Arbeitgeber: Umzug für Arbeitnehmer bezahlt? Vorsteuer geltend machen!

 - 

Arbeitgeber müssen sich oft etwas einfallen lassen, um Mitarbeiter anzuwerben oder zu halten – und übernehmen dann zum Beispiel die Umzugskosten für einen neuen Mitarbeiter. Da dieser im betrieblichen Interesse geschieht, kann Vorsteuer geltend gemacht werden!

Ein Arbeitgeber, der Umzugskosten für seine Arbeitnehmer übernimmt oder bezuschusst, ist zum Vorsteuerabzug berechtigt, entschied der BFH (Urteil vom 6.6.2019, Az. V R 18/18). Zu den Umzugskosten gehören etwa Aufwendungen für ein Umzugsunternehmen oder einen Immobilienmakler.

Die Finanzverwaltung hatte in solchen Fällen den Vorsteuerabzug in der Regel nicht anerkannt und argumentiert, bei einem Umzug stünden private Gründe des Arbeitnehmers im Vordergrund. Schon die erstinstanzlich entscheidenden Richter des FG Hessen hatten das anders gesehen (Urteil vom 22.2.2018, Az. 6 K 2033/15). Leider hatte die Finanzverwaltung jedoch Revision gegen das Urteil eingelegt, und wir mussten auf die endgültige Entscheidung des BFH warten.

Jetzt ist klar: Betroffene Unternehmer können in dieser Situation die Vorsteuer geltend machen.

Wichtig: Alle Rechnungen, aus denen Sie die Vorsteuer ziehen möchten, müssen auf das Unternehmen ausgestellt sein! Lautet die Rechnung auf den Namen Ihres Mitarbeiters, ist kein Vorsteuerabzug möglich. Am besten dokumentieren Sie auch gleich noch die betrieblichen Gründe für den Umzug.

Weitere News zum Thema

  • Vorsteuerabzug: Können Sie die hohen formalen Anforderungen umgehen?

    [] Vorsteuer können Sie nur dann geltend machen, wenn Ihnen eine ordnungsgemäße Rechnung mit Ausweis des Nettobetrags und Ausweis der Umsatzsteuer vorliegt. Das macht vielen kleinen Unternehmen das Leben schwer. Es gibt jedoch eine erfreuliche Ausnahme – die Ermittlung der Vorsteuerbeträge nach einem Pauschalverfahren. mehr

  • Vorsteuerabzug aus Bewirtungsaufwendungen

    [] Bei der steuerlichen Behandlung von Bewirtungsausgaben wird deutlich, wie stark sich die Wege von Einkommensteuer und Umsatzsteuer trennen können. Was Sie beachten müssen, um die Kosten steuerlich anerkannt zu bekommen, haben wir hier zusammengefasst. mehr

  • Kleine Umsatzsteuerkunde zum Thema Weihnachtsbaum

    [] Heilig Abend naht mit großen Schritten, und vielleicht haben auch Sie bereits einen Weihnachtsbaum gekauft. Wussten Sie, dass auf diesen Kauf – je nach Baum – zwischen Null und 19 Prozent Umsatzsteuer anfallen können? mehr

  • Umsatzsteuer: Fehler können teuer werden

    [] Ob Sie wollen oder nicht: Als Unternehmer ist die Umsatzsteuer Ihr ständiger Begleiter im Tagesgeschäft. Sie müssen immer feststellen, welche Einnahmen, die Sie für Ihre Leistungen (also für Lieferungen oder sonstige Leistungen) erhalten, umsatzsteuerpflichtig sind und welcher Steuersatz anzuwenden ist. Wir helfen Ihnen dabei. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.