Werbungskosten

Was kann man eigentlich als Werbungskosten von der Steuer absetzen? Diese Frage hat sich mit Sicherheit jeder Steuerzahler schon einmal gestellt. Doch was genau fällt denn alles unter Werbungskosten, was sind beschränkt abzugsfähige Sonderausgaben und wo genau werden die Aufwendungen in der Steuererklärung eingetragen? Alle Antworten dazu lesen Sie in unserem Artikel.

Was sind Werbungskosten?

Werbungskosten umfassen alle Ausgaben, die Ihnen rund um Ihren Job oder anderen Einkünften entstehen.
Hierzu gehören zum Beispiel Fortbildungskosten oder Fahrtkosten für den Weg von zu Hause zum Arbeitsplatz, berufsbedingte Umzugskosten, Ausgaben für Fachbücher, Kosten für bestimmte Arbeitskleidung. Im Rahmen der Einkommensteuererklärung können Sie alle Werbungskosten von Ihren Einnahmen abziehen und dadurch Ihre Steuerlast senken.

 

Unsere Einstiegshilfen zu Werbungskosten

 

Was sind beschränkt abzugsfähige Werbungskosten?

Neben den beruflich bedingten Werbungskosten haben Sie die Möglichkeit, auch private Ausgaben steuerlich geltend zu machen.
Zu diesen Sonderausgaben gehören unter anderem:

  • Unterhalt
  • Steuer für die Kirche oder steuerlich anerkannte Glaubensgemeinschaften
  • Spenden und Mitgliedsbeiträge
  • Ausbildungskosten
  • Schulgeld
  • Vorsorgeaufwendungen
  • Rentenzahlungen an Dritte

 

Allerdings sind diese Aufwendungen nur beschränkt und auch nur im Rahmen bestimmter Höchstbeträge abzugsfähig. Es wird also lediglich ein Teil der entstandenen Kosten vom Fiskus übernommen. Die Sonderausgaben-Pauschale liegt für Singles bei 36 € bzw. 72 € für gemeinsam veranlagte Ehepaare und wird automatisch und ohne Nachweise abgezogen. Bei den meisten Steuerzahlern liegen die tatsächlichen Kosten jedoch deutlich höher als die Pauschale, weshalb es sich lohnt, die Sonderausgaben einzeln aufzulisten und entsprechend nachzuweisen. Beschränkt abzugsfähige Sonderausgaben können im Übrigen nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Studenten und Rentner bei der Steuererklärung geltend machen.

 

Werbungskostenpauschale – Was ist das und wer kann sie nutzen?

Bis zu einem Betrag in Höhe von 1.000 € können Sie beruflich veranlasste Kosten einmal im Jahr über die Werbungskostenpauschale (Arbeitnehmer-Pauschbetrag) steuerlich geltend machen. Hierzu gehören zum Beispiel Fahrtkosten zum Arbeitgeber, Kontoführungsgebühren für das Gehaltskonto oder Beiträge an den Berufsverband. Belege oder andere Nachweise müssen Sie erst dann einreichen, wenn Ihre Werbungskosten höher als der Pauschbetrag sind. Das Finanzamt berücksichtigt die Werbungskostenpauschale im Übrigen automatisch, selbst dann, wenn Ihnen gar keine Werbungskosten entstanden sind. Da der Pauschbetrag für jeden einzelnen Arbeitnehmer gilt, können Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften diesen doppelt ansetzen.

 

Werbungskostenpauschbetrag – Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag (ArbN)

Bei den meisten Arbeitnehmern entsteht bereits durch die absetzbare Kilometerpauschale für beruflich gefahrene Kilometer ein höherer Betrag als die 1.000 € für die Werbungskostenpauschale. Übersteigen die Aufwendungen den Arbeitnehmer-Pauschbetrag tragen Sie diese in der Anlage N Ihrer Steuererklärung ein.

