Betriebsrentenreform 2018

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Am 1.1.2018 hat sich einiges bei der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) geändert. Insgesamt wird diese Form der Vorsorge attraktiver, aber für die Sparer auch ein Stück unsicherer.

Bislang sorgen weniger als 60 % aller Arbeitnehmer mit betrieblichen Vorsorgeverträgen fürs Alter vor. Das soll sich – so die Absicht des Gesetzgebers – ändern. Daher wurde diese Form der Vorsorge durch eines der letzten Groß-Gesetze der letzten Großen Koalition reformiert. Zum einen wird die bAV künftig für Arbeitgeber weit risikoärmer. Sie müssen künftig – wenn die Sozialpartner das so vereinbaren – nicht mehr einspringen, wenn eine Versorgungskasse in Schwierigkeiten gerät und die Rente kürzt.

Zugleich kann das Geld der Sparer künftig auch ertragreicher (was aber auch heißt: risikoreicher) angelegt werden. Es ändern sich weiterhin die Regeln für die am weitesten verbreitete Vorsorgeform: das Sparen per Entgeltumwandlung. Diese Sparform hat sich – so die Ansicht der meisten Fachleute – bislang nur gelohnt, wenn der Arbeitgeber kräftige Zuschüsse zu den von seinen Mitarbeitern abgeschlossenen Verträgen gibt.

Das konnte er bisher tun, musste es aber nicht, obwohl auch er durch Entgeltumwandlung in großem Maße Sozialversicherungsbeiträge sparte. Künftig ist der Arbeitgeber verpflichtet, auf die in Altersvorsorge umgewandelten Entgeltteile mindestens einen Zuschuss von 15 % zu zahlen. Soweit Arbeitgeberverband und Gewerkschaft das für die jeweilige Branche vereinbart haben, gilt dies bereits 2018, ansonsten für Neuverträge erst ab 2019 und für »Altverträge« sogar erst ab 2022.

Gut zu wissen ist dabei allerdings: Ein Zuschuss des Arbeitgebers von 15 % ist im Gesetz keineswegs festgelegt, sondern als Untergröße genannt. Auf Lohnbestandteile, die per Entgeltumwandlung zur Altersvorsorge werden, müsste der Arbeitgeber normalerweise rund 20 % Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Gibt er einen Zuschuss von 15 % zum Vertrag, so investiert er also noch nicht einmal seine volle Einsparung in den Vertrag.

In manchen Betrieben werden daher heute schon höhere Zulagen gewährt. Soweit in Ihrem Unternehmen bereits heute Zuschüsse zur Entgeltumwandlung in Höhe von 15 % oder mehr gewährt werden, sollten Sie noch vor dem Abschluss einer Neuregelung aktiv werden und einen Vorsorgevertrag abschließen. Wird in Ihrem Unternehmen bislang kein Zuschuss zur Entgeltumwandlung gewährt, sollten Sie mit dem Abschluss eines Vertrages mindestens bis 2019 warten. Erst dann profitieren Sie sicher von einem Arbeitgeberzuschuss.

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