Steuererklärung für Rentner

Wann müssen Rentner eine Steuererklärung abgeben?

Einkünfte, Nebenjob, Einkommensgrenzen, Altersentlastungsbetrag und die Frage, wann Sie tatsächlich Steuern zahlen müssen

Mit jeder Rentenerhöhung werden mehr Ruheständler steuerpflichtig. Sie auch? Zum Glück heißt steuerpflichtig nicht zwangsläufig, dass Sie tatsächlich Steuern zahlen müssen! Denn auch (und gerade!) als Rentner haben Sie Kosten, die Sie von Ihren Einnahmen abziehen dürfen.

  • Haben Sie noch andere Einnahmen als Ihre Rente?
    Vermietung, Kapitaleinnahmen, Selbstständigkeit, Einkünfte auf Lohnsteuerkarte

  • Nebeneinkünfte und Altersentlastungsbetrag
    Berechnung der 410-Euro-Grenze, Härteausgleich, welche Einkünfte sind betroffen

  • Wann müssen Rentner tatsächlich Steuern zahlen?
    Rentenhöhe, Besteuerungsanteil, Werbungskosten

  • Hintergrund: Änderungen ab 2005 durch das Alterseinkünftegesetz
    Übergang zur nachgelagerten Besteuerung

Mit der SteuerSparErklärung für Rentner erstellen Sie nicht nur Ihre Steuererklärung im Handumdrehen, sondern Sie bekommen auch noch viele weitere hilfreiche Steuertipps speziell für Rentner und Pensionäre.

Haben Sie noch andere Einnahmen als Ihre Rente?

Vermietung, Kapitaleinnahmen, Selbstständigkeit, Einkünfte auf Lohnsteuerkarte

Beziehen Sie oder Ihr Ehepartner eine Rente, regeln § 25 Abs. 3 EStG i.V.m. § 56 EStDV, ob Sie eine Steuererklärung abgeben müssen. Diese Vorschriften betreffen Sie auch, wenn Sie neben der Rente eventuell noch folgende Einkünfte haben:

  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung,

  • Einkünfte aus selbstständiger oder gewerblicher Tätigkeit,

  • nicht der Abgeltungsteuer unterliegende Kapitaleinkünfte,

  • pauschal versteuerter oder steuerfreier Arbeitslohn.

Maßgebend für die Abgabepflicht ist der Gesamtbetrag der Einkünfte.

Abgabepflicht für Rentner ohne Arbeitslohn und Versorgungsbezüge

Alleinstehende müssen eine Steuererklärung abgeben

  • für 2018, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte im Jahr mehr als 9.000 € beträgt;

  • für 2017, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte im Jahr mehr als 8.820 € beträgt;

  • für 2016, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte im Jahr mehr als 8.652 € beträgt;

  • für 2015, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte im Jahr mehr als 8.472 € beträgt;

  • für 2014, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte im Jahr mehr als 8.354 € beträgt.

Verheiratete müssen eine Steuererklärung abgeben

  • für 2018, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte im Jahr mehr als 18.000 € beträgt;

  • für 2017, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte im Jahr mehr als 17.640 € beträgt;

  • für 2016, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte im Jahr mehr als 17.304 € beträgt;

  • für 2015, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte im Jahr mehr als 16.944 € beträgt;

  • für 2014, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte im Jahr mehr als 16.708 € beträgt.

Da Renten nicht in voller Höhe steuerpflichtig sind, bleiben viele Rentner ohne weitere Einkünfte mit ihren steuerpflichtigen Einkünften unter dieser Grenze, wo keine Steuer anfällt und deshalb keine Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung besteht.

Nicht immer fällt tatsächlich Einkommensteuer an!

Aber selbst wenn Ihr Gesamtbetrag der Einkünfte die Grenze übersteigt, ist damit noch nicht gesagt, dass auch tatsächlich Einkommensteuer zu zahlen ist. Denn die meisten Rentner können Sonderausgaben abziehen (z.B. Spenden, Versicherungsbeiträge usw.) und häufig liegen auch noch außergewöhnliche Belastungen vor (z.B. Krankheitskosten oder Behinderten-Pauschbetrag), die das steuerpflichtige Einkommen weiter mindern. Deshalb müssen viele Rentner überhaupt keine Steuer mehr zahlen, weil ihr zu versteuerndes Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt.

Mit Einkünften auf Lohnsteuerkarte

Für Rentner, die neben ihrer Rente auch noch Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit beziehen, bestimmt sich die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung wie bei Arbeitnehmern nach § 46 EStG. Betroffen sind Rentner, die zu diesem Personenkreis gehören:

  • sie beziehen eine Rente, daneben auch noch Versorgungsbezüge;

  • ein Ehepartner bezieht Versorgungsbezüge, der andere eine Rente;

  • ein Ehepartner ist bereits Rentner, der andere arbeitet noch;

  • sie sind Rentner, beziehen aber zusätzlich Arbeitslohn.

Nebeneinkünfte, die nicht höher sind als 410 Euro, bleiben steuerfrei – egal wie hoch das zu versteuernde Einkommen ist. Nebeneinkünfte zwischen 410 Euro und 820 Euro werden ermäßigt besteuert.

Mit der SteuerSparErklärung für Rentner erstellen Sie nicht nur Ihre Steuererklärung im Handumdrehen, sondern Sie bekommen auch noch viele weitere hilfreiche Steuertipps speziell für Rentner und Pensionäre.

Nebeneinkünfte und Altersentlastungsbetrag

Berechnung der 410-Euro-Grenze, Härteausgleich, welche Einkünfte sind betroffen

Bei der 410-Euro-Grenze (siehe oben: Rentner mit Einkünften auf Lohnsteuerkarte) gelten für Rentner die gleichen Vorschriften wie für Arbeitnehmer. Eine Besonderheit gibt es jedoch im Zusammenhang mit dem Altersentlastungsbetrag.

