Betriebsausgaben: Sie fragen, wir antworten! (Teil 3)

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Für meinen Betrieb habe ich einen neuen Pkw erworben. Die Finanzierung erfolgt zu 100% über einen Kredit meiner Hausbank. Vereinbart wurde die monatliche Ratenzahlung. Im Jahr 2008 habe ich an die Bank insgesamt 3.600 Euro an Raten gezahlt. Darf ich die Zahlungen in voller Höhe als Betriebsausgaben erfassen?

Nein, abzugsfähig ist nur der in den Raten enthaltene Zinsanteil. Falls Ihnen die Höhe der Zinsen nicht bekannt ist, bitten Sie Ihre Bank, Ihnen einen Zins- und Tilgungsplan zur Verfügung zu stellen. Dem Plan können Sie entnehmen, wie viel Zinsen in jeder Rückzahlungsrate stecken. Den Tilgungsanteil behandeln Sie gewinnneutral, der Betriebsausgabenabzug kommt nicht in Betracht.

Beachten Sie auch folgendes: Mit der Abschreibung des Pkw beginnen Sie, sobald Sie das Fahrzeug übernommen haben. Ausgangspunkt für die Abschreibung sind die Anschaffungskosten, das heißt der der Nettokaufpreis zuzüglich Nebenkosten, wie zum Beispiel die Zulassungsgebühr für das Fahrzeug.

Mehr Informationen

finden Sie in den "Steuertipps für Selbstständige" in Gruppe 5a/5b. Zum Beispiel über 200 Seiten zum Thema Fahrzeugkosten:

  • höhere Abschreibung durch degressive statt linearere AfA (geht nicht bei kauf im Jahr 2008);
  • zusätzliche Sonderabschreibung von 20%, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind (u.a. betriebliche Nutzung von über 90%);
  • Investitionsabzugsbetrag: schon drei Jahre vor dem Kauf 40% als Betriebsausgabe abziehen.

Auch zum Abzug betrieblicher Schuldzinsen haben wir einen eigenen Beitrag. Darin erfahren Sie zum Beispiel

  • warum Sie für eine größere Anschaffung unbedingt ein eigenes Darlehen aufnehmen und nicht Ihr Girokonto überziehen sollten;
  • wie Sie erreichen, dass Ihre Schuldzinsen vollständig abziehbar sind.

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