im Rahmen ärztlicher Heilbehandlungen u.a. physiotherapeutische Maßnahmen verordnet bekommen. Daneben verordnete der Arzt verschiedene Rehabilitationssportmaßnahmen, die auch von der Krankenkasse übernommen wurden. Im Anschluss an die Reha-Maßnahmen empfahl der behandelnde Arzt dem Kläger u.a. mit Privatrezept die Teilnahme an einer Rückenschule und Gymnastik 50 plus bei chronischem Lendenwirbelsyndrom sowie die Teilnahme an einer Krankenkasse-Aktivwoche.

Der Kläger machte die Aufwendungen dafür in seiner Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung geltend. Das Finanzamt erkannt die Kosten jedoch nicht an.

Die Finanzrichter bestätigten jetzt die Auffassung des Finanzamts:

Die Aufwendungen für die Ausübung von Sport gehören nach ständiger Rechtsprechung grundsätzlich zu den nichtabziehbaren Kosten der Lebensführung. Eine Ausnahme kommt nur dann in Betracht, wenn der Sport betrieben wird, um eine Krankheit oder ein Gebrechen zu heilen, zu lindern oder zu bessern. Dies ist aber nur der Fall, wenn der Sport nach genauer Einzelverordnung und unter Verantwortung eines Arztes, Heilpraktikers oder einer sonst zur Ausübung der Heilkunde zugelassenen Person betrieben wird. Im Streitfall fehlt hier bereits die genaue Einzelverordnung des behandelnden Arztes. Denn jener empfahl lediglich allgemein die Teilnahme an "Rückenschule und Gymnastik ab 50 plus".

Der Umstand, dass die Sportausübung infolge eines körperlichen Leidens besonders dringlich notwendig oder ratsam ist, um seine Beschwerden zu lindern oder einer Verschlimmerung seines Leidens vorzubeugen, macht die Ausübung des Sports also nicht zu einer Heilbehandlung. Und keine Heilbehandlung bedeutet: keine außergewöhnlichen Belastungen (FG Sachsen, Urteil vom 24.1.2011, Az. 8 K 1403/09).

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