Werbungskosten

Was kann man eigentlich als Werbungskosten von der Steuer absetzen? Diese Frage hat sich mit Sicherheit jeder Steuerzahler schon einmal gestellt. Doch was genau fällt denn alles unter Werbungskosten, was sind beschränkt abzugsfähige Sonderausgaben und wo genau werden die Aufwendungen in der Steuererklärung eingetragen? Alle Antworten dazu lesen Sie in unserem Artikel.

Was sind Werbungskosten?

Werbungskosten umfassen alle Ausgaben, die Ihnen rund um Ihren Job oder anderen Einkünften entstehen.
Hierzu gehören zum Beispiel Fortbildungskosten oder Fahrtkosten für den Weg von zu Hause zum Arbeitsplatz, berufsbedingte Umzugskosten, Ausgaben für Fachbücher, Kosten für bestimmte Arbeitskleidung. Im Rahmen der Einkommensteuererklärung können Sie alle Werbungskosten von Ihren Einnahmen abziehen und dadurch Ihre Steuerlast senken.

 

Unsere Einstiegshilfen zu Werbungskosten

 

Was sind beschränkt abzugsfähige Werbungskosten?

Neben den beruflich bedingten Werbungskosten haben Sie die Möglichkeit, auch private Ausgaben steuerlich geltend zu machen. Zu diesen Sonderausgaben gehören unter anderem:

  • Unterhalt
  • Steuer für die Kirche oder steuerlich anerkannte Glaubensgemeinschaften
  • Spenden und Mitgliedsbeiträge
  • Ausbildungskosten
  • Schulgeld
  • Vorsorgeaufwendungen
  • Rentenzahlungen an Dritte

 

Allerdings sind diese Aufwendungen nur beschränkt und auch nur im Rahmen bestimmter Höchstbeträge abzugsfähig. Es wird also lediglich ein Teil der entstandenen Kosten vom Fiskus übernommen. Die Sonderausgaben-Pauschale liegt für Singles bei 36 € bzw. 72 € für gemeinsam veranlagte Ehepaare und wird automatisch und ohne Nachweise abgezogen. Bei den meisten Steuerzahlern liegen die tatsächlichen Kosten jedoch deutlich höher als die Pauschale, weshalb es sich lohnt, die Sonderausgaben einzeln aufzulisten und entsprechend nachzuweisen. Beschränkt abzugsfähige Sonderausgaben können im Übrigen nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Studenten und Rentner bei der Steuererklärung geltend machen.

 

Werbungskostenpauschale – Was ist das und wer kann sie nutzen?

Bis zu einem Betrag in Höhe von 1.000 € können Sie beruflich veranlasste Kosten einmal im Jahr über die Werbungskostenpauschale (Arbeitnehmer-Pauschbetrag) steuerlich geltend machen. Hierzu gehören zum Beispiel Fahrtkosten zum Arbeitgeber, Kontoführungsgebühren für das Gehaltskonto oder Beiträge an den Berufsverband. Belege oder andere Nachweise müssen Sie erst dann einreichen, wenn Ihre Werbungskosten höher als der Pauschbetrag sind. Das Finanzamt berücksichtigt die Werbungskostenpauschale im Übrigen automatisch, selbst dann, wenn Ihnen gar keine Werbungskosten entstanden sind. Da der Pauschbetrag für jeden einzelnen Arbeitnehmer gilt, können Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften diesen doppelt ansetzen.

 

Werbungskostenpauschbetrag – Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag (ArbN)

Bei den meisten Arbeitnehmern entsteht bereits durch die absetzbare Kilometerpauschale für beruflich gefahrene Kilometer ein höherer Betrag als die 1.000 € für die Werbungskostenpauschale. Übersteigen die Aufwendungen den Arbeitnehmer-Pauschbetrag tragen Sie diese in der Anlage N Ihrer Steuererklärung ein.

 

Pauschbetrag für Versorgungsbezüge und sonstige Einkünfte

Neben dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag gibt es auch noch den Pauschbetrag für Versorgungsbezüge und sonstige Einkünfte. Die Pauschale in Höhe von 102 € können Sie steuerlich absetzen, wenn Sie zum Beispiel Ausgleichszahlungen im Rahmen des Versorgungsausgleichs erhalten haben oder Einkünfte aus Pensionsfonds, Pensionskassen, Direktversicherungen oder Unterhaltsleistungen erzielen. Gleiches gilt, wenn Sie z.B. Versorgungsbezüge aus Beamten- oder Werkspensionen beziehen. Das Finanzamt zieht den pauschalen Betrag bei der Steuererklärung automatisch von Ihren Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit ab. Beziehen Sie Arbeitslohn und Versorgungsbezüge, können Sie sogar die Werbungskostenpauschale sowie den Pauschbetrag für Versorgungsbezüge geltend machen.