Bei der Prüfung, ob Sie mit Ihren Nebeneinkünften unter der 410-Euro-Grenze liegen, wird der auf die Nebeneinkünfte entfallende Teil des Altersentlastungsbetrags abgezogen. Denn Nebeneinkünfte, die nach Abzug des Altersentlastungsbetrags unter 410 Euro liegen, sollen von vornherein nicht besteuert werden und auch zu keiner Veranlagungspflicht führen. Der nach dieser Saldierung verbleibende Betrag ist gleichzeitig der Betrag, der als Härteausgleich vom Einkommen abgezogen wird, also steuerfrei bleibt. Am Altersentlastungsbetrag selbst ändert sich dadurch nichts.

Hiervon nicht betroffen sind Sie, wenn Ihnen der Altersentlastungsbetrag gar nicht zusteht, da Sie zu Beginn des Jahres noch nicht das 64. Lebensjahr vollendet haben, oder wenn ihre Nebeneinkünfte ausschließlich aus Renten bestehen. Denn für Renten gibt es keinen Altersentlastungsbetrag.

Bestehen Ihre Nebeneinkünfte nicht (nur) aus Renten, so können sie auch durch den Altersentlastungsbetrag begünstigt sein. Das gilt für Einkünfte aus Kapitalvermögen, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sowie Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit. Suchen Sie aus den folgenden drei Varianten die auf Sie zutreffende heraus, und die Berechnung der 410-Euro-Grenze ist ganz einfach:

  • Sie beziehen keinen Arbeitslohn aus einer aktiven Beschäftigung: In diesem Fall entspricht der auf die Nebeneinkünfte entfallende Altersentlastungsbetrag dem vollen Altersentlastungsbetrag, da dieser ausschließlich für die begünstigten Nebeneinkünfte gewährt wird.

  • Ihr Arbeitslohn aus einer aktiven Beschäftigung liegt über 4.747 Euro: In diesem Fall wird der Altersentlastungsbetrag bereits durch den Arbeitslohn ausgeschöpft. Auf die Nebeneinkünfte entfällt somit überhaupt kein Altersentlastungsbetrag, da man immer davon ausgeht, dass dieser zunächst vom Arbeitslohn berechnet wird. Sie können daher bei Ermittlung der 410-Euro-Grenze den Altersentlastungsbetrag völlig weglassen.

  • Ihr Arbeitslohn aus einer aktiven Beschäftigung liegt unter 4.748 Euro: In diesem Fall muss ermittelt werden, welcher Teil des Altersentlastungsbetrags auf den Lohn und welcher auf die Nebeneinkünfte entfällt. Der auf die Nebeneinkünfte entfallende Teil des Altersentlastungsbetrags ist die Differenz zwischen 40 % des Arbeitslohns und dem gesamten Altersentlastungsbetrag.

Das Finanzamt berücksichtigt den Altersentlastungsbetrag aufgrund Ihres Geburtsdatums von sich aus. Sie brauchen ihn also in der Steuererklärung nicht extra beantragen.

Wann müssen Rentner tatsächlich Steuern zahlen?

Rentenhöhe, Besteuerungsanteil, Werbungskosten

Vor allem für Neurentner steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente und dadurch erhöht sich auch das zu versteuernde Einkommen. Deshalb müssen in den kommenden Jahren immer mehr Rentner Steuern zahlen.

Ob ein Rentner tatsächlich Steuern zahlen muss, hängt davon ab,

  • wie viel Rente er bekommt,

  • wie hoch der steuerpflichtige Anteil der Rente(n) ist,

  • ob er verheiratet ist,

  • wie hoch die weiteren steuerpflichtigen Einkünfte sind und

  • wie hoch die steuerlich abzugsfähigen Ausgaben (Versicherungsbeiträge, Krankheitskosten etc.) sind.

Einkommensteuer müssen natürlich auch Rentner nur dann zahlen, wenn sie mit ihrem zu versteuernden Einkommen über dem Grundfreibetrag liegen. Dieser beträgt für 2016 8.652 Euro für Ledige bzw. 17.304 Euro für Verheiratete.

Rente und Werbungskosten

Rentenbezieher machen ihre Werbungskosten nach dem gleichen Prinzip wie bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit geltend: Sie können ihre Werbungskosten nachweisen, erhalten aber auf jeden Fall einen Pauschbetrag (102 Euro pro Jahr).

Kosten im Zusammenhang mit Renten sind zwar eher die Ausnahme, trotzdem kann es lohnenswert sein, die Werbungskosten einzeln nachzuweisen. Denn der Werbungskosten-Pauschbetrag von nur 102 Euro ist schnell überschritten.

Was aber sind das für Kosten, die Sie bei den Renteneinkünften steuermindernd geltend machen können?

Unter Werbungskosten versteht man alle Aufwendungen zum Erwerb, zur Sicherung und Erhaltung Ihrer Renteneinnahmen. Dazu zählen im Wesentlichen:

  • Gewerkschaftsbeiträge, die Rentner entrichten;

  • Steuerberatungskosten;

  • Schuldzinsen für einen Kredit, der aufgenommen wurde, um freiwillige Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung nachzuentrichten;

  • Kosten im Zusammenhang mit der Beantragung einer Rente sowie in diesem Zusammenhang evtl. entstandene Rechtsberatungs- und Prozesskosten; etwa wenn vor Gericht mit der Versicherungsgesellschaft um die Gewährung einer Berufsunfähigkeitsrente gestritten wird. Das gilt auch, wenn der Rechtsstreit erfolglos blieb und es somit letztlich nicht zur Auszahlung der Berufsunfähigkeitsrente kommt;

  • Kosten für einen Renten- bzw. Versicherungsberater, die im Zusammenhang mit Ansprüchen aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder aus privaten Rentenversicherungen stehen;

  • pauschale Kontoführungsgebühr von 16 Euro im Jahr.

