Jahressteuergesetz 2026: Das ändert sich für Steuerzahler
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Mehr Digitalisierung, neue Regeln für Kindergeld und Kinderfreibeträge, höhere Steuerzinsen und erstmals eine ausdrückliche Rechtsgrundlage für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Steuerverwaltung: Das Jahressteuergesetz 2026 (JStG 2026) enthält einige interessante Änderungen.
Zusammenfassung
Das Jahressteuergesetz 2026 bringt viele Einzelmaßnahmen. Steuerzinsen steigen ab 2027. Die Lohnsteuerbescheinigung wird digital. KI-Systeme dürfen im Finanzamt eingesetzt werden. Kindergeld und Freibeträge werden angepasst. Plattformbetreiber müssen mehr Daten melden. Eltern mit Kindern im Ausland profitieren. Die Steuererklärung wird einfacher und digitaler.
Inhalt
Jahressteuergesetz 2026: Das steht drin
Beim Jahressteuergesetz 2026 geht es nicht um eine große Steuerreform, sondern um viele Einzelmaßnahmen. Einige davon sollen das Steuerverfahren vereinfachen und die Kommunikation mit dem Finanzamt weiter digitalisieren. Andere führen zu spürbaren finanziellen Auswirkungen, etwa durch höhere Zinsen bei Steuernachzahlungen und Steuererstattungen ab 2027. Auch Familien können von den geplanten Neuregelungen profitieren, zum Beispiel durch Änderungen bei Kinderfreibeträgen und beim Kindergeld.
Darüber hinaus will der Gesetzgeber den Datenaustausch bei Online-Plattformen ausweiten und den Einsatz von KI-Systemen in der Finanzverwaltung gesetzlich absichern. Viele Maßnahmen sollen bereits mit Inkrafttreten des Gesetzes gelten, andere treten erst 2027 oder 2028 in Kraft.
Auch interessant: Reformpaket – Diese Steueränderungen sollen kommen
Die Bundesregierung hat am 2. Juli 2026 die Ergebnisse des Koalitionsausschusses vorgestellt und 34 Maßnahmen für ein umfassendes Reformpaket beschrieben. Dabei sollen auch die 33 Vorschläge der Rentenkommission umgesetzt werden. Wir schauen, was sich in Sachen Steuern ändern soll. Weiterlesen
Welche Änderungen vor allem für Privatpersonen besonders wichtig sind und welche Folgen sie im Alltag haben können, zeigt der folgende Überblick. Zusätzlich geben wir an, wo die Änderung im Referentenentwurf des Jahressteuergesetzes 2026 (PDF) nachgelesen werden kann.
Jahressteuergesetz 2026: Wichtige Änderungen im Überblick
Am 12.8.2026 hat das Bundeskabinett den Entwurf beschlossen. Nach der parlamentarischen Sommerpause sollen die Beratungen beginnen, also voraussichtlich im September 2026.
Höhere Nachzahlungs- und Erstattungszinsen ab 2027
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Was ändert sich? Der Zinssatz für die Verzinsung nach § 233a AO wird ab dem 1. Januar 2027 von bisher 0,15% pro Monat (1,8% pro Jahr) auf 0,3% pro Monat (3,6% pro Jahr) angehoben. Hintergrund ist das gestiegene Marktzinsniveau.
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Warum ist das wichtig? Wer nach einer Steuerprüfung oder einer verspäteten Veranlagung Steuern nachzahlen muss, zahlt künftig deutlich höhere Zinsen. Umgekehrt werden auch Steuererstattungen höher verzinst.
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Nachlesen: PDF-Seiten 31 und 139.
Verspätungszuschläge bei verspäteter Steuererklärung
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Was ändert sich? Bei mehreren Erklärungspflichtigen, insbesondere bei zusammen veranlagten Ehegatten, soll der Verspätungszuschlag künftig gegen alle Erklärungspflichtigen festgesetzt werden können. Sie haften als Gesamtschuldner. Außerdem werden die Regelungen stärker auf automatisierte Verfahren ausgerichtet.
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Warum ist das wichtig? Die Festsetzung von Verspätungszuschlägen wird vereinfacht und technisch leichter automatisierbar.
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Nachlesen: PDF-Seiten 31 sowie 137 bis 138.
Änderungen bei der Lohnsteuerbescheinigung
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Was ändert sich? Die bisherige Papier-Lohnsteuerbescheinigung wird abgeschafft. Arbeitgeber können selbst entscheiden, in welcher Form sie Arbeitnehmer über die übermittelten Daten informieren. Außerdem werden zusätzliche Angaben elektronisch gemeldet.