 

Pauschbetrag bei Einkünften aus Kapitalvermögen

Einkünfte aus Kapitalvermögen unterliegen der Abgeltungssteuer. Die Steuerlast kann jedoch dank des Sparer-Pauschbetrags um 801 € bzw. bei Ehepaaren um 1.602 € gesenkt werden. Der Abzug des Pauschbetrags darf allerdings nicht zu einem Verlust führen. Haben Sie zum Beispiel im betreffenden Steuerjahr 500 € an Zinsen eingenommen, kann die Pauschale nicht angesetzt werden, da die Einnahmen niedriger sind als der Sparer-Pauschbetrag.

 

Pendlerpauschale – Werbungskosten von Pendlern & Grenzpendlern

Für die Fahrt zwischen Ihrer Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte können Sie als Arbeitnehmer 30 Cent pro vollen Entfernungskilometer als Fahrtkosten geltend machen. Abzugsfähig ist jedoch nur die kürzeste Strecke. Es sei denn, Sie können nachweisen, dass eine alternative bzw. längere Strecke verkehrsgünstiger ist und regelmäßig von Ihnen gefahren wird. Ob Sie die Wegstrecke zu Fuß, als Beifahrer, mit einem Boot, dem Fahrrad, Auto, Motorrad oder Roller, dem Zug oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen, spielt dagegen keine Rolle. Ausgeschlossen sind lediglich Flüge und Fahrten mit dem Taxi.

Die Pendlerpauschale können Sie nur für die einfache Wegstrecke und für die Tage geltend machen, an denen Sie auch tatsächlich auf der Arbeit waren. Außerdem können Sie maximal 4.500 € pro Kalenderjahr steuerfrei geltend machen. Die Pendlerpauschale löste 2001 im Übrigen die zuvor geltende Kilometerpauschale ab.

 

Anmerkung der Redaktion: Der Begriff „Pendlerpauschale“ ist zwar weit verbreitet, aber nicht korrekt. Im Steuerfachjargon lautet die korrekte Bezeichnung „Entfernungspauschale“.

 

Temporäre Erhöhung der Pendlerpauschale von 2021 bis 2026

Im Rahmen des Klimapakets wird die Pendlerpauschale von 2021 bis 2026 vorübergehend und schrittweise erhöht. Von 2021 bis 2023 können 35 Cent und von 2024 bis 2026 sogar 38 Cent ab dem 21. Entfernungskilometer steuersenkend geltend gemacht werden. Ab 2027 gelten dann wieder die 30 Cent pro Kilometer.

 

Werbungskosten als Arbeitnehmer

Als Arbeitnehmer entstehen Ihnen über das Jahr verteilt eine ganze Reihe an Ausgaben, die Sie sich mit der Abgabe einer Einkommensteuererklärung ganz oder zumindest in Teilen wiederholen können.
Folgende Werbungskosten können Sie als Arbeitnehmer unter anderem steuersenkend geltend machen:

  • Arbeitnehmer Pauschbetrag
  • Behinderten-Pauschbetrag
  • Pflege-Pauschbetrag
  • Sonderausgaben-Pauschbetrag
  • Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
  • Kindergeld und Kinderfreibeträge
  • Häusliches Arbeitszimmer
  • Fahrtkosten + Bahncard
  • Kontoführungsgebühr
  • Fortbildungskosten
  • ...

Werbungskosten Liste: Eine umfangreichere Liste mit Werbungskosten Beispielen von A bis Z haben wir im Artikel Steuererklärung: Was sind Werbungskosten? zusammengestellt.

 

Für die Jahre 2020 und 2021 können Arbeitnehmer zusätzlich die Homeoffice-Pauschale absetzen. Abzugsfähig sind 5 € pro Tag im Home Office, maximal jedoch 600 € im Jahr.