Wichtig: Auch wenn die Rente nur mit dem Besteuerungs- bzw. Ertragsanteil versteuert wird, können die Werbungskosten in voller Höhe abgesetzt werden.

Werden zusätzlich zur Rente weitere Einkünfte erzielt (zum Beispiel Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, einer Betriebsrente oder einer Nebenbeschäftigung), hängt sehr viel davon ab, wie hoch diese Einkünfte sind und wie hoch der steuerpflichtige Anteil der Rente(n) ist.

Hintergrund: Änderungen ab 2005 durch das Alterseinkünftegesetz

Übergang zur nachgelagerten Besteuerung

Seit 2005 hat sich die Besteuerung von Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung grundlegend geändert. Betroffen sind alle Rentenzahlungen – auch Renten, die bereits vor dem 1.1.2005 begonnen haben (sog. Bestandsrenten).

So läuft der schrittweise Übergang zur nachgelagerten Besteuerung ab:

  • Alle Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden seit 2005 steuerlich gleich behandelt. Es wird nicht mehr danach unterschieden, ob es sich um eine lebenslange Leibrente (z.B. die Altersrente) oder um eine abgekürzte Leibrente (z.B. die Erwerbsminderungsrente) handelt.

  • Maßgebend ist nicht mehr der Ertragsanteil, sondern der Besteuerungsanteil bei Rentenbeginn. Der andere steuerfreie Teil der Jahresrente wird als Rentenfreibetrag vom Finanzamt festgeschrieben und gilt in dieser Höhe für die gesamte Laufzeit der Rente.

  • Für in 2005 bereits bestehende Renten (Bestandsrenten) beträgt der Besteuerungsanteil 50 %. Erhöhungsbeträge aus regelmäßigen Rentenanpassungen nach 2005 sind aber in voller Höhe steuerpflichtig.

  • Für Renten, die ab 2006 beginnen, steigt der Besteuerungsanteil – je nach Jahr des Rentenbeginns (Rentnerjahrgang) – bis zum Jahr 2020 schrittweise um zwei Prozentpunkte jährlich auf 80 % und danach um einen Prozentpunkt jährlich auf 100 % ab dem Jahr 2040. Erhöhungsbeträge aus regelmäßigen Rentenanpassungen in den Folgejahren sind aber in voller Höhe steuerpflichtig.

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Steuerlexikon: Fachbegriffe einfach erklärt

In Büchern, auf Formularen und nicht zuletzt im Steuerbescheid begegnen Ihnen eine Menge Fachbegriffe. Hier erklären wir die wichtigsten.

Altersentlastungsbetrag

Renten sind durch die Besteuerung mit dem Besteuerungsanteil und Pensionen durch den Versorgungsfreibetrag begünstigt – und auch für die übrigen Alterseinkünfte gibt es eine steuerliche Vergünstigung: Der Altersentlastungsbetrag gemäß § 24a EStG begünstigt alle Alterseinkünfte mit Ausnahme von Renten und Pensionen.

Den Altersentlastungsbetrag erhält, wer bereits vor Beginn des Kalenderjahres sein 64. Lebensjahr vollendet hat.

Der Altersentlastungsbetrag wird von der Summe der Einkünfte abgezogen – erst nach Abzug des Altersentlastungsbetrags ergibt sich also der Gesamtbetrag der Einkünfte.

Anhängiges Verfahren

Anhängig ist ein Verfahren, in dem Klage erhoben worden, aber noch kein Urteil ergangen ist.

Ist ein Verfahren vor dem Bundesfinanzhof anhängig, können Sie sich in Ihrem Einspruch gegen einen Steuerbescheid auf dieses Verfahren berufen. Das Finanzamt bearbeitet Ihren Steuerbescheid in diesem Punkt nicht, sondern lässt den Einspruch ruhen, bis der Bundesfinanzhof entschieden hat (Verfahrensruhe oder Ruhen des Verfahrens).

Ist ein Verfahren nur vor einem Finanzgericht anhängig, können Sie sich in einem Einspruch zwar auch auf dieses Verfahren berufen, haben aber keinen Anspruch auf Ruhen des Verfahrens.

Aufhebung und Änderung von Steuerbescheiden

Ein Steuerbescheid kann aufgehoben oder geändert werden, wenn er unter dem Vorbehalt der Nachprüfung steht oder wenn er vorläufig ergangen ist. Die Änderung bzw. Aufhebung ist bis zum Ablauf der Festsetzungsverjährung möglich.

Auch bei einer offenbaren Unrichtigkeit können Steuerbescheide innerhalb der Festsetzungsverjährung geändert werden. Zu den offenbaren Unrichtigkeiten gehören Schreib- oder Rechenfehler.

Liegen die vorgenannten Fälle nicht vor, kann der Steuerpflichtige innerhalb der Einspruchsfrist (ein Monat) den Steuerbescheid anfechten. Hierbei kann eine Änderung des Bescheids zu Gunsten (aber auch zu Ungunsten!) des Steuerpflichtigen erfolgen.

Außergewöhnliche Belastung

Normalerweise bleiben private Ausgaben steuerlich unberücksichtigt. Besondere Situationen können aber zu außergewöhnlichen Belastungen führen, und die dürfen Sie dann doch steuermindernd berücksichtigen. Es müssen jedoch strenge Voraussetzungen erfüllt sein.

Der Gesetzgeber unterscheidet:

  • außergewöhnliche Belastungen besonderer Art. Das sind Fälle, die ausdrücklich im Einkommensteuergesetz definiert sind;

  • außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art, die nicht im Gesetz genannt sind und einzeln nachgewiesen werden müssen.