 

Pauschbetrag für Versorgungsbezüge und sonstige Einkünfte

Neben dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag gibt es auch noch den Pauschbetrag für Versorgungsbezüge und sonstige Einkünfte. Die Pauschale in Höhe von 102 € können Sie steuerlich absetzen, wenn Sie zum Beispiel Ausgleichszahlungen im Rahmen des Versorgungsausgleichs erhalten haben oder Einkünfte aus Pensionsfonds, Pensionskassen, Direktversicherungen oder Unterhaltsleistungen erzielen. Gleiches gilt, wenn Sie z.B. Versorgungsbezüge aus Beamten- oder Werkspensionen beziehen. Das Finanzamt zieht den pauschalen Betrag bei der Steuererklärung automatisch von Ihren Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit ab. Beziehen Sie Arbeitslohn und Versorgungsbezüge, können Sie sogar die Werbungskostenpauschale sowie den Pauschbetrag für Versorgungsbezüge geltend machen.

 

Pauschbetrag bei Einkünften aus Kapitalvermögen

Einkünfte aus Kapitalvermögen unterliegen der Abgeltungssteuer. Die Steuerlast kann jedoch dank des Sparer-Pauschbetrags um 801 € bzw. bei Ehepaaren um 1.602 € gesenkt werden. Der Abzug des Pauschbetrags darf allerdings nicht zu einem Verlust führen. Haben Sie zum Beispiel im betreffenden Steuerjahr 500 € an Zinsen eingenommen, kann die Pauschale nicht angesetzt werden, da die Einnahmen niedriger sind als der Sparer-Pauschbetrag.

 

Pendlerpauschale – Werbungskosten von Pendlern & Grenzpendlern

Für die Fahrt zwischen Ihrer Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte können Sie als Arbeitnehmer 30 Cent pro vollen Entfernungskilometer als Fahrtkosten geltend machen. Abzugsfähig ist jedoch nur die kürzeste Strecke. Es sei denn, Sie können nachweisen, dass eine alternative bzw. längere Strecke verkehrsgünstiger ist und regelmäßig von Ihnen gefahren wird. Ob Sie die Wegstrecke zu Fuß, als Beifahrer, mit einem Boot, dem Fahrrad, Auto, Motorrad oder Roller, dem Zug oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen, spielt dagegen keine Rolle. Ausgeschlossen sind lediglich Flüge und Fahrten mit dem Taxi.

Die Pendlerpauschale können Sie nur für die einfache Wegstrecke und für die Tage geltend machen, an denen Sie auch tatsächlich auf der Arbeit waren. Außerdem können Sie maximal 4.500 € pro Kalenderjahr steuerfrei geltend machen. Die Pendlerpauschale löste 2001 im Übrigen die zuvor geltende Kilometerpauschale ab.

 

Anmerkung der Redaktion: Der Begriff „Pendlerpauschale“ ist zwar weit verbreitet, aber nicht korrekt. Im Steuerfachjargon lautet die korrekte Bezeichnung „Entfernungspauschale“.

 

Temporäre Erhöhung der Pendlerpauschale von 2021 bis 2026 und Mobilitätsprämie

Im Rahmen des Klimapakets wird die Pendlerpauschale von 2021 bis 2026 vorübergehend und schrittweise erhöht. Von 2021 bis 2023 können 35 Cent und von 2024 bis 2026 sogar 38 Cent ab dem 21. Entfernungskilometer steuersenkend geltend gemacht werden. Ab 2027 gelten dann wieder die 30 Cent pro Kilometer. Weil davon aber nicht jeder profitiert, wurde zusätzlich die Mobilitätsprämie eingeführt.

