Voller Werbungskostenabzug bei Fortbildungskosten: Masterstudiengänge im Vorteil

 - 

Die Kosten für ein Erststudium können nur im Rahmen eines Höchstbetrages von 4.000 Euro als Sonderausgaben abgezogen werden. Handelt es sich jedoch um ein Zweitstudium, mindern die Aufwendungen in unbegrenzter Höhe als Werbungskosten die Einkünfte. Voraussetzung: Es muss ein Zusammenhang zu der späteren beruflichen Tätigkeit erkennbar sein. Was als Zweitstudium zu bewerten ist, konkretisierte nun das Bundesfinanzministerium (BMF-Schreiben vom 4.11.2005, IV C8 - S 2227 - 5/05).

  • Internationalisierte Studiengänge: Mit Erreichen des Bachelor-Abschlusses gilt das Erststudium als absolviert. Die Kosten des darauf aufbauenden Master-Studiengangs sind in voller Höhe abzugsfähig.
  • Sie studieren mehrere Fächer parallel: Das Erststudium endet, sobald einer der Studiengänge erfolgreich abgeschlossen wird. Ab diesem Zeitpunkt gilt die Einschreibung in den anderen Fächern automatisch als Zweitstudium.
  • Ebenso wie Ergänzungs- und Aufbaustudiengänge, die einen erfolgreichen Studienabschluss voraussetzen, wird auch ein Promotionsstudium als Zweitstudium anerkannt.

Unentschlossene hingegen profitieren nicht von dem Werbungskostenabzug: Wer ein Studium abbricht und die Disziplin wechselt, bleibt bis zum Erreichen eines Abschlusses Erststudent.

Unser Steuertipp:
Geben Sie als Zweitstudent immer eine Einkommensteuererklärung ab, selbst dann, wenn Sie keine Einnahmen haben. Die Werbungskosten aus dem Studium können nämlich auch zu einem Verlust führen. Diesen können Sie in spätere Jahre vortragen. Er mindert so die Einkünfte, die Sie nach Ihrem Berufsstart erzielen und Sie zahlen weniger Steuern.

Weitere News zum Thema
  • [] Dichter Schneefall, glatte Straßen und in Gedanken noch oder schon bei der Arbeit: Ein Unfall ist da schnell passiert. Falls Sie die Kosten nicht vom Arbeitgeber ersetzt bekommen, dürfen Sie in Ihrer Steuererklärung Werbungskosten geltend machen! mehr

  • [] Strom, Wasser, Telefon und Heizung – diese Kosten werden im Jahr 2020 durch das Arbeiten im Home-Office eine deutliche Mehrbelastung für alle bedeuten, die von zu Hause arbeiten. Dazu fällt für viele die Pendlerpauschale weg. Dies soll durch die Homeoffice-Pauschale ausgeglichen werden. Doch gelingt dies der Koalition mit ihren Plänen? mehr

  • [] Sie haben es geschafft und das Finanzamt hat Ihr häusliches Arbeitszimmer steuerlich anerkannt. Jetzt sind grundsätzlich alle Kosten als Werbungskosten abziehbar, die Sie dem Arbeitszimmer direkt oder anteilig zuordnen können. Bezügliches des Badezimmers hat der BFH aber ein leider steuerzahler-unfreundliches Urteil gefällt. mehr

Weitere News zum Thema