Finanzverwaltung akzeptiert Drittaufwand

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Schließt ein Angehöriger zu Ihren Gunsten einen Vertrag ab und bezahlt dann auch die vertragliche Leistung, können Sie die entstandene Ausgabe steuerlich geltend machen, so der BFH. Das akzeptiert jetzt auch die Finanzverwaltung.

Im konkreten Fall hatte der Kläger von seinen Eltern eine Eigentumswohnung erworben, die er vermietete. Um die Wohnung kümmerte sich die Mutter des Eigentümers. Es kam zu einem Mieterwechsel. Vor Einzug der neuen Mieter wurde die Wohnung renoviert. Die Mutter beauftragte Handwerker mit der Durchführung der Arbeiten. Die Rechnungen wurden auf die Mutter ausgestellt, die auch die Renovierungskosten beglich.

Obwohl der Sohn die Zahlungen nicht geleistet hatte, machte er die Ausgaben als Werbungskosten bei Vermietung und Verpachtung geltend. Es kam zum Rechtsstreit, denn das Finanzamt lehnte die Berücksichtigung der Ausgaben ab. Begründung: Mangels wirtschaftlicher Belastung ist der Drittaufwand steuerlich außer Acht zu lassen.

Der Bundesfinanzhof segnete den Abzug der Werbungskosten allerdings ab und bekräftigte damit seine Auffassung, dass der Ausgabenabzug auch bei Vertragsschluss und Zahlung durch einen Dritten zulässig ist (BFH, Urteil vom 15.1.2008, Az. IX R 45/07, DStR 2008 S. 495).

Ein vergleichbares Urteil des BFH hat die Finanzverwaltung im Jahr 2006 mit einem Nichtanwendungserlass belegt. Dadurch war das Urteil über den Einzelfall hinaus nicht anwendbar. Die höchsten deutschen Finanzrichter blieben aber bei ihrer Rechtsprechung - mit Erfolg. Denn das Bundesfinanzministerium hat jetzt klein beigegeben und das Urteil akzeptiert (BMF, Schreiben vom 7.7.2008, Az. IV C 1 -S 2211/07/10007).

Steuertipp
Durch diese nun verbindliche Regelung ergibt sich eine interessante steuerliche Gestaltungsmöglichkeit: Aufwendungen eines Angehörigen für eine von Ihnen vermietete Immobilie, die dieser aufgrund einer eigenen vertraglichen Verpflichtung leistet, können Sie als Werbungskosten absetzen.

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