 

Werbungskosten als Rentner

Auch als Rentner haben Sie die Möglichkeit, Werbungskosten bei der Steuererklärung geltend zu machen. Zu den Werbungskosten als Rentner gehören unter anderem:

Pauschbetrag für Rentner

Rentner können ohne Nachweise einen Pauschbetrag in Höhe von 102 € pro Kalenderjahr als Werbungskosten geltend machen. Das Finanzamt zieht den Betrag automatisch von Ihren steuerpflichtigen Renteneinnahmen ab. Sind Ihnen höhere Ausgaben entstanden, können Sie diese natürlich auch geltend machen, allerdings müssen Sie die Kosten nachweisen.

Altersentlastungsbetrag

Um die eigene Steuerlast zu senken, haben Rentner ab dem vollendeten 64. Lebensjahr die Möglichkeit, den Altersentlastungsbetrag in Anspruch zu nehmen. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie neben Ihrer Rente noch weitere Einkünfte (z.B. durch Einnahmen aus Vermietung oder Verpachtung) erzielen. Wie hoch der maximale Entlastungsbetrag ausfällt, hängt davon ab, wann Sie das 64. Lebensjahr vollendet haben. War dies zum Beispiel im Jahr 2010 der Fall, dann steht Ihnen ein Altersentlastungsbetrag von maximal 1.520 € zu. Haben Sie dagegen erst im Jahr 2020 Ihren 65. Geburtstag gefeiert, liegt der Entlastungsbetrag nur noch bei maximal 760 €.

 

Werbungskosten als Student

Studenten haben nicht selten hohe Ausgaben für Kursgebühren, Fachliteratur, Schreibmaterialien, Fahrtkosten und vieles mehr. Diese Kosten können jedoch bei der Einkommensteuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden.
Zu den Werbungskosten als Student gehören unter anderem:

  • Studiengebühren
  • Kursgebühren
  • Prüfungsgebühren
  • Fachliteratur
  • Arbeitsmittel (z.B. Schreibmaterial, Fachliteratur, Arbeitskleidung, Computer etc.)
  • Arbeitszimmer
  • Fahrtkosten
  • Kosten für eine Unterkunft
  • Kosten für doppelte Haushaltsführung
  • Zinsen für Studienkredite (z.B. BAföG)
  • Kosten für die Abschlussarbeit
  • Mitgliedbeiträge für studentische Vereinigungen

 

Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass Sie bereits eine Ausbildung abgeschlossen haben und ein duales Studium oder einen zweiten Studiengang absolvieren. Außerdem müssen Sie in einem Dienstverhältnis stehen, die Ausbildung muss mindestens 12 Monate andauern und mit einer Prüfung enden. Kosten für das Erststudium direkt nach dem Abitur sind nicht als Werbungskosten, sondern als Sonderausgabe absetzbar.

 

Weitere Beispiele für Werbungskosten

Der Anlage N sollten Sie besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen, denn diese gehört zu den wichtigsten Formularen der Einkommensteuererklärung. Hier tragen Sie nicht nur die „klassischen“ Werbungskosten ein, sondern auch Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit, Vermietung und Verpachtung oder aus Kapitalvermögen sowie steuerliche Berücksichtigungen für die doppelte Haushaltsführung.

 

Werbungskosten bei doppelter Haushaltsführung

Wenn Sie aus beruflichen Gründen einen zweiten Haushalt am Beschäftigungsort führen, können Sie sich einen Teil der dadurch entstandenen Kosten vom Finanzamt wiederholen. So lassen sich beispielsweise Kosten für den Umzug und Verpflegungsmehraufwände für die ersten drei Monate nach dem Umzug absetzen. Hinzu kommen Aufwendungen für wöchentliche Fahrten zum Hauptwohnsitz und bis zu 1.000 € pro Kalenderjahr für eine Unterkunft. Außerdem können Sie Aufwendungen für notwendige Einrichtungsgegenstände und Hausrat in voller Höhe geltend machen.

 

Werbungskosten bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung

Haben Sie eine Immobilie, die Sie an Dritte vermieten oder verpachten, können Sie verschiedene Aufwendungen als Werbungskosten geltend machen. Zumindest die Kosten, die zur Erhaltung der Mieteinkünfte dienen. Kaufen Sie eine Immobilie, können zum Beispiel einige mit der Anschaffung in Zusammenhang stehenden Kosten als Werbungskosten abgesetzt werden. Hierzu gehören unter anderem die Grunderwerbsteuer, Kosten für den Gutachter, Notar und Makler, Kosten für die Eintragung in das Grundbuch und die Erstellung eines Energieausweises. Auch Abwassergebühren, Instandsetzungskosten, Gebühren für die Müllabfuhr und die Straßenreinigung, Versicherungsbeiträge oder Kosten für die Betreuung der Immobilie durch einen Hausmeister oder eine Hausverwaltung zählen zu den abzugsfähigen Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung.