 

Werbungskosten absetzen als Arbeitnehmer

Als Arbeitnehmer entstehen Ihnen über das Jahr verteilt eine ganze Reihe an Ausgaben, die Sie sich mit der Abgabe einer Einkommensteuererklärung ganz oder zumindest in Teilen wiederholen können.
Folgende Werbungskosten können Sie als Arbeitnehmer unter anderem steuersenkend geltend machen:

  • Arbeitnehmer Pauschbetrag
  • Behinderten-Pauschbetrag
  • Pflege-Pauschbetrag
  • Sonderausgaben-Pauschbetrag
  • Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
  • Kindergeld und Kinderfreibeträge
  • Häusliches Arbeitszimmer
  • Fahrtkosten + Bahncard
  • Kontoführungsgebühr
  • Fortbildungskosten
  • ...

Werbungskosten Liste: Eine umfangreichere Liste mit Werbungskosten von A bis Z haben wir weiter unten im Artikel für Sie zusammengestellt.

 

Infografik Fortbildungskosten als Werbungskosten absetzen

 

Werbungskosten absetzen als Rentner

Auch als Rentner haben Sie die Möglichkeit, Werbungskosten bei der Steuererklärung geltend zu machen. Zu den Werbungskosten als Rentner gehören unter anderem:

Pauschbetrag für Rentner

Rentner können ohne Nachweise einen Pauschbetrag in Höhe von 102 € pro Kalenderjahr als Werbungskosten geltend machen. Das Finanzamt zieht den Betrag automatisch von Ihren steuerpflichtigen Renteneinnahmen ab. Sind Ihnen höhere Ausgaben entstanden, können Sie diese natürlich auch geltend machen, allerdings müssen Sie die Kosten nachweisen.

Altersentlastungsbetrag

Um die eigene Steuerlast zu senken, haben Rentner ab dem vollendeten 64. Lebensjahr die Möglichkeit, den Altersentlastungsbetrag in Anspruch zu nehmen. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie neben Ihrer Rente noch weitere Einkünfte (z.B. durch Einnahmen aus Vermietung oder Verpachtung) erzielen. Wie hoch der maximale Entlastungsbetrag ausfällt, hängt davon ab, wann Sie das 64. Lebensjahr vollendet haben. War dies zum Beispiel im Jahr 2010 der Fall, dann steht Ihnen ein Altersentlastungsbetrag von maximal 1.520 € zu. Haben Sie dagegen erst im Jahr 2020 Ihren 65. Geburtstag gefeiert, liegt der Entlastungsbetrag nur noch bei maximal 760 €.

 

Werbungskosten als Student absetzen

Studenten haben nicht selten hohe Ausgaben für Kursgebühren, Fachliteratur, Schreibmaterialien, Fahrtkosten und vieles mehr. Diese Kosten können jedoch bei der Einkommensteuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden.
Zu den Werbungskosten als Student gehören unter anderem:

  • Studiengebühren
  • Kursgebühren
  • Prüfungsgebühren
  • Fachliteratur
  • Arbeitsmittel (z.B. Schreibmaterial, Fachliteratur, Arbeitskleidung, Computer etc.)
  • Arbeitszimmer
  • Fahrtkosten
  • Kosten für eine Unterkunft
  • Kosten für doppelte Haushaltsführung
  • Zinsen für Studienkredite (z.B. BAföG)
  • Kosten für die Abschlussarbeit
  • Mitgliedbeiträge für studentische Vereinigungen

 

Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass Sie bereits eine Ausbildung abgeschlossen haben und ein duales Studium oder einen zweiten Studiengang absolvieren. Außerdem müssen Sie in einem Dienstverhältnis stehen, die Ausbildung muss mindestens 12 Monate andauern und mit einer Prüfung enden. Kosten für das Erststudium direkt nach dem Abitur sind nicht als Werbungskosten, sondern als Sonderausgabe absetzbar.

