BFH muss 1%-Methode überprüfen

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Bei der sogenannten Kostendeckelung wirkt sich kein einziger Euro der tatsächlichen Fahrzeugkosten als Betriebsausgabe aus, de facto wird eine Privatnutzung von 100 % unterstellt. Absurd, da die Voraussetzung der 1 %-Methode gerade eine Privatnutzung von höchstens 50% ist.

Die pauschale 1%-Methode zur Ermittlung der privaten Kfz-Nutzung darf nur bei einem Pkw angewendet werden, der zu über 50% betrieblich genutzt wird und damit zum notwendigen Betriebsvermögen gehört. Bei alten, bereits abgeschriebenen Fahrzeugen kann es jedoch vorkommen, dass der pauschal ermittelte Nutzungswert höher ist als die tatsächlichen Kosten.

Die Finanzverwaltung erlaubt in diesem Fall großmütig, den zu versteuernden Nutzungswert auf die Höhe der Kosten zu begrenzen (sogenannte Kostendeckelung). Das bedeutet aber, dass sich von den tatsächlichen Fahrzeugkosten kein einziger Euro als Betriebsausgabe auswirkt, de facto also eine Privatnutzung von 100% unterstellt wird - ein absurdes Ergebnis, da ja Voraussetzung für die 1%-Methode gerade eine Privatnutzung von höchstens 50% ist.

Ein Selbstständiger wollte diese Überbesteuerung nicht akzeptieren und klagte gegen die seiner Ansicht nach unlogische Regelung.

Begründung: Der Privatanteil dürfe höchstens 50% der tatsächlichen Kosten ausmachen. Beim Finanzgericht München blitzte er mit seiner unseres Erachtens überzeugenden Argumentation jedoch ab.

Die Richter meinten, für eine Begrenzung des Privatanteils auf 50% fehle es an einer gesetzlichen Grundlage. Da der Steuerpflichtige ja auf die Fahrtenbuchmethode ausweichen könne, wenn ihm das Ergebnis nicht passe, sei die pauschale Nutzungsbewertung auch verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. Nun liegt der Fall beim BFH (Az. des BFH: X R 28/15).

Wir haben leider wenig Hoffnung, dass der BFH anders entscheidet als die Vorinstanz. Vorsichtshalber sollten Sie aber als Betroffener im Fall der Kostendeckelung Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid einlegen und mit Hinweis auf das beim BFH anhängige Verfahren Ihren Fall offenhalten.

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