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Warum ist das wichtig? Die Finanzverwaltung erhält mehr Daten direkt elektronisch. Das kann die Bearbeitung der Steuererklärung beschleunigen und Rückfragen reduzieren.
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Nachlesen: PDF-Seiten 13 bis 15 sowie 103 bis 106.
Verbesserungen beim Lohnsteuerabzug für freiwillig gesetzlich Versicherte
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Was ändert sich? Für freiwillig gesetzlich kranken- und pflegeversicherte Arbeitnehmer soll der tatsächliche Vorsorgeaufwand künftig besser bereits beim monatlichen Lohnsteuerabzug berücksichtigt werden.
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Warum ist das wichtig? Die bisher oft zu niedrige Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen kann reduziert werden. Dadurch werden spätere Steuererstattungen oder Nachzahlungen besser vermieden.
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Nachlesen: PDF-Seiten 12 sowie 100 bis 104.
Künstliche Intelligenz in der Steuerverwaltung
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Was ändert sich? Die Finanzbehörden erhalten eine ausdrückliche gesetzliche Grundlage, personenbezogene Daten auch für die Entwicklung, Prüfung und den Betrieb von KI-Systemen zu verwenden, wenn eine Anonymisierung nicht zumutbar ist. Die Datenverarbeitung muss nach Abschluss des jeweiligen Projekts beendet werden. Die Entscheidungshoheit verbleibt laut Gesetz beim menschlichen Bearbeiter.
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Warum ist das wichtig? KI soll stärker bei der Bearbeitung steuerlicher Verfahren eingesetzt werden. Gleichzeitig enthält der Entwurf Vorgaben zum Datenschutz und zur Löschung der Daten.
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Nachlesen: PDF-Seiten 28 bis 29 sowie 128 bis 130.
auch interessant:
Mehr Digitalisierung im Kontakt mit dem Finanzamt
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Was ändert sich? Der Entwurf erweitert die Möglichkeiten elektronischer Bekanntgaben und elektronischer Kommunikation mit der Finanzverwaltung.
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Nachlesen: PDF-Seiten 30 sowie 133 bis 135.
Kinderfreibetrag und Ausbildungsfreibetrag bei Auslandswohnsitz
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Was ändert sich? Die bisher mögliche Kürzung von Kinderfreibeträgen und Ausbildungsfreibeträgen aufgrund des Wohnsitzstaates eines Kindes innerhalb der EU bzw. des EWR entfällt. Die Freibeträge sollen künftig ungekürzt gewährt werden.
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Warum ist das wichtig? Eltern mit Kindern im europäischen Ausland werden steuerlich besser gestellt und müssen keine länderabhängigen Kürzungen mehr hinnehmen.
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Nachlesen: PDF-Seiten 7 und 90.
Kindergeld für EU-, EWR- und Schweizer Staatsangehörige
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Was ändert sich? Der Kindergeldanspruch wird künftig stärker an die Freizügigkeitsberechtigung geknüpft. Die bisherige Anforderung, in den ersten drei Monaten des Aufenthalts bestimmte inländische Einkünfte zu erzielen, soll entfallen.
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Warum ist das wichtig? Das Gesetz wird an europarechtliche Vorgaben angepasst. Betroffene Familien können leichter Kindergeld erhalten.
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Nachlesen: PDF-Seiten 10 bis 11 sowie 96 bis 98.
Weniger Bürokratie für Versicherte der Künstlersozialkasse
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Was ändert sich? Altersvorsorgeaufwendungen sollen künftig elektronisch übermittelt werden. Versicherte müssen diese Beiträge dann nicht mehr selbst in der Einkommensteuererklärung eintragen.
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Warum ist das wichtig? Die Steuererklärung wird einfacher, und Fehler durch fehlende Eintragungen werden vermieden.
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Nachlesen: PDF-Seiten 5, 63 bis 64 sowie 86 bis 90.
Plattformen-Steuertransparenzgesetz wird erweitert
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Was ändert sich? Die Melde- und Sorgfaltspflichten für Plattformbetreiber werden ausgeweitet. Künftig sollen die erhobenen Daten auch mit bestimmten Drittstaaten außerhalb der EU ausgetauscht werden können.
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Warum ist das wichtig? Private Verkäufer und Vermieter auf Plattformen wie Online-Marktplätzen oder Vermietungsplattformen müssen damit rechnen, dass steuerlich relevante Informationen grenzüberschreitend stärker ausgetauscht werden.
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Nachlesen: PDF-Seiten 41 bis 45 sowie 146 bis 148.
(MB)
(Bild im Titel: Detlev-Rohwedder-Haus, Hauptsitz des Bundesministeriums der Finanzen; Quelle: BMF/Hendel)