Infografik Bildungskosten als Werbungskosten

 

Diese Kosten sind für Studenten als Werbungskosten absetzbar

Alle Kosten, die Ihnen als Student bei der Suche nach einem (neuen) Arbeitsplatz entstehen, sind Werbungskosten. Weil sie schon vor der Berufstätigkeit anfallen, spricht man von vorab entstandenen Werbungskosten. Das gilt auch für Bewerbungen, die nicht zum Erfolg geführt haben, bei denen Sie also eine Absage (oder gar keine Antwort) bekommen haben. Zu den absetzbaren Werbungskosten als Student zählen:

 

  • Bewerbungsfotos,
  • amtliche Beglaubigungen,
  • Fotokopien,
  • Schnellhefter,
  • Klarsichthüllen,
  • Briefpapier, Briefumschlag und Briefporto,
  • fremde Schreibarbeiten,
  • Telefonate und Korrespondenz im Zusammenhang mit der Bewerbung,
  • Selbst aufgegebene Stelleninserate,
  • Bücher, die Tipps zur Bewerbung oder zu Vorstellungsgesprächen vermitteln,
  • Tageszeitungen oder Wochenendausgaben mit Stellenmarkt,
  • Kurse die auf Vorstellungsgespräche oder Assessment-Center-Trainings vorbereiten.

 

Suchen Sie im Internet nach einer neuen Arbeitsstelle, können Sie zudem die Kosten für die Internetnutzung anteilig geltend machen.

 

Weitere Beispiele für Werbungskosten

Der Anlage N sollten Sie besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen, denn diese gehört zu den wichtigsten Formularen der Einkommensteuererklärung. Hier tragen Sie nicht nur die „klassischen“ Werbungskosten ein, sondern auch Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit, Vermietung und Verpachtung oder aus Kapitalvermögen sowie steuerliche Berücksichtigungen für die doppelte Haushaltsführung.

 

Werbungskosten bei doppelter Haushaltsführung

Wenn Sie aus beruflichen Gründen einen zweiten Haushalt am Beschäftigungsort führen, können Sie sich einen Teil der dadurch entstandenen Kosten vom Finanzamt wiederholen. So lassen sich beispielsweise Kosten für den Umzug und Verpflegungsmehraufwände für die ersten drei Monate nach dem Umzug absetzen. Hinzu kommen Aufwendungen für wöchentliche Fahrten zum Hauptwohnsitz und bis zu 1.000 € pro Kalenderjahr für eine Unterkunft. Außerdem können Sie Aufwendungen für notwendige Einrichtungsgegenstände und Hausrat in voller Höhe geltend machen.

 

Infografik Doppelte Haushaltsführung

 

Werbungskosten bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung

Haben Sie eine Immobilie, die Sie an Dritte vermieten oder verpachten, können Sie verschiedene Aufwendungen als Werbungskosten geltend machen. Zumindest die Kosten, die zur Erhaltung der Mieteinkünfte dienen. Kaufen Sie eine Immobilie, können zum Beispiel einige mit der Anschaffung in Zusammenhang stehenden Kosten als Werbungskosten abgesetzt werden. Hierzu gehören unter anderem die Grunderwerbsteuer, Kosten für den Gutachter, Notar und Makler, Kosten für die Eintragung in das Grundbuch und die Erstellung eines Energieausweises. Auch Abwassergebühren, Instandsetzungskosten, Gebühren für die Müllabfuhr und die Straßenreinigung, Versicherungsbeiträge oder Kosten für die Betreuung der Immobilie durch einen Hausmeister oder eine Hausverwaltung zählen zu den abzugsfähigen Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung.

 

Werbungskosten bei Einkünften aus Kapitalvermögen

Sämtliche Einnahmen müssen versteuert werden. Das gilt auch für Einkünfte aus Kapitalvermögen nach § 20 Einkommensteuergesetz, wozu zum Beispiel Dividenden, Zinsen, Zahlungen aus Lebensversicherungen oder Einnahmen aus partiarischen Darlehen gehören. Seitdem die Abgeltungssteuer im Jahr 2009 eingeführt wurde, können jedoch Aufwendungen im Zusammenhang mit Einkünften aus Kapitalvermögen nicht mehr als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Stattdessen können Sie den Sparer-Pauschbetrag geltend machen. Dieser beträgt 801 € für Singles und 1.602 € für Ehepaare.

