Steuervereinfachung: Was gilt ab 2012 und 2013?

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Noch wird in Berlin über das Steuervereinfachungsgesetz gestritten: Viele Maßnahmen sollen erst 2012 oder 2013 in Kraft treten, FDP und CDU/CSU fordern jedoch, zentrale Entlastungen in das Jahr 2011 vorzuziehen. Lesen Sie hier, was der Gesetzentwurf bisher vorsieht.

  • Abgabe der Steuererklärung nur alle zwei Jahre
    Arbeitnehmer, Rentner und Pensionäre können künftig nur noch alle zwei Jahre eine Steuererklärung abzugeben. Sie dürfen dann die Steuererklärungen für zwei aufeinander folgende Jahre zusammen abgeben.
    Ausnahme: Wenn die Einkünfte aus Vermietung, Kapitalanlage oder sonstige Einkünfte über 13.000 Euro (Einzelveranlagung) bzw. über 26.000 Euro (Zusammenveranlagung) liegen, besteht die Möglichkeit zur Abgabe alle zwei Jahre nicht mehr.
    Für Unternehmer, Freiberufler, Land- und Forstwirte gilt die Regelung nicht.
  • Arbeitnehmer-Pauschbetrag steigt
    Der Werbungskosten-Pauschbetrag für Arbeitnehmer steigt ab 2012 von 920 Euro auf 1.000 Euro. Von dieser Anhebung betroffen sind ausschließlich Steuerzahler, deren Werbungskosten genau zwischen diesen beiden Beträgen liegen. Die Steuerersparnis beträgt maximal rund 40 Euro pro Jahr.
    Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa vom 19.1.2011 soll der Arbeitnehmer-Pauschbetrag schon 2011 steigen, und nicht erst - wie ursprünglich geplant - ab 2012. (Anmerkung der Redaktion, 19.1.2011)
  • Pendlerpauschale: Günstigerprüfung ab 2012 ungünstiger
    Arbeitnehmer dürfen für Fahrten zur Arbeit die Pendlerpauschale abziehen oder die tatsächlichen Kosten für öffentliche Verkehrsmittel – je nachdem, was für sie günstiger ist. Bisher prüfte das Finanzamt für jeden Tag, welche Alternative zum Ansatz kommt. Ab 2012 vergleicht der Fiskus die tatsächlichen Kosten des gesamten Jahres mit der Pendlerpauschale für das ganze Jahr. Unter dem Strich werden betroffene Steuerzahler dadurch weniger Werbungskosten absetzen können.
  • Kapitaleinkünfte haben keinen Einfluss mehr auf Steuervorteile
    Kapitaleinkünfte, von denen bereits die Abgeltungsteuer abgezogen wurde, müssen bisher trotzdem in der Steuererklärung angegeben werden, um bestimmte Steuervorteile berechnen zu können (z.B. beim Abzug von Spenden, bei außergewöhnlichen Belastungen, Unterhalt nach § 33a Abs. 1 S. 5 EStG und dem Ausbildungsfreibetrag). Ab 2012 ist die Angabe der Kapitaleinkünfte in der Steuerklärung in diesen Fällen nicht mehr notwendig.
  • Kindergeld für volljährige Kinder: Einkommensgrenze entfällt
    Bisher entfallen der Kindergeldanspruch und daran anknüpfende Vergünstigungen in voller Höhe, wenn ein volljähriges Kind Einkünfte und Bezüge von mehr als 8004 Euro hat. Ab 2012 wird das Kindergeld einkommensunabhängig gewährt. Geht das Kind jedoch einer Erwerbstätigkeit von mehr als 20 Stunden pro Woche nach, entfällt der Kindergeldanspruch. Dies gilt nach Abschluss einer Berufsausbildung, in einer Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten (zum Beispiel zwischen Abitur und Studium) oder wenn eine Ausbildung mangels Ausbildungsplatzes nicht fortgesetzt werden kann.
  • Kinderbetreuungskosten: Abzug nur noch als Sonderausgaben
    Kinderbetreuungskosten waren bisher entweder als Werbungskosten oder als Sonderausgaben abziehbar – je nach Beschäftigungssituation der Eltern. Ab 2012 erfolgt der Steuerabzug einheitlich im Rahmen der Sonderausgaben. Die Kosten bleiben zu 2/3, maximal 4.000 Euro, abziehbar.
  • Sonderausgaben: Kein Rücktrag von Erstattungsüberhängen
    Werden einem Steuerzahler in einem Jahr mehr Beiträge von der Versicherung zurückerstattet, als er gezahlt hat, ergibt sich ein Erstattungsüberhang. Bisher musste in diesen Fällen der Sonderausgabenabzug in den Steuerbescheiden der Vorjahre korrigiert werden. Dies ist ab 2012 nicht mehr notwendig. Erstattungsüberhänge können innerhalb eines Jahres mit Beiträgen zu anderen Versicherungen verrechnet werden.
  • Spendennachweis bei Naturkatastrophen wird vereinfacht
    An den Nachweis von Spenden an Opfer von Naturkatastrophen werden künftiger geringere Anforderungen gestellt. Bisher war ein vereinfachter Nachweis nur möglich, wenn die Finanzverwaltung eine entsprechende Anweisung veröffentlichte.
  • Weniger Veranlagungsarten ab 2013
    Statt wie bisher sieben wird es ab 2013 nur noch vier Veranlagungsarten geben.
    Einzelveranlagung mit Grundtarif
    Zusammenveranlagung mit Splittingtarif
    Witwensplitting
    Sondersplitting im Trennungsjahr
    Die getrennte Veranlagung wird es nicht mehr geben. Stattdessen können sich Ehepartner für eine Einzelveranlagung im Grundtarif entscheiden. Dabei werden beide nach den Regeln für Ledige behandelt. Gemeinsame Kosten werden entsprechend der wirtschaftlichen Belastung aufgeteilt. Aus Vereinfachungsgründen können die Ehepartner auch eine hälftige Aufteilung der gemeinsamen Kosten wählen.

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