Renten steigen ab Juli um mehr als 3 %

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3,91 % in den neuen und 3,18 % in den alten Bundesländern: Rentnerinnen und Rentner bekommen auch 2019 ein schönes Rentenplus.

Schon im vergangenen Jahr waren die Renten um 3,4 % bzw. 3,2 % gestiegen. Seit 2014 gab es insgesamt eine Steigerung der Renten im Westen von 15 % und im Osten von 20 %.

Lohnentwicklung ausschlaggebend

Grundlage für die Rentensteigerung ist die Entwicklung der Bruttoentgelte der beitragspflichtig Beschäftigten: Steigen die Löhne stark, so steigt auch die Rente stark. 2019 kommt es darauf an, wie sich die Löhne 2018 gegenüber 2017 entwickelt haben. Die Berechnungen erfolgen dabei getrennt für die alten und für die neuen Bundesländer.

Aufgrund der Daten des Statistischen Bundesamts ergibt sich für 2018 im Vergleich zum Vorjahr rechnerisch eine Lohnsteigerung um 2,39 % in den alten und 2,99 % in den neuen Bundesländern.

Nachhaltigkeitsfaktor sorgt für zusätzliche Rentensteigerung

Dass die Renten auch in diesem Jahr stärker steigen als die Löhne, liegt am Nachhaltigkeitsfaktor. Er bildet das zahlenmäßige Verhältnis von Rentnern und Beitragszahlern in der Rentenversicherung ab.

Damit soll die demografische Entwicklung berücksichtigt werden. Auch hier kommt es auf die Entwicklung im letzten Jahr gegenüber dem vorletzten Jahr an – also 2018 gegenüber 2017.

Durch die relativ günstige Arbeitsmarktentwicklung gab es im Vergleichszeitraum mehr Beschäftigte. Das zahlenmäßige Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern hat sich um 0,64 % verbessert – oder in der Sprache der Rentenversicherung: um den Faktor 1,0064. Das sorgt für einen zusätzlichen Rentenanstieg.

Beitragssatz wirkt sich positiv aus

Dass der Beitragssatz im Vorjahr gesunken war, den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in die Rentenversicherung einzahlen, wirkt sich in diesem Jahr ebenfalls positiv auf die Rentenhöhe aus. Dafür sorgt der Beitragssatzfaktor, der in die Berechnung der Rentenanpassung einfließt. Weil der Beitragssatz von 2017 auf 2018 gesunken ist, sorgt der Faktor für ein kleines Rentenplus von genau 0,13 % bzw. um den Faktor 1,0013.

So wird die Rentenanpassung berechnet

Um zu berechnen, wie hoch die Rentenanpassung ausfällt, werden die drei genannten Faktoren Lohnentwicklung, Nachhaltigkeitsfaktor und Beitragssatzfaktor miteinander multipliziert.

Für die alten Bundesländer sieht die Rechnung dabei so aus: 1,0239 (Bruttolohnentwicklung) × 1,0064 (Nachhaltigkeitsfaktor) × 1,0013 (Beitragssatzfaktor) bringt eine Erhöhung um den Faktor 1,0318 – anders ausgedrückt: um 3,18 %. Dadurch steigt der aktuelle Rentenwert (West) zum 1.7.2019 von 32,03 € um fast genau einen Euro auf 33,05 €.

Das Altersruhegeld eines sogenannten Standardrentners (West), der 45 Jahre lang genau einen Durchschnittsverdienst erzielt und entsprechend Rentenbeiträge gezahlt hat, steigt damit von 1.441,35 € auf (45 × 33,05 =) 1.487,25 €, also um 45,90 €.

Rentenangleichung in Ost und West bis 2024

Damit sich die Renten in Ost und West bis 2024 angleichen, fällt die Rentenerhöhung im Osten auch in diesem Jahr wieder etwas höher aus. Ab Juli 2024 wird die Rente in ganz Deutschland dann einheitlich berechnet.

48.000 Rentner könnten steuerpflichtig werden

Durch die Rentenerhöhungen könnten nach Berechnungen des Bundesfinanzministeriums bis zu 48.000 derzeitige Rentnerinnen und Rentner steuerpflichtig werden. Nach wie vor muss der überwiegende Teil der (Bestands-)Rentner allerdings weiterhin keine Steuern zahlen. Alleinstehende Neurentner werden allerdings bereits bei einer Bruttorente von rund 1.150,– € steuerpflichtig.

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