Kosten in der Steuererklärung: Wann werden sie auch noch nachträglich anerkannt?

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Wenn Sie vergessen haben, Aufwendungen in der Steuererklärung geltend zu machen, sollten Sie dies innerhalb der einmonatigen Einspruchsfrist nachholen. Denn ist ein Steuerbescheid erst einmal bestandskräftig, gibt es für Sie kaum noch Möglichkeiten, ihn zu Ihren Gunsten ändern zu lassen. Vergessene Aufwendungen werden nicht mehr berücksichtigt.

Zwar steht alles, was Sie absetzen können, im Großen und Ganzen in den Formularen für die Steuererklärung und den amtlichen Anleitungen. Doch nicht jede Abzugsmöglichkeit ist dort tatsächlich zu finden oder nur unter einem anderen Stichwort. Deshalb kommen Sie vielleicht gar nicht auf die Idee, die Kosten in der Steuererklärung anzugeben. Ist das dann Ihre Schuld?

Nein, sagt das Finanzgericht Baden-Württemberg. Trotz bestandskräftigem Steuerbescheid hat es Kosten auch noch nachträglich anerkannt.

In dem entschiedenen Fall ging es um Scheidungskosten. Diese können Sie als außergewöhnliche Belastungen absetzen. Im Mantelbogen findet sich auf der Seite 4 aber kein Hinweis darauf, dass Scheidungskosten abzugsfähig sind. In der Anleitung zum Mantelbogen tauchen die Scheidungskosten nur unter dem Stichwort »Ehescheidungskosten« auf. Und deshalb ist es nicht Ihre Schuld, wenn Sie diese Kosten für nicht abzugsfähig halten (FG Baden-Württemberg vom 19.5.2004, Az. 14 K 265/03).

Unser Steuertipp:
Ist Ihr Steuerbescheid bestandskräftig und erfahren Sie erst jetzt, dass Sie die Kosten hätten absetzen können? Dann prüfen Sie, ob diese Kosten im Formular oder den Anleitungen erwähnt werden. Ist das nicht der Fall, stellen Sie einen Antrag auf Änderung dieses Steuerbescheids und legen Sie dem Finanzamt nachträglich die entsprechenden Belege vor.


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