Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen

Einzelfragen unserer Leserinnen und Leser zu Rentenantrag, Sozialversicherung, Steuerpflicht usw. Vielleicht ist auch Ihre Frage hier schon beantwortet?

Bekomme ich meine Rente automatisch? Oder muss ich die Rente beantragen?

Ihre Rente müssen Sie bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen, sie wird Ihnen nicht automatisch mit Erreichen des Rentenalters überwiesen.

Normalerweise wird der Rentenantrag drei Monate vor dem Beginn der Rente gestellt. Der Antrag kann aber auch schon sechs Monate vor Rentenbeginn gestellt werden, wenn dieser in die Urlaubszeit fällt oder noch Fragen offen sind.

Wo bekomme ich die Formulare für den Rentenantrag?

Schreiben Sie an die Deutsche Rentenversicherung Bund oder rufen Sie dort an – die erforderlichen Formulare werden Ihnen dann nach Hause geschickt. Oder Sie laden sich das Antragsformular direkt hier bei der Deutschen Rentenversicherung herunter.

Woher weiß ich, wie viel Rente ich bekomme?

Die Höhe Ihrer Rente steht in der Rentenauskunft. Das ist eine schriftliche Übersicht der Deutschen Rentenversicherung, die die Versicherten ab dem 55. Geburtstag alle drei Jahre automatisch zugeschickt bekommen. Auf Antrag können Sie sie auch früher erhalten.

Kann ich mir meine Rente ins Ausland überweisen lassen?

Wenn Sie sich nur kurz, z.B. zu Urlaubszwecken, im Ausland aufhalten, wird Ihre Rente so ausgezahlt, als würden Sie in Deutschland wohnen. Das heißt, sie wird wahlweise auf Ihr Konto bei einer Bank im Ausland oder auf Ihr Konto in Deutschland überwiesen.

Wenn Sie dauerhaft ins Ausland übersiedeln bzw. auswandern möchten, sollten Sie spätestens drei Monate vor Ihrem Umzug mit dem Rentenversicherungsträger sprechen, denn in manchen Fällen wird die Rente nur eingeschränkt oder gar nicht ins Ausland überwiesen.

Muss ich als Rentner Beiträge zur Krankenversicherung bezahlen?

Ja. Wenn Sie seit der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Rentenantragstellung mindestens 90 Prozent der 2. Hälfte des Berufslebens gesetzlich krankenversichert waren, werden Sie automatisch pflichtversichertes Mitglied in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR). Zeiten der Familienversicherung werden dabei angerechnet.

Sie sind dann also (weiterhin) Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse. Daher beteiligt sich der Rentenversicherungsträger an Ihren Beiträgen: Vom allgemeinen Beitragssatz zahlen Sie und der Rentenversicherungsträger dann jeweils die Hälfte. Den Zusatzbeitrag der Krankenkasse müssen Sie alleine tragen.

Muss ich als Rentner Beiträge zur Pflegeversicherung bezahlen?

Ja. Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung liegt bei 2,55 Prozent (2018), für Kinderlose bei 2,8 Prozent (2018). Den Pflegeversicherungsbeitrag tragen Sie allein, der Rentenversicherungsträger beteiligt sich nicht daran.

Muss ich als Rentner Kirchensteuer bezahlen?

Ja. Die Kirchensteuer von 8 bzw. 9 Prozent müssen auch Rentner zahlen, wenn sie Einkommensteuer zahlen müssen.

Muss ich als Rentner Solidaritätszuschlag bezahlen?

Ja. Auch Rentner müssen 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag bezahlen, wenn sie Einkommensteuer zahlen müssen.

Woher weiß das Finanzamt, wie hoch meine Rente ist?

Im Rahmen des Rentenbezugsmitteilungsverfahrens müssen die Rentenversicherungsträger die ausgezahlten Renten an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) melden.

Welche Renten müssen versteuert werden?

Die Steuerpflicht gilt für alle Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, aus berufsständischen Versorgungswerken, aus landwirtschaftlichen Alterskassen, aus betrieblicher Altersversorgung und auch für private Renten. Auch Witwen- und Waisenrenten sind steuerpflichtig.

Wie bezahlt man als Rentner Steuern? Gibt es etwas wie einen Lohnsteuerabzug für Rentner?

Bei Rentnern wird die Steuer nicht – wie bei Arbeitnehmern – monatlich einbehalten. Erst in der Endabrechnung, also der Steuererklärung, wird festgestellt, ob Steuern anfallen. Diese müssen dann ggf. an das Finanzamt überwiesen werden.

Muss ich immer Steuern zahlen, wenn ich eine Steuererklärung abgebe?

Nein. Ob Sie Steuern zahlen müssen, hängt davon ab, wie hoch Ihre Rente und ggf. weitere Einnahmen (z.B. aus Kapitalvermögen oder aus der Vermietung einer Wohnung) sind.

Faustregel: Wenn Ihre Rente höher ist als 1.500 Euro monatlich, müssen Sie vermutlich Steuern zahlen. Denken Sie aber daran, dass Sie Pauschbeträge und Ausgaben z.B. für Medikamente und eine Haushaltshilfe von Ihren Einnahmen abziehen dürfen – so kann es auch bei einer höheren Rente sein, dass Sie letztendlich keine Steuern zahlen müssen!

Was bedeutet nachgelagerte Besteuerung?

Nachgelagerte Besteuerung bedeutet, dass nicht die Rentenversicherungsbeträge (die man als Arbeitnehmer leistet) besteuert werden, sondern erst die Rentenzahlungen im Alter.

2005 wurde mit dem Alterseinkünftegesetz die nachgelagerte Besteuerung von Renten bis 2040 schrittweise eingeführt. Damit sind die Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung ab dem Jahre 2005 nicht mehr mit einem Ertragsanteil steuerpflichtig, sondern mit einem Besteuerungsanteil von 50 Prozent. Dieser Prozentsatz steigt in den kommenden 35 Jahren für jeden neuen Rentnerjahrgang kontinuierlich an, und zwar bis 2020 um jeweils 2 Prozent und von 2021 bis 2040 um jeweils 1 Prozent. Rentner, die im Jahre 2040 in Rente gehen, müssen also 100 Prozent ihrer Rente versteuern.

Was ist der persönliche Rentenfreibetrag?

Nur im ersten Jahr wird die Rente mit dem Besteuerungsanteil besteuert. Ab dem zweiten Jahr ist dann nicht mehr der Besteuerungsanteil, sondern der volle Rentenbetrag nach Abzug des persönlichen Rentenfreibetrages steuerpflichtig.

Dieser Rentenfreibetrag ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem ersten vollen Jahresbetrag der Rente und dem Besteuerungsanteil, dieser wird zeitlebens festgeschrieben. Dadurch werden künftige Rentenerhöhungen stets in vollem Umfang steuerpflichtig.