Von der Summe Ihrer gesamten außergewöhnlichen Belastungen allgemeiner Art, die Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen, zieht das Finanzamt automatisch die sogenannte zumutbare Belastung ab. In Höhe dieses Betrags müssen Sie Ihre außergewöhnlichen Belastungen immer alleine tragen.

Behinderten-Pauschbetrag

Behinderte Menschen können statt außergewöhnlicher Belastungen einen Behinderten-Pauschbetrag geltend machen. Dieser sollte genutzt werden, wenn die Aufwendungen per Einzelnachweis geringer sind als der jeweilige Pauschbetrag.

Welcher Pauschbetrag zum Ansatz kommt, richtet sich nach dem Grad der Behinderung:

Grad der Behinderung (in Prozent)

Behinderten-Pauschbetrag (jährlich)

25-30

310 Euro

35-40

430 Euro

45-50

570 Euro

55-60

720 Euro

65-70

890 Euro

75-80

1.060 Euro

85-90

1.230 Euro

95-100

1.420 Euro

Mit dem Merkmal BL (blind) oder HI (hilflos) kann ein erhöhter Behinderten-Pauschbetrag von 3.700,00 € in Anspruch genommen werden.

Der Behinderten-Pauschbetrag wird jährlich gewährt. Dies gilt auch dann, wenn die Behinderung erst zum Ende des Jahres vorlag.

Wird der Behinderten-Pauschbetrag genutzt, dürfen die typischen außergewöhnlichen Belastungen, die durch die Behinderung entstehen, nicht mehr geltend gemacht werden. Untypische außergewöhnliche Belastungen werden trotzdem berücksichtigt. Dazu gehören zum Beispiel Kurkosten, Operationskosten, Krankheitskosten (bei akutem Anlass), Kosten für die Haushalthilfe, Fahrtkosten.

Bundesfinanzhof (BFH)

Der Bundesfinanzhof mit Sitz in München ist das höchste Gericht (Bundesgericht) in Steuersachen.

Seine Senate urteilen über Revisionsentscheidungen in einer Besetzung von fünf Richtern. In einer Besetzung von drei Richtern werden Beschlüsse gefasst.

Der Große Senat besteht aus dem Präsidenten und sechs Richtern, zudem wird von den jeweils beteiligten Senaten je ein Richter entsandt. Der Große Senat wird einberufen, wenn die einzelnen Senate abweichende Urteile erlassen haben, die Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung sind und wenn das Urteil des Großen Senats zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung und zur Fortbildung des Rechts notwendig ist.

Für die erstinstanzliche Rechtsprechung in Steuersachen sind die Finanzgerichte der einzelnen Bundesländer zuständig. Bei einem Rechtsstreit in Steuersachen ist zuerst das Finanzgericht des jeweiligen Bundeslandes zuständig. Erst in zweiter Instanz, wenn die Entscheidung zur Revision zugelassen wurde, kann dem Bundesfinanzhof die Rechtssache zur Entscheidung vorgelegt werden.

Durchschnittssteuersatz

Aufgrund des progressiven Steuertarifs wird – vereinfacht ausgedrückt – beinahe jeder verdiente Euro mit einem anderen Steuersatz belegt, vom Grundfreibetrag (steuerfrei) über den Eingangssteuersatz bis zum Spitzensteuersatz. Der Durchschnittssteuersatz oder persönliche Steuersatz gibt an, wie viel Prozent des Jahreseinkommens an das Finanzamt gezahlt werden müssen.

ELStAM

ELStAM steht als Abkürzung für Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale. Diese Merkmale umfassen:

  • die Steuerklasse und den individuellen Faktor bei Steuerklasse IV,

  • die Anzahl der Kinder,

  • die Freibeträge,

  • die Kirchensteuerabzugsmerkmale.

Zuständig für die Speicherung und Pflege dieser Daten sind die Finanzämter und das Bundeszentralamt für Steuern. Sie haben mit der Abschaffung der alten Lohnsteuerkarte aus Pappe und der Einführung elektronischer Übermittlungsverfahren die Meldeämter abgelöst. Die Abzugsmerkmale werden in einer zentralen Datenbank der Finanzverwaltung gespeichert und die Meldebehörden übermitteln bei ihnen vorliegende personenbezogene Datenbestände.

Ergeben sich Änderungen in der Person oder im Umfeld des Steuerpflichtigen, so kann entweder der Arbeitnehmer auf Antrag oder aber das Finanzamt von sich aus die Änderung vornehmen.

eTIN

Nach Jahresende erhalten Arbeitnehmer vom Arbeitgeber die elektronische Lohnsteuerbescheinigung. Darüber hinaus übermittelt der Arbeitgeber elektronisch via Internet die Lohndaten an das Finanzamt. Damit dort die verschlüsselten Daten identifiziert werden können, bildet der Arbeitgeber aus den persönlichen Daten des Arbeitnehmers ein Identifizierungs- und Ordnungsmerkmal – die eTIN (electronic Taxpayer Identification Number).

Das Finanzamt verfügt damit bereits über die Lohndaten und kann diese für die Einkommensteuererklärung verwenden.

Den Ausdruck der Lohnsteuerbescheinigung brauchen Arbeitnehmer nicht ihrer Einkommensteuererklärung beizufügen. Sie tragen stattdessen ihre eTIN in ihrer Steuererklärung auf der Vorderseite der Anlage N ein.

ELSTER

ELSTER steht für elektronische Steuererklärung und bedeutet, dass die Steuererklärung über das Internet an das Finanzamt gesendet werden kann.

Festsetzungsfrist

Damit Steuerpflichtige sicher sein können, dass das Finanzamt einen alten Steuerbescheid nicht mehr korrigiert, gibt es Verjährungsfristen. Im Steuerrecht heißen sie Festsetzungsfristen.