 

Liste mit weiteren Beispielen für Werbungskosten:
  • Aktentasche
  • Aktenvernichter
  • Anrufbeantworter
  • Arbeitskleidung
  • Arbeitsmittel
  • Arbeitszimmer
  • Auswärtstätigkeit
  • BahnCard
  • Berufshaftpflicht
  • Berufskleidung
  • Berufsverbände
  • Bewerbungskosten
  • Bewirtungskosten
  • Bücher
  • Büromaterial
  • Büroverschönerung
  • Computer
  • Dienstreisen
  • Diktiergerät
  • Doppelte Haushaltsführung
  • Drucker
  • Fachliteratur
  • Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit
  • Fortbildung
  • Fotokopierer
  • Geschenke
  • Gewerkschaften
  • Handy
  • Häusliches Arbeitszimmer
  • Internet
  • Koffer
  • Lampe
  • Laptop
  • Monitor
  • PC
  • Reisekosten
  • Scanner
  • Schreibtisch
  • Schulung
  • Seminare
  • Software
  • Sprachkurse
  • Taschenrechner
  • Telefax
  • Telefon
  • Umzug
  • Verpflegungskosten
  • Zeitung/Zeitschrift
  • Zweitwohnung

 

 

Welche Werbungskosten können mit und ohne Nachweis angegeben werden?

Sind Ihnen höhere Kosten als die 1.000 € des Arbeitgeberpauschbetrags entstanden und möchten die Aufwendungen vollumfänglich geltend machen, dann müssen Sie die Kosten einzeln nachweisen. Dazu brauchen Sie die Quittung oder den Kassenzettel des angeschafften Gegenstands bzw. bei Fahrtkosten die genaue Angabe, an wie vielen Tagen Sie zur Arbeit gefahren sind und wie lang die Strecke dorthin war.

Normalerweise können Sie nur Ihre eigenen Aufwendungen als Werbungskosten absetzen. Sie müssen die Kosten also selbst getragen haben. Wie so oft, gibt es allerdings auch hierbei Ausnahmen:

 

Geschenktes oder geerbtes Geld

Werbungskosten, die Sie mit geschenktem oder geerbtem Geld getätigt haben, können Sie immer absetzen: woher die finanziellen Mittel stammen, ist unerheblich.

 

Drittaufwand

Wenn jemand anderes Kosten trägt, die durch Ihren Job oder Ihr Studium veranlasst sind, spricht man vom sogenannten "Drittaufwand". Diese Kosten dürfen Sie nicht als Werbungskosten in der Steuererklärung angeben. Aus der Nummer kommen Sie nur heraus, wenn Sie das Ganze zu einem abgekürzten Zahlungsweg umbiegen:

Angenommen, Ihre Eltern kaufen Ihnen ein Notebook für das Studium. Wenn sie das Gerät direkt bezahlen, sparen sie sich eigentlich nur den Umweg „Geld schenken – Kind kauft selber“. Das ist dann eine "Abkürzung des Zahlungswegs" und Sie dürfen die Kosten für das Notebook als Werbungskosten in Ihrer eigenen Steuererklärung angeben.

Vom abgekürzten Zahlungsweg muss man den abgekürzten Vertragsweg unterscheiden: Der liegt vor, wenn jemand anderes für Sie einen Vertrag abschließt und auch die Zahlung leistet.

Diese Kosten dürfen Sie nicht immer in Ihrer Steuererklärung angeben, denn der abgekürzte Vertragsweg wird von der Finanzverwaltung nur bei Einmalgeschäften wie Werk- und Kaufverträgen anerkannt, nicht aber bei Dauerschuldverhältnissen wie Miet-, Liefer- und Darlehensverträgen.

