Verspätungszuschlag

Wird eine Steuererklärung verspätet abgegeben, kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag festsetzen. Von der Festsetzung eines Verspätungszuschlages ist abzusehen, wenn die Versäumnis entschuldbar erscheint. Das Verschulden eines gesetzlichen Vertreters oder eines Erfüllungsgehilfen steht dem eigenen Verschulden gleich. Eine entschuldbare Verspätung liegt zum Beispiel bei Krankheit oder noch fehlenden Belegen (z.B. Heizkostenabrechnung) vor.

Der Verspätungszuschlag darf 10 Prozent der festgesetzten Steuer oder des festgesetzten Messetages nicht übersteigen und höchstens 25.000,00 € betragen. Bei der Bemessung des Verspätungszuschlages sind neben seinem Zweck, den Steuerpflichtigen zur rechtzeitigen Abgabe der Steuererklärung anzuhalten, die Dauer der Fristüberschreitung, die Höhe des sich aus der Steuerfestsetzung ergebenden Zahlungsanspruches, die aus der verspäteten Abgabe der Steuererklärung gezogenen Vorteile, sowie das Verschulden und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen zu berücksichtigen. Der Verspätungszuschlag ist regelmäßig mit der Steuer oder dem Steuermessbetrag festzusetzen.

Wird die Steuerklärung verspätet abgegeben, sollte für die Verspätung ein hinreichender Grund genannt werden. So könnte zum Beispiel auf fehlende Belege verwiesen werden. Beträgt die Steuererstattung an das Finanzamt oder an den Steuerpflichtigen 0,00 €, darf kein Verspätungszuschlag festgesetzt werden.

Gesetze und Urteile (Quellen)

BFH 19.6.2002 - X R 83/98

BFH 26.9.2001 - IV R 29/00

§ 152 AO