Nach Ablauf der Festsetzungsfrist dürfen keine Steuererklärungen mehr abgegeben, keine Steuerbescheide mehr erlassen oder in irgendeiner Weise geändert werden. Das Finanzamt darf nicht mehr zum Nachteil der Steuerpflichtigen ändern, aber auch diese dürfen keine Steuervorteile mehr durchsetzen.

Die Festsetzungsfrist beträgt vier Jahre. Ausnahme: Bei leichtfertiger Steuerverkürzung beträgt die Festsetzungsfrist fünf Jahre, bei Steuerhinterziehung zehn Jahre.

Für die meisten Steuerzahler beginnt die Festsetzungsfrist mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie die Steuererklärung beim Finanzamt abgegeben haben – egal, ob sie verpflichtet sind, eine Steuererklärung abzugeben oder ob sie das freiwillig tun. Geben sie für ein Jahr keine Steuererklärung ab, obwohl sie dazu verpflichtet sind, beginnt die Festsetzungsfrist erst drei Jahre nach Ende dieses Kalenderjahrs.

Finanzgericht (FG)

Jedes Bundesland hat mindestens ein Finanzgericht. Bei einem Rechtsstreit in Steuersachen ist zuerst das Finanzgericht des jeweiligen Bundeslandes zuständig. Erst in zweiter Instanz, wenn die Entscheidung zur Revision zugelassen wurde, kann dem Bundesfinanzhof die Rechtssache zur Entscheidung vorgelegt werden.

Ein Finanzgericht verfügt über einen Präsidenten, einen Vorsitzenden und weitere Richter. Die vom Finanzgericht gebildeten Senate treffen ihre Entscheidungen mit drei Berufsrichtern und zwei ehrenamtlichen Richtern. Bei Beschlüssen und Vorbescheiden wirken die ehrenamtlichen Richter nicht mit.

Freistellungsauftrag

Um Kapitalerträge von einer Besteuerung frei zu stellen, muss vom Anleger ein Freistellungsauftrag beim jeweiligen Kreditinstitut eingereicht werden. Freistellungsaufträge können gegenüber mehreren Kreditinstituten erteilt werden, dürfen jedoch in der Summe nicht den Sparerfreibetrag übersteigen.

Der Sparerfreibetrag (Sparerpauschbetrag) beträgt 801,00 €, bei zusammen veranlagten Ehepartnern bleiben 1.602,00 € steuerfrei.

Übersteigen die steuerpflichtigen Kapitalerträge (z.B. Zinserträge) den Freibetrag, muss das Kreditinstitut die Abgeltungsteuer einbehalten und an das Finanzamt abführen.

Grenzsteuersatz

Bei einem progressiven Steuertarif wird – vereinfacht ausgedrückt – jeder zusätzlich verdiente Euro ein bisschen höher besteuert. Der Grenzsteuersatz gibt an, welcher Prozentsatz für den nächsthöheren Euro gilt.

Bis zum Erreichen des Grundfreibetrags beträgt der Grenzsteuersatz Null, vom Eingangssteuersatz bis zum Spitzensteuersatz steigt er kontinuierlich an.

Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag dient der Absicherung des Existenzminimums. So wird ein zu versteuerndes Einkommen bis zum Grundfreibetrag keiner Einkommensteuer unterworfen. Überschreitet das zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag, ist Einkommensteuer zu zahlen.

Jahr

Grundfreibetrag für Ledige

Grundfreibetrag für Verheiratete (bei gemeinsamer Veranlagung)

2018

9.000 Euro

18.000 Euro

2017

8.820 Euro

17.640 Euro

2016

8.652 Euro

17.304 Euro

2015

8.472 Euro

16.944 Euro

2014

8.354 Euro

16.708 Euro

Haushaltsersparnis

Wird bei einer Heimunterbringung wegen Pflegebedürftigkeit der private Haushalt aufgelöst, sind entstehende Heimkosten um die Haushaltsersparnis zu reduzieren. Liegen die Voraussetzungen (Heimunterbringung) nur während eines Teils des Kalenderjahres vor, sind die anteiligen Beträge (1/360 pro Tag, 1/12 pro Monat) anzusetzen.

Kosten zur Unterbringung in einem Krankenhaus werden regelmäßig ohne Kürzung um eine Haushaltsersparnis als außergewöhnliche Belastung anerkannt.

So hoch ist die Haushaltsersparnis

Jahr

pro Jahr

pro Monat

pro Tag

2018

9.000 Euro

750 Euro

25 Euro

2017

8.820 Euro

735 Euro

24,50 Euro

016

8.652 Euro

721 Euro

24,03 Euro

2015

8.472 Euro

706 Euro

23,53 Euro

2014

8.354 Euro

696,17 Euro

23,21 Euro

Kalte Progression

Wenn das Einkommen steigt, steigt auch der Steuersatz. Und wenn der Staat dann mehr von einer Gehaltserhöhung hat als der Arbeitnehmer selbst, ist dieser Opfer der kalten Progression.

Aufgrund des progressiven Steuertarifs steigt die Steuerbelastung prozentual schneller als das Gehalt. Bei einer dreiprozentigen Gehaltserhöhung zahlt man zum Beispiel vier oder sogar fünf Prozent mehr Steuern. Das Netto-Plus ist also in den meisten Fällen geringer als die Brutto-Erhöhung. Liegt es unterhalb der Brutto-Erhöhung, ist Ihr Reallohn sogar gesunken: Der Arbeitnehmer kann sich weniger leisten als zuvor.

Um diesen Effekt zu verhindern, müssten jedes Jahr der Grundfreibetrag und die Eckwerte des progressiven Steuertarifs um die Inflationsrate angehoben werden.

