Abzug von Versicherungsbeiträgen ab 2010

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Ab dem Jahr 2010 gibt es grundlegende Änderungen beim Abzug von Krankenversicherungsbeiträgen, die steuerlich zu den "sonstigen Vorsorgeaufwendungen" zählen. Für viele steuerpflichtige Versicherte bedeutet dies eine Verbesserung. Lesen Sie hier die Einzelheiten.

  • Die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sind in voller Höhe als Sonderausgaben absetzbar, soweit sie für die Grundversorgung und die Pflegepflichtversicherung gezahlt werden. Damit sind die auf den Krankengeldanspruch und auf Wahltarife entfallenden Beitragsanteile vom Sonderausgabenabzug ausgenommen. Der volle Abzug gilt auch für privat Krankenversicherte, deren Leistungen dem Niveau des ab 2009 eingeführten privaten Basistarifs entsprechen. Das heißt, Zusatzbeiträge für Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, Krankentagegeld usw. sind steuerlich nicht absetzbar. Es werden aber mindestens 80% Ihrer Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung anerkannt.
    Der höhere Sonderausgabenabzug kann schon bei den vierteljährlichen Einkommensteuer-Vorauszahlungen für 2010 bzw. bei der Gehaltszahlung ab Januar 2010 berücksichtigt werden.
  • Die bisherigen Höchstbeträge für die sonstigen Vorsorgeaufwendungen steigen für Selbstständige von 2.400 Euro auf 2.800 Euro und für Angestellte und Beamte von 1.500 Euro auf 1.900 Euro. Zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen zählen nicht nur die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, sondern zum Beispiel auch zu einer Berufsunfähigkeits-, Unfall- und Haftpflichtversicherung sowie zu einer vor 2005 abgeschlossenen Lebensversicherung.
    Überschreiten Sie bereits mit Ihren absetzbaren Krankenversicherungsbeiträgen diese Höchstgrenzen, dürfen Sie keine weiteren sonstigen Vorsorgeaufwendungen mehr absetzen.
  • Damit Ihr Finanzamt weiß, welcher Teil Ihrer Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge dem steuerlich begünstigten Basisschutz entspricht, muss der Versicherer Ihre Vertragsdaten, die Höhe Ihrer begünstigten Beiträge und Ihre Steueridentifikationsnummer dem Finanzamt mitteilen.
  • Bei der Vorsorgepauschale für Arbeitnehmer gibt es ebenfalls Änderungen. So wird diese künftig nicht nur bei den Steuerklassen I-IV, sondern auch bei den Klassen V und VI berücksichtigt (jedoch nicht für Privatversicherte). Dadurch wird vom Bruttolohn weniger Lohnsteuer einbehalten. Im Steuerbescheid gibt es ab 2010 die Vorsorgepauschale wegen der Neuregelung bei den Krankenversicherungsbeiträgen nicht mehr. Daher müssen Arbeitnehmer in ihrer Steuererklärung künftig immer ihre tatsächlich gezahlten Versicherungsbeiträge angeben.

Die bisherige Günstigerprüfung des Finanzamts zwischen alter Rechtslage bis 2004 und neuer Rechtslage ab 2005 bleibt bestehen. Das bedeutet: Stellen Sie sich mit der Neuregelung beim Abzug Ihrer sonstigen Vorsorgeaufwendungen schlechter als nach der Berechnungsmethode bis 2004, gilt für Sie die Altregelung. Das kann für Selbstständige mit hohen sonstigen Vorsorgeaufwendungen der Fall sein, für die der alte Vorwegabzug ungekürzt bleibt.

Schon ab 2009 gibt es für die Steuererklärung ein neues Formular, in das alle Versicherungsbeiträge einzutragen sind: die Anlage Vorsorgeaufwand. Dieses Formular ist auch für die Beiträge zur Riester-Rente relevant.

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