Müssen alle Rentner Steuern zahlen?

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Durch das Alterseinkünftegesetz wurde die Besteuerung von Renten ab 2005 neu geregelt - für alle. Denn parallel zu den Änderungen beim Abzug von Vorsorgeaufwendungen wird im Rahmen einer Übergangsregelung bis zum Jahr 2040 schrittweise zur nachgelagerten Besteuerung von Renten übergegangen. Aber nicht alle Renten sind von diesem Systemwechsel betroffen.

Die allgemeine Antwort auf die Eingangsfrage lautet also: Nicht alle, aber künftig immer mehr!

Ob Sie als Rentner Steuern zahlen müssen, hängt davon ab,

  • wie viel Rente Sie bekommen,
  • wie hoch der steuerpflichtige Anteil Ihrer Rente(n) ist,
  • ob Sie verheiratet sind,
  • wie hoch die weiteren steuerpflichtigen Einkünfte sind und
  • wie hoch die steuerlich abzugsfähigen Ausgaben (Versicherungsbeiträge, Krankheitskosten etc.) sind.

Einkommensteuer müssen Sie nur dann zahlen, wenn Sie mit Ihrem zu versteuernden Einkommen über dem Grundfreibetrag liegen. Dieser beträgt im Jahr 2010 8.004 Euro (Verheiratete: 16.008 Euro).

Die Rentenbezugsmitteilung ist ein Kontrollverfahren. Sie beinhaltet keine automatische Steuerpflicht für Rentner, entbindet aber auch nicht von der Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung. Ob Sie Steuern zahlen bzw. eine Steuererklärung abgeben müssen, entscheidet allein die Höhe Ihrer steuerpflichtigen Einkünfte.

Vor allem für Neurentner steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente, und dadurch erhöht sich auch das zu versteuernde Einkommen. Deshalb müssen in den kommenden Jahren immer mehr Rentner Steuern an das Finanzamt zahlen.

Rente ohne Nebeneinkünfte

Beziehen Sie außer Ihrer gesetzlichen Rente keine weiteren steuerpflichtigen Einkünfte, fällt nur bei hohen Rentenzahlungen Steuer an.

Das Bundesfinanzministerium hat errechnet, dass im Jahr 2005 bis zu einer monatlichen Rente von rund 1.599 Euro (19.193 Euro im Jahr) keine Steuer fällig wird. Bei Verheirateten verdoppeln sich diese Beträge.

Wie kommt das BMF zu diesen Zahlen? Berücksichtigt wurde dabei, dass 50% der gesetzlichen Rente in 2005 steuerpflichtig sind und hiervon ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 Euro abgezogen wird. Zusätzlich wurden steuerlich abzugsfähige Ausgaben berücksichtigt, die immer anfallen. Das sind der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 Euro sowie die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.

Für Neurentner allerdings wird der Rentenbetrag, bis zu dem keine Steuern anfallen, immer geringer. Grund hierfür: Der Besteuerungsanteil steigt für jeden neuen Rentnerjahrgang an. So gilt bei Rentenbeginn in 2009 ein Besteuerungsanteil von 58%. Nach Berechnungen des BMF fällt keine Steuer an, wenn die gesetzliche Rente im Monat nicht höher ist als

  • 1.524 Euro (18.293 Euro im Jahr) bei Rentenbeginn in 2006;
  • 1.464 Euro (17.572 Euro im Jahr) bei Rentenbeginn in 2007;
  • 1.409 Euro (16.906 Euro im Jahr) bei Rentenbeginn in 2008;
  • 1.385 Euro (16.626 Euro im Jahr) bei Rentenbeginn in 2009;
  • 1.353 Euro (16.235 Euro im Jahr) bei Rentenbeginn in 2010.

Bei diesen Werten liegt das zu versteuernde Einkommen nicht über dem Grundfreibetrag und die Rente bleibt somit letztlich steuerfrei. Für verheiratete Rentner verdoppeln sich diese Beträge. Vorausgesetzt, auch der Ehepartner hat keine weiteren steuerpflichtigen Einkünfte. Bezieht er eine gesetzliche Rente, müssen Sie berücksichtigen, dass für diese Rente oft ein anderer Besteuerungsanteil gilt.

Weitere Einkünfte neben der Rente

Erzielen Sie zusätzlich zu Ihrer Rente weitere Einkünfte (zum Beispiel Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Kapitalvermögen oder einer Nebenbeschäftigung), hängt sehr viel davon ab, wie hoch diese Einkünfte sind.

Wie hoch die Steuerbelastung in Ihrem Fall sein wird, muss immer im Einzelfall durchgerechnet werden.

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