Hotelübernachtungen: Mit den 7% kommen die Probleme

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Seit dem 1.1.2010 werden Übernachtungen in Hotels und Pensionen ermäßigt mit 7% besteuert. Das soll Vorteile bringen. Bislang zeichnen sich aber vor allem Nachteile ab.

Das Leistungsangebot von Hotels und Pensionen besteht heute meist aus mehr als der bloßen Bereitstellung einer Übernachtungsmöglichkeit. Zusatzleistungen, wie Frühstück, Telefon, Internet und Fernsehen, Überlassung von Tagungsräumen, sowie Wellnessangebote sind üblich und aus umsatzsteuerlicher Sicht eigenständige Leistungen, die mit 19% zu versteuern sind. Die Übernachtung ist daher von den übrigen Leistungen abzugrenzen.

Die neue gesetzliche Regelung bedeutet für Hoteliers und Betreiber von Pensionen einen erheblichen Mehraufwand. Bezieht sich der mit dem Kunden vereinbarte Preis auf unterschiedlich hoch besteuerte Leistungen, ist der vereinnahmte Gesamtbetrag angemessen aufzuteilen. In der Rechnung sind die verschiedenen Leistungen mit dem richtigen Steuersatz aufzuführen.

Konflikte mit dem Finanzamt sind hier absehbar. Denn der die Leistungen ausführende Unternehmer wird meist dahin tendieren, den Preis der Übernachtung möglichst hoch anzusetzen, um dadurch möglichst wenig Umsatzsteuer zahlen zu müssen. Das Finanzamt hat genau das entgegengesetzte Interesse.

Das Umsatzsteuer-Risiko trägt dabei der Unternehmer. Stellt sich bei einer Prüfung des Finanzamtes heraus, dass zu wenig Umsatzsteuer abgeführt wurde, muss er Steuer nachzahlen.

Kurioses zu diesem Thema ist einer Veröffentlichung der Oberfinanzdirektion Karlsruhe zu entnehmen. Dort wird festgestellt: Der Anteil des Übernachtungspreises, der auf das Frühstück entfällt, richtet sich nach der Preiskalkulation des Unternehmers. Es besteht die Möglichkeit, das Frühstück kostenlos anzubieten. Folge: Eine Aufteilung des Preises wäre häufig überflüssig, da das Frühstück neben der Übernachtung oft die einzige zusätzliche Leistung ist. Dass ein Unternehmer diesem "Vorschlag" der OFD Karlsruhe folgen und damit auf eine Aufteilung des Preises verzichten sollte, können wir zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht mit gutem Gewissen empfehlen.

Der ermäßigte Steuersatz auf Übernachtungsleistungen bringt Hoteliers und Pensionsbetreibern auch Vorteile. Zwar wird sich die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen meist nicht unmittelbar verbessern, denn die Steuerermäßigung wird wohl kaum zur Herabsetzung der Angebotspreise führen. Da aber aus den Einnahmen weniger Umsatzsteuer herauszurechnen und an das Finanzamt abzuführen ist, erhöht sich der Gewinn. Die bessere Ertragslage kann zum Beispiel für Investitionen genutzt werden.

Bleiben die Übernachtungspreise konstant, werden Übernachtungen für alle zum Vorsteuerabzug berechtigten Unternehmer teurer. Die Höhe des Betriebsausgabenabzuges bleibt zwar unverändert, gleichzeitig sinkt aber der Vorsteuerabzug. Dadurch verschlechtert sich der Unternehmensgewinn.

Neben der sich abzeichnenden Verteuerung von Übernachtungen ergibt sich für die Leistungsempfänger ein weiterer Nachteil: Die Prüfung der Eingangsrechnungen wird aufwändiger. Die verschiedenen Leistungen müssen in der Rechnung gesondert und mit den richtigen Steuersätzen/-beträgen ausgewiesen sein. Nur dann ist nämlich der Vorsteuerabzug zulässig.

Übrigens: Der neue Steuersatz auf Übernachtungsleistungen wirkt sich auch auf die Reisekostenabrechnung von Arbeitnehmern aus. Über dieses Thema informieren wir Sie in Kürze in einem weiteren Beitrag.

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