Lohnsteuerklassen

Für die Durchführung des Lohnsteuerabzugs werden unbeschränkt einkommensteuerpflichtigen Arbeitnehmern Lohnsteuerklassen zugewiesen.

Ehepartner können zwischen verschieden Kombinationen von Lohnsteuerklassen wählen.

Nachgelagerte Besteuerung

Bis 2004 wurden Renten mit dem günstigen Ertragsanteil besteuert. Das ist seit dem Jahr 2005 anders: Der Beitrag zur Rentenversicherung wird schrittweise in voller Höhe von der Steuer freigestellt. Im Gegenzug ist dann die spätere Rente – nach einer langen Übergangsphase – in voller Höhe steuerpflichtig. Für jeden neu hinzukommenden Rentnerjahrgang wird in einer Übergangsregelung bis zum Jahr 2040 die gesetzliche Rente stufenweise höher besteuert.

Alle Basis-Altersversorgungssysteme werden unterschiedslos der nachgelagerten Besteuerung unterworfen. Generell gilt: Renten und andere Leistungen aus Versicherungen, deren Beiträge als Altersvorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar sind, werden nachgelagert besteuert (§ 22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe aa EStG). Das sind:

  • Renten aus einer gesetzlichen Rentenversicherung;

  • Renten aus berufsständischen Versorgungseinrichtungen;

  • Renten aus der landwirtschaftlichen Alterskasse und

  • Renten aus einer privaten Rürup-Rente/Basisrente.

Oberfinanzdirektion (OFD)

Die Oberfinanzdirektion untersteht dem Bundesfinanzministerium und dem Landesfinanzministerium und leitet die Finanzverwaltung für den Bund und für die Länder. Sie überwacht die Gesetzesanwendung und beaufsichtigt die ihr nachgeordneten Behörden. Hierzu gehören die Finanzämter und die staatlichen Hochbauämter.

Öffnungsklausel

Eine Ausnahme von der nachgelagerten Besteuerung lässt der Gesetzgeber nur teilweise und unter ganz bestimmten Voraussetzungen im Rahmen der sogenannten Öffnungsklausel zu. Voraussetzung ist, dass bis zum 31.12.2004 für mindestens zehn Jahre Beiträge über dem Betrag des Höchstbeitrags zur gesetzlichen Rentenversicherung (West) geleistet wurden. Wichtig: Es reicht nicht aus, dass das Gehalt über der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze lag – es müssen tatsächlich Beiträge über dem Höchstbeitrag gezahlt worden sein.

Berücksichtigt werden nur Beiträge, an denen der Steuerpflichtige beteiligt war. Dabei wird immer der gesamte Beitrag zugrunde gelegt, unabhängig davon, ob er von vom Steuerpflichtigen vollständig oder teilweise selbst getragen wurde.

Das Vorliegen der Voraussetzungen muss einmalig mit einer Beitragsbescheinigung des Rentenversicherungsträgers bzw. Versorgungsträgers nachgewiesen und in der Anlage R der Steuererklärung die Öffnungsklausel beantragt werden. Dann ist der Teil der Rente nur mit dem günstigen Ertragsanteil steuerpflichtig, der auf den Beiträgen oberhalb des Höchstbeitrages beruht. Der andere Teil der Rente wird mit dem höheren Besteuerungsanteil nachgelagert besteuert. Soweit eine einmalige Leistung z.B. eines berufsständischen Versorgungswerks (Rentenabfindung, Sterbegeld etc.) auf Beiträgen oberhalb des Höchstbeitrages beruht, ist sie steuerfrei.

Hinweis: Für Angestellte bestand die Möglichkeit, Beiträge über dem Höchstbeitrag in die gesetzliche Rentenversicherung zu zahlen, nur bis zum Jahr 1997 im Rahmen der Höherversicherung nach § 234 SGB VI in der bis zum 31.12.1997 geltenden Fassung. Die Öffnungsklausel kommt deshalb vor allem für Selbstständige und Angehörige berufsständischer Versorgungseinrichtungen infrage, die bis zum Jahr 2004 zum Teil sehr hohe Beiträge einbezahlt haben.

Pflegegeld

Pflegt ein Steuerpflichtiger einen nahen Angehörigen und erhält er hierfür ein Entgelt, so sind diese Einnahmen steuerfrei, wenn die Leistungen für die Grundpflege nach § 37 SGB XI erbracht werden. Pflegt der Steuerpflichtige eine befreundete Person, die in keinem Verwandtschaftsverhältnis zu ihm steht, dann sind die Entgelte, die er für seine Pflegedienste erhält, steuerpflichtig.

Die Höhe des Pflegegeldes ist abhängig vom Grad der Pflegebedürftigkeit.

Das Pflegegeld soll kein Entgelt für die von der Pflegeperson oder den Pflegepersonen erbrachten Pflegeleistungen darstellen. Es setzt vielmehr den Pflegebedürftigen in die Situation, Angehörigen und sonstigen Pflegepersonen eine materielle Anerkennung für die im häuslichen Bereich sichergestellte Pflege zukommen zu lassen.

Pflegegrade

Am 13.11.2015 wurde das Zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) beschlossen. Das Gesetz trat am 1.1.2016 in Kraft, das neue Begutachtungsverfahren und die Umstellung der Leistungsbeträge der Pflegeversicherung wurden zum 1.1.2017 wirksam.

Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz wurden ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff und ein neues Begutachtungsverfahren eingeführt: Die bisherige Unterscheidung zwischen Pflegebedürftigen mit körperlichen Einschränkungen und Demenzkranken entfällt. Fünf für alle Pflegebedürftigen einheitlich geltende Pflegegrade ersetzen das bisherige System der drei Pflegestufen und der zusätzlichen Feststellung von erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (insbesondere Demenz).

