Abzug von Reinigungskosten als Werbungskosten

Abzug von Reinigungskosten als Werbungskosten

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Wenn Sie Berufskleidung tragen und diese waschen müssen, können Sie die Reinigungskosten als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Aber nicht alles, was man während der Arbeit trägt, ist Berufskleidung.

Das erklärte jetzt auch das FG Rheinland-Pfalz einer Hauswirtschafterin und erkannte nur einen Teil der Reinigungskosten an.

Die Klägerin arbeitete als Hauswirtschafterin in der Küche und in der Cafeteria einer kirchlichen Einrichtung. Nach dem Hygieneplan musste sie helle, kochfeste Kleidung (Kopfbedeckung, T-Shirt, Hose, Socken, Kittel und Vorbinder) tragen, die sie in "gewöhnlichen“, d.h. allgemeinen Textilgeschäften auf eigene Kosten erwarb. Die Kleidung musste sie täglich, bzw. je nach Tätigkeit auch im Laufe eines Arbeitstages wechseln. Der Verwaltungsleiter der Einrichtung bestätigte diese Vorgaben gegenüber dem Finanzamt und dem Finanzgericht.

In ihrer Einkommensteuererklärung 2007 machte die Klägerin Kosten in Höhe von 469 Euro für die Reinigung von Arbeitskleidung in ihrer eigenen Waschmaschine als Werbungskosten geltend. Das Finanzamt erkannte davon jedoch nur 226 Euro an. Das Finanzamt war nämlich der Meinung, nur bei der Kopfbedeckung, dem T-Shirt, dem Kittel und dem Vorbinder könne von typischer Berufskleidung ausgegangen werden.

Die Klägerin machte geltend, ihre gesamte Arbeitskleidung trage das Firmenlogo, sie trage alle Kleidungsstücke bei der Arbeit, daher müssten auch alle Reinigungsaufwendungen zu Werbungskosten führen.

Das FG Rheinland-Pfalz folgte dieser Argumentation nicht. Aufwendungen für die Reinigung von Kleidung seien grundsätzlich Kosten der allgemeinen Lebensführung und daher steuerlich nicht abzugsfähig. Das gelte auch dann, wenn die Bekleidung nahezu ausschließlich während der Berufsausübung getragen werde, etwa weil der Arbeitgeber das Tragen entsprechender Kleidung anordne. Eine Ausnahme gebe es nur bei typischer Berufskleidung.

Die Einordnung eines Kleidungsstücks als typische Berufskleidung scheide allerdings dann schon aus, wenn seine Benutzung als normale bürgerliche Kleidung im Rahmen des Möglichen und Üblichen liege. Danach handele es sich bei den vom Finanzamt nicht anerkannten Kleidungsstücken, der Hose und den Socken, nicht um typische Berufskleidung. Die von der Klägerin in "normalen“ Geschäften erworbenen weißen Hosen und Socken stellten Alltagskleidung dar, die üblicherweise von jedermann getragen werden könnten. Hinzu komme, dass die Aufnäher mit dem Emblem der Einrichtung von der Klägerin selbst angebracht worden seien, ohne dass ein anderer Grund als der erkennbar sei, dass die Klägerin – wie in der mündlichen Verhandlung eingeräumt – damit den Charakter der Kleidung als Berufskleidung habe belegen wollen (FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 28.92010, Az. 2 K 1638/09).

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