Kraftsportler: erhöhter Kalorienbedarf wirkt sich steuerlich nicht aus

 - 

Ein Kraftsportler, der viel Geld für Nahrungsmittel ausgibt, kann diese Kosten nicht in der Steuererklärung als Verpflegungsmehraufwendungen angeben. Das hat der BFH entschieden.

Geklagt hatte ein Steuerpflichtiger, der neben seiner eigentlichen beruflichen Tätigkeit für einen Sportverein Mitglied der ersten Bundesligamannschaft als Gewichtheber antrat. Bedingt durch seinen Sport und den damit verbundenen hohen Kalorienverbrauch hatte er hohe Ausgaben für Nahrungsmittel. Diese etwa 500 € pro Monat wollte er als Werbungskosten oder Betriebsausgaben anerkannt wissen. Infrage standen beide Möglichkeiten, weil das Finanzamt seine Siegprämien als gewerbliche Einkünfte betrachtete, der Sportler sich aber selbst als Amateur sah, der seinen Sport nicht um des Geldes willen ausübte.

Aber egal, ob Betriebsausgaben oder Werbungskosten: Der BFH erteilte dem Gewichtheber eine Absage und entschied, dass der durch die sportliche Betätigung bedingte Nahrungsmittelmehrbedarf einkommensteuerrechtlich nicht berücksichtigungsfähig ist. Mehraufwendungen für die Verpflegung des Steuerpflichtigen seien grundsätzlich nicht abzugsfähig, erklärten die Richter.

Gemischte Veranlassung von Verpflegungsaufwendungen

Der Grund dafür: Verpflegungsaufwendungen sind auch dann, wenn sie eine betriebliche oder berufliche Komponente enthielten, ausnahmslos gemischt veranlasst, da jede Nahrungsaufnahme für sich genommen jedenfalls zu einem gewissen Teil auch den privaten Grundbedarf des Menschen deckt. Es bereitet damit prinzipiell erhebliche Schwierigkeiten, diese Aufwendungen eindeutig der privaten oder der betrieblichen beziehungsweise beruflichen Sphäre zuzuordnen.

Und selbst wenn Ausgaben für Nahrungsmittel für sich genommen ganz überwiegend der beruflichen Sphäre zuzuordnen sind, bleiben im Gegenzug private Aufwendungen erspart. Dies, so die Richter, rechtfertige eine Typisierung in vergleichsweise weitem Umfang (BFH-Urteil vom 9.4.2014, X R 40/11 ).

Weitere News zum Thema

  • Mehr Weiterbildungsförderung für Beschäftigte

    [] Die Arbeitsagenturen helfen auch Beschäftigten bei der Weiterbildung – seit Anfang 2019 noch mehr als bislang. Das gehört zur Qualifizierungsoffensive, die die Bundesregierung ausgerufen hat. Sie soll Beschäftigten die Chance geben, angesichts der schnellen technologischen Entwicklung am Ball zu bleiben, erklärt das Bundesarbeitsministerium. Wir beantworten die wichtigsten Fragen. mehr

  • LAG: Yogakurs ist in Berlin berufliche Weiterbildung

    [] Die meisten Arbeitnehmer haben in Deutschland Anspruch auf Bildungsurlaub. Sie können bis zu fünf Tage pro Kalenderjahr bezahlt an einer Weiterbildung teilnehmen. Dabei kann es sowohl um eine berufliche Fortbildung als auch um allgemeine und politische oder gewerkschaftliche Bildung gehen. Die Kosten des Kurses müssen sie allerdings selbst übernehmen. Immer wieder gibt es Streit darüber, welche Weiterbildungsangebote als Bildungsurlaub zählen. mehr

  • Arbeitsunfall nach Diebstahl?

    [] Eine Verletzung bei Verfolgung eines Diebes kann ein Arbeitsunfall sein, aber nicht, wenn es nur um die eigene Geldbörse geht. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.