Nachträglich Verlustfeststellung nicht immer möglich

 - 

Eine nachträgliche Verlustfeststellung ist nur möglich, wenn sie für noch änderbare Steuerbescheide von Bedeutung ist, entschied das FG Berlin-Brandenburg.

Im vor dem FG Berlin-Brandenburg verhandelten Fall ging es um einen Steuerzahler, dem in den 90er Jahren Studienkosten sowohl für ein Inlands- als auch für ein Auslandsstudium entstanden waren. Etwa zehn Jahre später, nachdem der BFH entschieden hatte, dass derartige Kosten als Werbungskosten geltend gemacht werden könnten, beantragte er die Feststellung dieser Verluste. Das Finanzamt lehnte die Anerkennung jedoch ab.

Die Auffassung des Finanzamts wurde von den Richtern bestätigt. Zwar können Verluste, die ein Steuerpflichtiger nicht durch Gewinne des vorangegangenen Jahres ausgleichen kann (Verlustrücktrag), für den Ausgleich mit Gewinnen zukünftiger Jahre verwendet werden (Verlustvortrag). Der entsprechende Antrag kann allerdings nur dann gestellt werden, wenn die Steuerbescheide der Jahre, in die der Steuerpflichtige die Verluste vortragen will, noch änderbar sind.

Das war hier nicht der Fall. Die Steuerbescheide der betroffenen Jahre waren bereits bestandskräftig und wegen Ablaufs der Festsetzungsverjährung nicht mehr änderbar. Da Verluste zwingend in dem oder den ersten Jahren, in denen Gewinne anfallen, verbraucht werden müssen, kam auch kein Vortrag auf "neuere" Steuerbescheide aus den letzten Jahren in Betracht (FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 28.2.2011, Az. 5 K 5210/08).

Weitere News zum Thema

  • Steueränderungen ab 2017

    [] 2017 treten einige Änderungen hinsichtlich Formalitäten und Nachweisen in Kraft, die wir Ihnen hier kurz vorstellen. mehr

  • Steuertermine Dezember 2016

    [] Hier finden Sie die aktuellen Termine für die Abgabe Ihrer Steuererklärungen und für Ihre Steuervorauszahlungen. mehr

  • Mehr netto mit Lohnsteuer-Freibeträgen: jetzt kostenlose Software nutzen

    [] Statt einmal im Jahr können Sie Ihre Steuerrückerstattung auch monatlich erhalten: Wer beispielsweise Kinderbetreuungs- oder Unterhaltskosten hat, regelmäßig spendet oder weit zur Arbeit fahren muss, bezahlt Monat für Monat zu viel Lohnsteuer. Erst mit der Steuererklärung im nächsten Jahr erhalten Sie die zu viel bezahlte Lohnsteuer vom Finanzamt zurück. Das muss nicht sein! mehr

  • Nach der Trennung die richtige Steuerklasse wählen

    [] Auch wenn Ihre Ehe gerade in die Brüche geht, ist es wichtig, dass Sie sich in steuerlichen Angelegenheiten weiterhin einig sind. Das kann sich für beide Partner auszahlen und Sie müssen weniger Geld zu Rechtsanwälten und Steuerberatern tragen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.