 

Werbungskosten bei Einkünften aus Kapitalvermögen

Sämtliche Einnahmen müssen versteuert werden. Das gilt auch für Einkünfte aus Kapitalvermögen nach § 20 Einkommensteuergesetz, wozu zum Beispiel Dividenden, Zinsen, Zahlungen aus Lebensversicherungen oder Einnahmen aus partiarischen Darlehen gehören. Seitdem die Abgeltungssteuer im Jahr 2009 eingeführt wurde, können jedoch Aufwendungen im Zusammenhang mit Einkünften aus Kapitalvermögen nicht mehr als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Stattdessen können Sie den Sparer-Pauschbetrag geltend machen. Dieser beträgt 801 € für Singles und 1.602 € für Ehepaare.

 

Rechenbeispiele - So viel sparen Sie, wenn Sie Werbungskosten absetzen

Beruflich bedingte Kosten, die Sie aus eigener Tasche zahlen, können Sie als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Hinzu kommen verschiedene beschränkt abzugsfähige private Ausgaben. Das wichtigste Formular ist hier die Anlage N der Einkommensteuererklärung.

Anhand von Beispielen möchten wir Ihnen verdeutlichen, wie viel ein Arbeitnehmer sparen kann, wenn Werbungskosten korrekt abgesetzt werden:

 

Beispiel 1 - Max Mustermann, ledig, OHNE Werbungskosten

Rechenbeispiel 1 - Max Mustermann, ledig, OHNE Werbungskosten

Da Max keine Werbungskosten angegeben hat, wird lediglich die Werbungskostenpauschale (Arbeitnehmer-Pauschale) in Höhe von 1.000 € angerechnet.
Diese steht jedem Arbeitnehmer zu und wird automatisch vom Finanzamt abgezogen – auch dann, wenn die tatsächlich angefallenen Werbungskosten niedriger als die Pauschale waren. Nachweise hierfür sind nicht erforderlich.

 

 

Beispiel 2 - Max Mustermann, ledig, MIT Werbungskosten:

Rechenbeispiel 2 - Max Mustermann, ledig, MIT Werbungskosten

Max hat all seine im Steuerjahr 2020 angefallenen und abzugsfähigen Werbungskosten bei der Steuererklärung angegeben.
Der Gesamtbetrag liegt höher als die Werbungskostenpauschale, weshalb entsprechende Nachweise im Zweifelsfall beim Finanzamt nachgereicht werden müssen. Durch die angegebenen Werbungskosten konnte Max seine Erstattung um 88,53 € erhöhen.

 

 

Beispiel 3 - Tim und Tamara Mustermann, Ehepaar, MIT Werbungskosten:

Rechenbeispiel 3 - Tim und Tamara Mustermann, Ehepaar, MIT Werbungskosten

Auch für Tim und Tamara gilt die Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 € - sofern die tatsächlichen Werbungskosten den Pauschbetrag nicht übersteigen. Mit den Kosten für den Weg von der ersten Tätigkeitsstätte zur Arbeit, Kontoführungsgebühren, Arbeitsmitteln und der Homeoffice-Pauschale kann das Ehepaar jedoch jeweils 1.258 € geltend machen und Steuern sparen.

 

 

 

Beispiel 4 - Tom Mustermann, ledig, MIT Werbungskosten & mit vielen Fahrtkosten

Rechenbeispiel 4 - Tom Mustermann, ledig, MIT Werbungskosten und vielen Fahrtkosten

Tom hat in seiner Steuererklärung Fahrtkosten für den Weg zwischen seiner Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte in Höhe von 3.243 € sowie Kontoführungsgebühren und Reinigungskosten angegeben. Da die Gesamtsumme der Werbungskosten deutlich höher ist als die Werbungskostenpauschale, fällt auch Toms Steuererstattung entsprechend hoch aus. Hätte Tom die entstandenen Werbungskosten nicht angegeben, würde der Fiskus lediglich die Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 € ansetzen. Seine Steuererstattung läge damit allerdings nur bei 403,97 €, statt 1.528,76 €, die er nun durch die Geltendmachung der abzugsfähigen Werbungskosten wiederbekommt. Wie Sie sehen, lohnt es sich auf jeden Fall im Vorfeld zu prüfen, ob Sie nicht doch mehr abzugsfähige Werbungskosten im entsprechenden Steuerjahr vorhanden waren als die Arbeitnehmer-Pauschale in Höhe. Von 1.000 €. Der „rote Faden“ unserer SteuerSparErklärung weist Sie auf sämtliche Werbungskosten hin und hilft Ihnen dabei, Steuern zu sparen bzw. Ihre Steuerlast zu senken.