 

Werbungskosten-Erstattung durch den Arbeitgeber

Steuerfreie Werbungskosten-Erstattungen Ihres Arbeitgebers müssen Sie von Ihren tatsächlichen Werbungskosten abziehen. Steuerpflichtige Erstattungen dagegen nicht, erhöhen jedoch Ihren steuerpflichtigen Arbeitslohn.

 

Werbungskosten z.B. für Bewerbungskosten nachweisen

Ihre Bewerbungskosten (Bewerbungsmappe, Fotos, Kosten für Stellenanzeigen, Assessment-Center usw.) müssen Sie nachweisen oder wenigstens glaubhaft machen. Bei einer hohen Anzahl an Bewerbungen ermitteln Sie einfach die Kosten für eine Bewerbung und multiplizieren diese dann mit der Anzahl Ihrer Bewerbungen. Können Sie Ihre Bewerbungskosten nicht im Einzelnen nachweisen, dürfen Sie diese schätzen. Dabei orientieren Sie sich am besten an der Schätzung des Finanzgerichts Köln: Für Bewerbungen mit Bewerbungsmappe werden in der Regel pauschal 8,50 € anerkannt, für Bewerbungen ohne Mappe 2,50 €.
Auch Fahrtkosten zum Vorstellungsgespräch können Sie in der Steuererklärung geltend machen, und zwar mit 0,30 € pro gefahrenen Kilometer. Notieren Sie am besten direkt zum Termin des Vorstellungsgesprächs die Anzahl aller gefahrenen Kilometer für den Hin- und Rückweg.

 

Tipp: Falls Sie im Jahr der Bewerbung keine oder nur sehr geringe Einkünfte hatten, sollten Sie trotzdem die Bewerbungskosten als Werbungskosten geltend machen. Diese führen dann zwar erst einmal zu sogenannten „negativen Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit“, den Verlust können Sie aber vortragen. Das bedeutet: Der Verlustvortrag senkt die Steuer im nächsten Jahr, in dem Sie Geld verdienen und Steuern zahlen müssen.

 

Rechenbeispiele - So viel sparen Sie, wenn Sie Werbungskosten absetzen

Beruflich bedingte Kosten, die Sie aus eigener Tasche zahlen, können Sie als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Hinzu kommen verschiedene beschränkt abzugsfähige private Ausgaben. Das wichtigste Formular ist hier die Anlage N der Einkommensteuererklärung.

Anhand von Beispielen möchten wir Ihnen verdeutlichen, wie viel ein Arbeitnehmer sparen kann, wenn Werbungskosten korrekt abgesetzt werden:

 

Beispiel 1 - Max Mustermann, ledig, OHNE Werbungskosten

Rechenbeispiel 1 - Max Mustermann, ledig, OHNE Werbungskosten

Da Max keine Werbungskosten angegeben hat, wird lediglich die Werbungskostenpauschale (Arbeitnehmer-Pauschale) in Höhe von 1.000 € angerechnet.
Diese steht jedem Arbeitnehmer zu und wird automatisch vom Finanzamt abgezogen – auch dann, wenn die tatsächlich angefallenen Werbungskosten niedriger als die Pauschale waren. Nachweise hierfür sind nicht erforderlich.

 

 

Beispiel 2 - Max Mustermann, ledig, MIT Werbungskosten:

Rechenbeispiel 2 - Max Mustermann, ledig, MIT Werbungskosten

Max hat all seine im Steuerjahr 2020 angefallenen und abzugsfähigen Werbungskosten bei der Steuererklärung angegeben.
Der Gesamtbetrag liegt höher als die Werbungskostenpauschale, weshalb entsprechende Nachweise im Zweifelsfall beim Finanzamt nachgereicht werden müssen. Durch die angegebenen Werbungskosten konnte Max seine Erstattung um 88,53 € erhöhen.

