Höhere Renten 2022 und 2023: Deutliches Rentenplus zu erwarten
Im Jahr 2021 gibt es in Mitteldeutschland ein Rentenplus, im Westen eine Nullrunde. Dafür ist 2022 und 2023 mit einem satten Rentenanstieg zu rechnen.

Höhere Renten 2022 und 2023: Deutliches Rentenplus zu erwarten

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Im Jahr 2021 gibt es in den neuen Ländern ein Rentenplus von 0,72 %, für Rentner im Westen eine Nullrunde. Dafür ist in den beiden Folgejahren mit einem satten Rentenanstieg zu rechnen. Das geht aus dem Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung hervor.

Im Jahr 2021 wird in Deutschland mit einem wirtschaftlichen Aufschwung und einem Anstieg der Beschäftigtenzahlen gerechnet. Das soll sich – so erwarten Experten – 2022 nochmals fortsetzen.

Was bedeutet das für Rentner?

Beide Faktoren wirken sich für Senioren jeweils mit einjähriger Verspätung positiv aus, weil Beschäftigtenzahl und Rentnerzahl zueinander ins Verhältnis gesetzt werden. Verändert sich dieser Verhältniswert zugunsten der Beschäftigten, wirkt sich das für die Rente positiv aus. Genau das wird in den beiden nächsten Jahren erwartet.

So wirkt sich der Lohnanstieg auf die Renten 2022 und 2023 aus

Unterm Strich geht die Bundesregierung laut Rentenversicherungsbericht im Jahr 2022 in den alten Bundesländern von einem Rentenplus von 4,8 % aus. Da die Rente in den neuen Ländern durch eine gesetzliche Festlegung bis Juli 2024 stärker steigen muss als im Westen, wird hier mit einem Rentenplus von 5,6 % gerechnet.

Im Jahr 2023 wird das Rentenplus auf 3,15 % (West) und 3,88 % (Ost) geschätzt, während Rentenversicherung und Bundesregierung 2024 wiederum mit einer Nullrunde für Westrentner und einem Anstieg um 0,7 % für Rentner aus den neuen Bundesländern kalkulieren.

Ausblick auf die Rentenrunde 2024

Für die Nullrunde im Jahr 2024 ist u.a. auch der Beitragssatz der Rentenversicherung verantwortlich, der bis Ende 2022 stabil bleiben soll, danach aber deutlich steigen wird – bis auf geschätzte 22,4 % im Jahr 2034.

Diese Beitragssatzsteigerung führt – durch die Rechenformel im Rentengesetz – dazu, dass die Rentenentwicklung gebremst wird.

Rente steigt weniger als Löhne

Für den Zeitraum 2020 bis 2034 geht der Rentenversicherungsbericht von einem Rentenplus von insgesamt 32 % aus, was einer jährlichen Steigerung von 2 % entspricht.

Der aktuelle Rentenwert soll danach in dieser Zeit von derzeit 34,19 auf 45,13 € steigen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass hiermit die Geldentwertung mehr als ausgeglichen wird.

Das ist zunächst ein positives Szenario. Den Rentnern wird es – vergleicht man es mit deren Situation im Jahr 2020 – im Jahr 2034 auf den ersten Blick nicht schlechter gehen als 2020.

Eine andere Zahl verdeutlicht allerdings, dass der Lebensstandard der Rentenbezieher verglichen mit demjenigen der abhängig Beschäftigten sinkt.

Beim Durchschnittseinkommen der rentenversicherungspflichtigen Beschäftigten geht der Rentenversicherungsbericht nämlich im Zeitraum 2020 bis 2034 von einem Anstieg um 44,6 % aus, das sind 14,6 Prozentpunkte mehr als bei der Rentenentwicklung.

Private Altersvorsorge wird zunehmend wichtiger

Die Werte des Rentenversicherungsberichts verdeutlichen nochmals, dass Arbeitnehmer von heute, die auch im Alter ihren als Arbeitnehmer erreichten relativen Lebensstandard halten möchten, in jedem Fall zusätzlich zu ihren Pflichtbeiträgen in die gesetzliche Rentenkasse privat vorsorgen müssen.

Das geht etwa über einen langfristigen Sparplan auf Exchange Traded Funds oder auch über freiwillige Zusatzzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung, die auch für Pflichtversicherte auf Grundlage von § 187a SGB VI ("Zahlung von Beiträgen bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Rente wegen Alters") möglich sind.

Anm. d. Red.: Irgendwelche Hoffnungen, dass sich die Renten doch noch besser entwickeln werden als erwartet, sind unangebracht. Die skizzierte Entwicklung ist durch die im SGB VI festgelegte Rentenformel eindeutig vorbestimmt.

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(MS)

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