Über die Leistungshöhe entscheidet, was die/der Betroffene noch selbst kann und wo sie/er Unterstützung braucht – unabhängig davon, ob sie/er an einer Demenz oder körperlichen Einschränkung leidet. Körperliche, geistige und psychische Einschränkungen werden also gleichermaßen erfasst und in die Einstufung einbezogen. Der Grad der Selbstständigkeit wird in sechs Bereichen gemessen und (mit unterschiedlicher Gewichtung) zu einer Gesamtbewertung zusammengeführt:

  • Mobilität

  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

  • Selbstversorgung

  • Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen

  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

    Mit unserem Pflegegradrechner können Sie selbstständig, unabhängig und kostenfrei eine erste Selbsteinschätzung vornehmen: Beantworten Sie die Fragen der 6 Module und sehen Sie, ob Ihnen ein Pflegegrad zusteht und auf welche finanzielle Unterstützung und Sachleistungen Sie Anspruch haben.

Pflegepauschbetrag

Wegen der außergewöhnlichen Belastungen, die einem Steuerpflichtigen durch die Pflege einer Person erwachsen, die nicht nur vorübergehend hilflos ist, kann der Steuerpflichtige an Stelle einer Steuerermäßigung nach § 33 EStG einen Pauschbetrag von 924,00 € im Kalenderjahr geltend machen (Pflegepauschbetrag). Hierfür müssen nachfolgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • die pflegebedürftige Person ist nicht nur vorübergehend hilflos,

  • die Pflege wird im Inland entweder in der Wohnung des Pflegers oder in der Wohnung des Pflegebedürftigen persönlich durchführt und

  • der Pfleger oder die Pflegerin erhält kein Entgelt für die Pflege.

Wird ein Pflegebedürftiger von mehreren Steuerpflichtigen im Veranlagungszeitraum gepflegt, wird der Pauschbetrag entsprechend der Anzahl der Pflegepersonen geteilt.

Progressiver Steuertarif

Bei der Einkommensteuer kommt ein progressiver Steuersatz (Tarif) zur Anwendung. Damit erhöht sich der Einkommensteuersatz mit steigendem Einkommen. Ein hohes Einkommen unterliegt also einem höheren Einkommensteuersatz als ein niedriges Einkommen. Mit dem progressiven Steuertarif soll die individuelle Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen berücksichtigt werden.

Der Einkommensteuertarif hat 2017 die nachfolgende Struktur:

  • zu versteuerndes Einkommen zwischen 0,00 € und 8.819,00 €: Die Steuerbelastung ist 0, da der Grenzsteuersatz 0 % beträgt.

  • zu versteuerndes Einkommen zwischen 8.820,00 € und 13.768,00 €: Der Grenzsteuersatz liegt zwischen 14 % und 24 % (Progressionszone I).

  • zu versteuerndes Einkommen zwischen 13.769,00 € und 54.056,00 €: Der Grenzsteuersatz liegt zwischen 24 % und 42 % (Progressionszone II).

  • zu versteuerndes Einkommen zwischen 54.057,00 € und 256.302,00 €: Der Grenzsteuersatz beträgt einheitlich 42 % (Proportionalzone I).

  • zu versteuerndes Einkommen ab 256.303,00 €: Der Grenzsteuersatz beträgt einheitlich 45 % (Proportionalzone II).

Rentenbeginn

Rentenbeginn ist der Zeitpunkt, ab dem die Rente, ggf. auch nach rückwirkender Zubilligung, tatsächlich bewilligt wird. Auch bei Rentennachzahlungen ist unter Rentenbeginn der Zeitpunkt zu verstehen, in dem der Rentenanspruch entstanden ist.

Wann der Rentenantrag gestellt wird oder erstmals die Rente gezahlt wird, spielt für den Rentenbeginn keine Rolle. Auch das Datum des Rentenbescheids ist ohne Bedeutung. Selbst wenn eine bewilligte Rente bis auf null Euro gekürzt wird, weil zum Beispiel eigene Einkünfte angerechnet werden, beginnt sie steuerlich gesehen trotzdem zu laufen.

Der Beginn der Rente steht im Rentenbescheid und muss auf der Vorderseite der Anlage R eingetragen werden.

Rentenbezugsmitteilung

Für die Jahre ab 2005 gilt ein automatisiertes Meldeverfahren für gesetzliche, betriebliche und private Renten. Die Versicherungsträger sind gesetzlich dazu verpflichtet, jährliche Mitteilungen über geleistete steuerpflichtige Rentenzahlungen an eine zentrale Stelle der Finanzverwaltung elektronisch zu übermitteln. Erforderlich ist für jeden Vertrag und jede Rente eine gesonderte Rentenbezugsmitteilung nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz.

Hinweis: Das Gesetz sieht nicht vor, dass der betroffene Rentner eine Kopie der Rentenbezugsmitteilung erhält. Der Gesetzgeber hält es für ausreichend, dass der Rentner darüber unterrichtet wird, dass die Rente der zentralen Stelle mitgeteilt wird.

Die Rentenbezugsmitteilungen werden jeweils bis zum 1. März des Folgejahres versendet. Die gemeldeten Daten sind für das Finanzamt nicht verbindlich. Für steuerfreie Renten (z.B. aus der gesetzlichen Unfallversicherung) wird keine Rentenbezugsmitteilung übermittelt.

Sonderausgaben

Zu den Sonderausgaben zählen Aufwendungen, die der privaten Lebensführung zuzurechnen sind und die nicht als Werbungskosten berücksichtigt werden können. Sonderausgaben mindern den Gesamtbetrag der Einkünfte und führen zu einer Verringerung der Steuerlast. Als Sonderausgaben anerkannt werden zum Beispiel:

  • Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten,

  • Renten und dauernde Lasten, die auf einen bestimmten Verpflichtungsgrund beruhen,

  • Beiträge zu Versicherungen auf den Lebens- oder Todesfall,

  • Beiträge zur zusätzlichen freiwilligen Pflegeversicherung,

  • gezahlte Kirchensteuer,

  • Steuerberatungskosten,

  • Spenden.

