Sind Kosten gemischt genutzter Räume Betriebsausgaben?

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Auch gemischt veranlasste Ausgaben können steuerlich berücksichtigt werden. Darf ein Selbstständiger daher die Kosten privat und betrieblich genutzter Räume zumindest teilweise als Betriebsausgabe erfassen?

Das FG Baden-Württemberg ist der Meinung, dass eine Kostenaufteilung nicht zulässig ist und der Betriebsausgabenabzug insgesamt ausscheidet (Urteil vom 2.2.2011, Az. 7 K 2005/08, noch nicht veröffentlicht).

Voraussetzung für eine Aufteilung der angefallenen Ausgaben ist nämlich die sachgerechte Trennung der Kosten. Und genau das ist nach Ansicht des FG Baden-Württemberg bei gemischt genutzten Räumen nicht möglich. Es an fehlt an klaren und eindeutigen Merkmalen, die eine aus objektiver Sicht plausible Kostentrennung ermöglichen.

Auf die Notwendigkeit geeigneter Aufteilungskriterien hat auch der BFH in seinem Grundsatzurteil aus dem Jahr 2009, das den Weg zur Kostenaufteilung geebnet hat, ausdrücklich hingewiesen: "(...) fehlt es an objektivierbaren Kriterien für eine Aufteilung, so kommt ein Abzug der Aufwendungen insgesamt nicht in Betracht."

Die Frage, ob geeignete Aufteilungskriterien vorhanden sind, lässt sich natürlich immer nur subjektiv beantworten. Das FG Baden-Württemberg hat das aus seiner Sicht getan - und leider das Fehlen solcher Kriterien festgestellt.

Daraus folgt allerdings noch nicht, dass es tatsächlich keine schlüssigen und nachvollziehbaren Kriterien gibt. Als Aufteilungsmaßstab kommt zum einen die betriebliche genutzte Raumfläche, zum anderen aber auch der auf die betriebliche Nutzung entfallende Zeitanteil in Betracht. Wird der räumliche oder zeitliche Umfang der betrieblichen Nutzung plausibel dargelegt, ist eine Aufteilung der Kosten auf den betrieblichen und privaten Bereich keineswegs ausgeschlossen.

 

Steuertipp
Wenn Sie einen Raum in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus gemischt nutzen, dann sollten Sie versuchen, von der BFH-Rechtsprechung zu profitieren. Lassen Sie es einfach auf einen Abzugsversuch ankommen. Teilen Sie die Kosten des gemischt genutzten Raumes auf, und tun Sie das durch eine für Außenstehende nachvollziehbare Aufteilungsrechnung, die auf einem plausiblen Aufteilungsmaßstab fußt. Mit etwas Glück stimmt das Finanzamt dann Ihrem Betriebsausgabenabzug zu.

 

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