 

 

Beispiel 3 - Tim und Tamara Mustermann, Ehepaar, MIT Werbungskosten:

Rechenbeispiel 3 - Tim und Tamara Mustermann, Ehepaar, MIT Werbungskosten

Auch für Tim und Tamara gilt die Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 € - sofern die tatsächlichen Werbungskosten den Pauschbetrag nicht übersteigen. Mit den Kosten für den Weg von der ersten Tätigkeitsstätte zur Arbeit, Kontoführungsgebühren, Arbeitsmitteln und der Homeoffice-Pauschale kann das Ehepaar jedoch jeweils 1.258 € geltend machen und Steuern sparen.

 

 

 

Beispiel 4 - Tom Mustermann, ledig, MIT Werbungskosten & mit vielen Fahrtkosten

Rechenbeispiel 4 - Tom Mustermann, ledig, MIT Werbungskosten und vielen Fahrtkosten

Tom hat in seiner Steuererklärung Fahrtkosten für den Weg zwischen seiner Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte in Höhe von 3.243 € sowie Kontoführungsgebühren und Reinigungskosten angegeben. Da die Gesamtsumme der Werbungskosten deutlich höher ist als die Werbungskostenpauschale, fällt auch Toms Steuererstattung entsprechend hoch aus. Hätte Tom die entstandenen Werbungskosten nicht angegeben, würde der Fiskus lediglich die Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 € ansetzen. Seine Steuererstattung läge damit allerdings nur bei 403,97 €, statt 1.528,76 €, die er nun durch die Geltendmachung der abzugsfähigen Werbungskosten wiederbekommt. Wie Sie sehen, lohnt es sich auf jeden Fall im Vorfeld zu prüfen, ob Sie nicht doch mehr abzugsfähige Werbungskosten im entsprechenden Steuerjahr vorhanden waren als die Arbeitnehmer-Pauschale in Höhe. Von 1.000 €. Der „rote Faden“ unserer SteuerSparErklärung weist Sie auf sämtliche Werbungskosten hin und hilft Ihnen dabei, Steuern zu sparen bzw. Ihre Steuerlast zu senken.

 

 

Fragen und Antworten zu Werbungskosten

Was sind Werbungskosten?

Werbungskosten umfassen alle Ausgaben, die Ihnen rund um Ihren Job oder anderen Einkünften entstehen. Hierzu gehören zum Beispiel Fortbildungskosten oder Fahrtkosten für den Weg von zu Hause zum Arbeitsplatz, berufsbedingte Umzugskosten, Ausgaben für Fachbücher oder Kosten für bestimmte Arbeitskleidung. Im Rahmen der Einkommensteuererklärung können Sie alle Werbungskosten von Ihren Einnahmen abziehen und dadurch Ihre Steuerlast senken.

Was ist die Werbungskostenpauschale?

Die Werbungskostenpauschale wird auch Werbungskosten-Pauschbetrag oder Arbeitnehmer-Pauschbetrag genannt und beträgt aktuell 1.000 € pro Jahr. Diesen Pauschbetrag gibt es nur für Einkünfte aus nicht-selbstständiger Tätigkeit. Bei den meisten Arbeitnehmern entsteht bereits durch die absetzbare Kilometerpauschale für beruflich gefahrene Kilometer ein höherer Betrag als die 1.000 € für die Werbungskostenpauschale. Übersteigen die Aufwendungen den Arbeitnehmer-Pauschbetrag tragen Sie diese in der Anlage N Ihrer Steuererklärung ein.

Wie hoch ist der Werbungskostenpauschbetrag?

Weil jeder Arbeitnehmer im Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit irgendwelche Werbungskosten hat, gewährt das Finanzamt in der Einkommensteuerveranlagung automatisch einen Pauschbetrag. Er beträgt zurzeit pro Jahr 1.000 €. Diesen Arbeitnehmer-Pauschbetrag (oder Werbungskosten-Pauschbetrag) bekommt man immer dann, wenn in der Anlage N keine Werbungskosten eingetragen oder ein Betrag von weniger als 1.000 € angegeben werden.