Wie Sonderausgaben abzuziehen sind auch der Verlustabzug sowie die Aufwendungen für Baudenkmäler und für bestimmte besonders schutzwürdige Kulturgüter.

Steuer-Identifikationsnummer

Die Einführung der Steuer-Identifikationsnummer (IdNr) hatte zum Ziel, das Besteuerungsverfahren zu vereinfachen und Bürokratie abzubauen. Außerdem gibt die Steuer-Identifikationsnummer der Finanzverwaltung erweiterte Kontroll- und Abgleichmöglichkeiten, die mit der früheren Praxis der Steuernummernvergabe in den Bundesländern nicht gewährleistet werden konnten.

Grundsätzlich wird die IdNr jeder in Deutschland gemeldeten natürlichen Person vom Bundeszentralamt für Steuern vergeben. Ihre Gültigkeit währt ein Leben lang und ändert sich auch nicht bei Umzug oder Heirat. Die IdNr ist eine 11-stellige Nummer und enthält keine Informationen über den Steuerpflichtigen oder das zuständige Finanzamt.

Ihr Anwendungsbereich erstreckt sich auch auf die Quellenbesteuerung bei Kreditinstituten und den Abgleich mit Trägern der Sozialversicherung.

Was Sie machen müssen, wenn Sie Ihre Steuer-Identifikationsnummer nicht mehr finden, erklären wir in diesem Beitrag.

Veranlagung

Nach Ablauf eines Kalenderjahres wird die Veranlagung zur Einkommensteuer durchgeführt. Steuerpflichtig sind dann die Einkünfte des abgelaufenen Kalenderjahres.

Wurden keine Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit (Arbeitslohn) erzielt, ist ein unbeschränkt Steuerpflichtiger nur dann zur Abgabe der Steuerklärung verpflichtet, wenn er im Kalenderjahr steuerpflichtige Einkünfte erzielt hat, die den Grundfreibetrag überschreiten. Eine Steuerklärung ist jedoch immer abzugeben, wenn im Vorjahr ein Verlust erzielt wurde.

Vorsorgeaufwendungen

Zu den Vorsorgeaufwendungen gehören zum Beispiel Risikoversicherungen, die nur für den Todesfall eine Leistung vorsehen.

Altersvorsorgeaufwendungen werden seit 1.1.2005 zunächst bis maximal 60 % von bis zu 20.000,00 € pro Jahr von der Steuer befreit. Schrittweise steigt dieser Anteil um jährlich 2 % bis 2025 auf 100 %.

Anhand einer Günstigerprüfung wird kontrolliert, dass Steuerpflichtige gegenüber dem alten Recht nicht schlechter gestellt sind. Wenn es zu einer Verschlechterung kommt, gilt altes Recht vor neuem Recht.

Andere Vorsorgeaufwendungen sind bis zu einem Höchstbetrag von 1.900,00 € absetzbar, falls ein steuerfreier Zuschuss zur Krankenversicherung gewährt wird oder ein Beihilfeanspruch im Krankheitsfall besteht. Der Höchstbetrag steigt auf 2.800,00 € bei Personen, die ihre Krankenversicherungsbeiträge alleine aufbringen müssen. Bei zusammenveranlagten Ehegatten ergibt sich der gemeinsame Höchstbetrag aus der Summe der jedem Ehegatten zustehenden Höchstbeträge.

Das betrifft etwa Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen, Unfallversicherungen, Haftpflichtversicherungen, Risikolebensversicherungen sowie zu Kapitallebens- und Rentenversicherungen, die vor dem 1.1.2005 abgeschlossen wurden.

Werbungskosten-Pauschbetrag

Grundsätzlich können Werbungskosten pauschal mit dem Pauschbetrag oder per Einzelnachweis der Kosten berücksichtigt werden.

Für Rentner gilt zurzeit ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 Euro. Dieser wird automatisch vom Finanzamt berücksichtigt, wenn Sie keine höheren Werbungskosten nachweisen. Typische Werbungkosten bei Rentnern sind beispielsweise Gewerkschaftsbeiträge und alle Kosten, die im Zusammenhang mit dem Rentenbezug anfallen. Dazu gehört auch, dass Sie als Rentner eine Steuererklärung erstellen müssen – die Kosten für eine Steuersoftware oder Bücher zum Thema Steuererklärung für Rentner dürfen Sie als Werbungskosten abziehen.

Der Werbungskosten-Pauschbetrag ist ein Jahresbetrag, der immer in voller Höhe zum Ansatz kommen kann, wenn im betreffenden Jahr Rente bezogen wurde.

Prüfen Sie immer, ob bei einem Einzelnachweis der Werbungskosten der Pauschbetrag überschritten wird. Ist dies der Fall, sollten Werbungskosten im Einzelnen per Beleg nachgewiesen werden.

Zumutbare Belastung

Die zumutbare Belastung wird von der Summe der außergewöhnlichen Belastungen abgezogen. Nur diese dann noch verbleibenden außergewöhnlichen Belastungen werden steuermindernd berücksichtigt. Mit dem Abzug der zumutbaren Belastung soll die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen berücksichtigt werden.

Höhe der zumutbaren Belastung

Höhe der Einkünfte (Gesamtbetrag)

bis 15.340 Euro

über 15.340 Euro bis 51.130 Euro

über 51.130 Euro

keine Kinder und Anwendung der Grundtabelle

5 %

6 %

7 %

keine Kinder und Anwendung der Splittingtabelle

4 %

5 %

6 %

ein oder zwei Kinder

2 %

3 %

4 %

drei oder mehr Kinder

1 %

1 %

2 %