Rentenerhöhung: Wann Rentner eine Steuererklärung abgeben müssen

 - 

Plus 3,37 Prozent im Osten, plus 3,22 Prozent im Westen: So hoch wird die Rentenerhöhung 2018 ausfallen. Für viele Rentner heißt das: Es wird wieder Zeit, eine Steuererklärung einzureichen!

Voraussichtlich 4,4 Millionen Rentner werden 2018 steuerpflichtig sein, das sind 54.000 mehr als 2017. Zum Glück heißt steuerpflichtig nicht zwangsläufig, dass auch Steuern gezahlt werden müssen – denn auch Rentner haben Ausgaben, die die Steuerlast mindern.

Ob ein Rentner tatsächlich Steuern zahlen muss, hängt davon ab,

  • wie viel Rente er bekommt,

  • wie hoch der steuerpflichtige Anteil der Rente(n) ist,

  • ob er verheiratet ist,

  • wie hoch die weiteren steuerpflichtigen Einkünfte sind und

  • wie hoch die steuerlich abzugsfähigen Ausgaben (Versicherungsbeiträge, Krankheitskosten etc.) sind.

Maßgeblich für die Besteuerung ist der Bruttobetrag der Rente, nicht der Zahlbetrag nach Abzug der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Damit nicht in jedem Jahr eine neue komplexe Berechnung durchgeführt werden muss, wird für jeden Rentner zu Beginn seiner Rente aus dem anfänglichen Einkommen und dem aktuellen Prozentsatz ein Freibetrag errechnet, der dann das ganze Leben über gilt.

Einkommensteuer müssen natürlich auch Rentner nur dann zahlen, wenn sie mit ihrem zu versteuernden Einkommen über dem Grundfreibetrag liegen. Dieser beträgt für 2018 9.000 Euro für Ledige bzw. 18.000 Euro für Verheiratete (2017: 8.820 Euro bzw. 17.640 Euro).

Ob Sie eine Steuererklärung abgeben müssen, hängt von der Höhe Ihrer steuerpflichtigen Einkünfte insgesamt ab – dazu gehören nicht nur Renteneinkünfte aus der gesetzlichen Rente, sondern auch weitere Einnahmen wie zum Beispiel Mieteinnahmen oder Betriebsrenten.

Besteuerung von Renten – kostenloser Steuerrechner für Rentner!

Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen bei Rentnern

Kosten im Zusammenhang mit Renten sind zwar eher die Ausnahme, trotzdem kann es lohnenswert sein, die Werbungskosten einzeln nachzuweisen. Denn der Werbungskosten-Pauschbetrag von nur 102 Euro ist schnell überschritten. Abziehbar sind zum Beispiel

  • Gewerkschaftsbeiträge, die Rentner entrichten,

  • Steuerberatungskosten,

  • Schuldzinsen für einen Kredit, der aufgenommen wurde, um freiwillige Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung nachzuentrichten,

  • Kosten im Zusammenhang mit der Beantragung einer Rente sowie in diesem Zusammenhang evtl. entstandene Rechtsberatungs- und Prozesskosten; etwa wenn vor Gericht mit der Versicherungsgesellschaft um die Gewährung einer Berufsunfähigkeitsrente gestritten wird. Das gilt auch, wenn der Rechtsstreit erfolglos blieb und es somit letztlich nicht zur Auszahlung der Berufsunfähigkeitsrente kommt,

  • Kosten für einen Renten- bzw. Versicherungsberater, die im Zusammenhang mit Ansprüchen aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder aus privaten Rentenversicherungen stehen,

  • pauschale Kontoführungsgebühr von 16 Euro im Jahr.

Wichtig: Auch wenn die Rente nur mit dem Besteuerungsanteil bzw. Ertragsanteil versteuert wird, dürfen die Werbungskosten in voller Höhe abgesetzt werden!

Die meisten Rentner können zudem Sonderausgaben abziehen (z.B. Spenden, Versicherungsbeiträge usw.) und häufig liegen auch noch außergewöhnliche Belastungen vor (z.B. Krankheitskosten oder Behinderten-Pauschbeträge), die das steuerpflichtige Einkommen weiter mindern. So rutschen Sie vielleicht doch noch unter den Grundfreibetrag und müssen überhaupt keine Steuer mehr zahlen.

Mit der SteuerSparErklärung für Rentner erstellen Sie nicht nur Ihre Steuererklärung im Handumdrehen, sondern Sie bekommen auch noch viele weitere hilfreiche Steuertipps speziell für Rentner und Pensionäre.

Weitere News zum Thema

  • Grundrente bei Einkommen unter 1.250 Euro

    [] Für die am 10.11.2019 verabschiedete Grundrente müssen Daten zwischen den Finanzämtern und der Deutschen Rentenversicherung ausgetauscht werden. Die neue Grundrente hilft Menschen, die 35 Jahre rentenversicherungspflichtig gearbeitet, Kinder erzogen und Angehörige gepflegt haben und dennoch weniger als 1.250 Euro Alterseinkommen erzielen. mehr

  • Versorgungsehe oder nicht?

    [] Kurzwährende Ehe: Selbst wenn der Ehepartner nach wenigen Monaten stirbt, muss es sich nicht unbedingt um eine Versorgungsehe handeln. mehr

  • Rentenabschlag bei unfallbedingter Erwerbsminderungsrente?

    [] Wer Pech hat, dem kann dies passieren: Ein unverschuldeter Verkehrsunfall führt zu einer erheblichen Minderung der Erwerbsfähigkeit und man ist auf die Erwerbsminderungsrente der gesetzlichen Rentenversicherung angewiesen. Die EM-Rente wird dann wegen des frühzeitigen Renteneintritts gekürzt um einen Rentenabschlag von 10,8 % gezahlt. mehr

  • Altersvorsorge-Freibetrag bei Grundsicherung im Alter: DRV weist freiwilligen Teil der Rente aus

    [] Für Einkünfte aus einer zusätzlichen Altersvorsorge gilt bei der Grundsicherung im Alter ein Freibetrag von mindestens 100,– € und höchstens 212,– € im Monat. Der Freibetrag gilt auch für den Teil der gesetzlichen Rente, der auf freiwilligen Beiträgen beruht. Eine Bescheinigung über diesen Anteil erstellt die gesetzliche Rentenversicherung – allerdings nur auf eine entsprechende Anfrage des Sozialamts. mehr

  • Betriebsrente erst nach vierjähriger Ehe?

    [] Immer wieder entscheidet das Bundesarbeitsgericht (BAG) über Ausschlussklauseln in betrieblichen Versorgungswerken. Häufig geht es dabei um Regelungen zur Hinterbliebenenrente. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.