Wo werden Werbungskosten eingetragen?

Wenn Sie als Arbeitnehmer Ihre Einkommensteuererklärung abgeben, zieht das Finanzamt den Werbungskostenpauschbetrag – auch Arbeitnehmerpauschbetrag genannt – in Höhe von 1.000 € automatisch vom Einkommen ab. Sie müssen den Freibetrag somit nicht extra in Ihrer Steuererklärung angeben. Liegen Ihre Werbungskosten am Ende des Kalenderjahres jedoch über der Freigrenze, können Sie die Gesamtsumme aller beruflichen Ausgaben in Ihrer Steuererklärung unter „Weiteren Werbungskosten“ (Seite 2 Anlage N) eintragen und geltend machen. Sie senken damit Ihr zu versteuerndes Einkommen.

Wie können Werbungskosten nachgewiesen werden?

Alle Kosten, die Ihnen durch Ihre berufliche Tätigkeit entstehen, können Sie dem Finanzamt gegenüber als Werbungskosten geltend machen und dadurch Ihre Steuerlast senken. Bis zu einem Betrag in Höhe von 1.000 € (Werbungskostenpauschbetrag) ist kein Nachweis erforderlich. Liegen Ihre Werbungskosten jedoch über dem Freibetrag und sollen geltend gemacht werden, müssen Sie alle Ausgaben durch entsprechende Rechnungen, Quittungen oder sonstige Belege nachweisen. Das Datum auf dem Beleg muss gut lesbar und die Art der Aufwendung muss auf den Belegen genau bezeichnet sein. Die Nachweise sammeln, sortieren und bewahren Sie über das gesamte laufende Steuerjahr auf und geben sie gemeinsam mit Ihrer Steuererklärung beim Finanzamt ab.

Was ist eine Verlustfeststellung?

Als Arbeitnehmer oder Auszubildender mit nur geringen Einnahmen haben Sie die Möglichkeit, sogenannte „vorweggenommene Werbungskosten“ in der Steuererklärung einzutragen. Im Steuerrecht spricht man in dem Jahr, in dem zum ersten Mal ein Verlust festgestellt wird von einer sogenannten „Verlustfeststellung“ und in den folgenden Jahren von „Verlustvortrag“. Der im ersten Jahr festgestellte Verlust wird somit in den nächsten Jahren immer weiter in die Folgejahre übertragen („vorgetragen“). Erst wenn Sie mehr Geld verdienen, werden die vorgetragenen Verluste verrechnet. Vereinfacht ausgedrückt gilt dann: Gehalt minus vorgetragene Verluste ergibt den Betrag, auf den Sie Einkommensteuer zahlen müssen.

Was sind Sonderausgaben?

Sonderausgaben sind Aufwendungen, die eigentlich privat veranlasst sind und mit dem Job nichts zu tun haben, ausnahmsweise aber zum Steuern sparen genutzt werden dürfen. Hierfür gewährt der Fiskus einen Sonderausgaben-Pauschbetrag in Höhe von 36 € bzw. 72 € für Verheiratete und eigetragene Lebenspartner. Zu den Sonderausgaben gehören beispielsweise Berufsausbildungskosten, Kinderbetreuungskosten, Spenden, Kirchensteuer, Sozialversicherungsbeiträge oder Vorsorgeaufwendungen wie Krankenversicherungs- und Altersvorsorgebeiträge.

Was ist besser – Werbungskosten oder Sonderausgaben?

Für Sonderausgaben und Werbungskosten gibt es in Bezug auf die maximale Höhe keine Beschränkung nach oben. Allerdings können nur Werbungskosten im Rahmen eines Verlustvortrags mit den Einkünften aus späteren Jahren verrechnet werden. Sonderausgaben nicht. Steuernsparen geht bei Sonderausgaben also nur sofort – oder eben gar nicht.