 

 

Fragen und Antworten zu Werbungskosten

Was sind Werbungskosten?

Werbungskosten umfassen alle Ausgaben, die Ihnen rund um Ihren Job oder anderen Einkünften entstehen. Hierzu gehören zum Beispiel Fortbildungskosten oder Fahrtkosten für den Weg von zu Hause zum Arbeitsplatz, berufsbedingte Umzugskosten, Ausgaben für Fachbücher, Kosten für bestimmte Arbeitskleidung. Im Rahmen der Einkommensteuererklärung können Sie alle Werbungskosten von Ihren Einnahmen abziehen und dadurch Ihre Steuerlast senken.

Was ist die Werbungskostenpauschale?

Die Werbungskostenpauschale wird auch Werbungskosten-Pauschbetrag oder Arbeitnehmer-Pauschbetrag genannt und beträgt aktuell 1.000 Euro pro Jahr. Diesen Pauschbetrag gibt es nur für Einkünfte aus nicht-selbstständiger Tätigkeit. Bei den meisten Arbeitnehmern entsteht bereits durch die absetzbare Kilometerpauschale für beruflich gefahrene Kilometer ein höherer Betrag als die 1.000 € für die Werbungskostenpauschale. Übersteigen die Aufwendungen den Arbeitnehmer-Pauschbetrag tragen Sie diese in der Anlage N Ihrer Steuererklärung ein.

Wie hoch ist der Arbeitnehmer-Pauschbetrag?

Weil jeder Arbeitnehmer im Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit irgendwelche Werbungskosten hat, gewährt das Finanzamt in der Einkommensteuerveranlagung automatisch einen Pauschbetrag. Er beträgt zurzeit pro Jahr 1.000 Euro. Diesen Arbeitnehmer-Pauschbetrag (oder Werbungskosten-Pauschbetrag) bekommt man immer dann, wenn in der Anlage N keine Werbungskosten eingetragen oder ein Betrag von weniger als 1.000 Euro angegeben werden.

Wo werden Werbungskosten eingetragen?

Wenn Sie als Arbeitnehmer Ihre Einkommensteuererklärung abgeben, zieht das Finanzamt den Werbungskostenpauschbetrag – auch Arbeitnehmerpauschbetrag genannt – in Höhe von 1.000 € automatisch vom Einkommen ab. Sie müssen den Freibetrag somit nicht extra in Ihrer Steuererklärung angeben. Liegen Ihre Werbungskosten am Ende des Kalenderjahres jedoch über der Freigrenze, können Sie die Gesamtsumme aller beruflichen Ausgaben in Ihrer Steuererklärung unter „Weiteren Werbungskosten“ (Seite 2 Anlage N) eintragen und geltend machen. Sie senken damit Ihr zu versteuerndes Einkommen.

Wie können Werbungskosten nachgewiesen werden?

Alle Kosten, die Ihnen durch Ihre berufliche Tätigkeit entstehen, können Sie dem Finanzamt gegenüber als Werbungskosten geltend machen und dadurch Ihre Steuerlast senken. Bis zu einem Betrag in Höhe von 1.000 € (Werbungskostenpauschbetrag) ist kein Nachweis erforderlich. Liegen Ihre Werbungskosten jedoch über dem Freibetrag und sollen geltend gemacht werden, müssen Sie alle Ausgaben durch entsprechende Rechnungen, Quittungen oder sonstige Belege nachweisen. Das Datum auf dem Beleg muss gut lesbar und die Art der Aufwendung muss auf den Belegen genau bezeichnet sein. Die Nachweise sammeln, sortieren und bewahren Sie über das gesamte laufende Steuerjahr auf und geben sie gemeinsam mit Ihrer Steuererklärung beim Finanzamt ab.