Schufa Score 2026: Das sind die Änderungen
Was bedeutet der Schufa-Eintrag und wie kann man ihn verbessern? -Symbolbild-

Schufa Score 2026: Das sind die Änderungen

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Die Schufa ist gerade in aller Munde und so mancher fragt sich, wie wohl der eigene Schufa-Eintrag aussieht? Wir erklären, wie man eine kostenlose Schufa-Auskunft beantragt, wie man den Schufa-Score verbessern kann und welche Änderungen es bei der Schufa 2026 gibt.

Zusammenfassung

Seit dem 17. März 2026 hat die Schufa ihr Scoring-System grundlegend umgestellt. Der neue Schufa-Score ist transparenter und basiert auf zwölf klar benannten Kriterien. Verbraucher können ihren Score kostenlos online im Schufa-Account einsehen und nachvollziehen, wie er berechnet wird. Ein guter Score erleichtert Vertragsabschlüsse und ermöglicht günstigere Konditionen. Ein schlechter Score zu Ablehnungen oder höheren Zinsen führen kann. Die Reform ist eine Reaktion auf veränderte Kreditgewohnheiten und Forderungen nach mehr Transparenz.

Inhalt

Was ist der Schufa-Score?

Der Schufa-Score ist eine Kennzahl, die die Kreditwürdigkeit (»Bonität«) einer Person widerspiegelt. Banken, Versicherungen, Telekommunikationsanbieter und andere Unternehmen nutzen diesen Score, um das Risiko eines Zahlungsausfalls abzuschätzen. Ein hoher Score bedeutet eine hohe Kreditwürdigkeit, während ein niedriger Score auf ein höheres Risiko hinweist.

Wie kann man den Schufa-Score kostenlos abfragen?

Auf der Internetseite der Schufa bekommt man auf den ersten Blick kostenpflichtige Abrufmöglichkeiten angeboten, entweder einen Einmal-Abruf oder sogar Abo-Modelle. In bestimmten Fällen sind diese Angebote sicher sinnvoll oder sogar erforderlich (Vermieter zum Beispiel möchten oft die Informationen aus der kostenpflichtigen Schufa-Abfrage vorgelegt bekommen).

Um sich einen Überblick über den eigenen Schufa-Score und bei der Schufa gespeicherten Daten zu erhalten, kann man aber auch einfach den Schufa-Eintrag kostenlos einsehen. Diese sogenannten »Schufa-Basisscore« kann man jedes Quartal neu anfragen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, beide sind gratis:

  • Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO (Datenschutz-Grundverordnung): Auskunft darüber, welche Daten gespeichert sind, woher diese stammen und an wen sie weitergeleitet wurden.

  • SCHUFA-Basisscore: Übersicht zu Zahlungsausfällen, Tipps und Hinweise zur Verbesserung von Bonität und Finanzen.

Warum ist der Schufa-Eintrag wichtig?

Die Schufa-Daten geben Auskunft über die Kreditwürdigkeit einer Person. Banken und andere Kreditgeber nutzen diesen Score (»Bonitätsauskunft«), um das Risiko eines Zahlungsausfalls abzuschätzen – ein hoher Score signalisiert eine hohe Kreditwürdigkeit, was die Chancen erhöht, einen Kredit zu günstigen Konditionen zu erhalten.

Auch viele Unternehmen, zum Beispiel Telekommunikationsanbieter, Energieversorger und Vermieter, greifen auf den Schufa-Score zurück, um die Zahlungsfähigkeit potenzieller Kunden zu bewerten: Ein guter Score kann daher entscheidend sein, um Verträge abschließen zu können.

Ein hoher Schufa-Score kann sogar dazu führen, dass man Kredite zu niedrigeren Zinssätzen erhält. Denn Kreditgeber sehen in einem hohen Score ein geringeres Risiko und sind daher bereit, günstigere Konditionen anzubieten.

Ein niedriger Schufa-Score kann also zu Schwierigkeiten führen, wie zum Beispiel höhere Zinsen, abgelehnte Kreditanträge oder Probleme beim Abschluss von Verträgen.

Schufa-Score Tabelle

Seit März 2026 wird der Schufa-Score nicht mehr in Prozenten, sondern als Punktwert dargestellt. Die neue Skala reicht von 100 bis 999 Punkten – je höher der Wert, desto besser die Bonität. Die Unterscheidung in Basisscore und Branchenscores, zum Beispiel für Banken, Online-Shopping und Handy-Verträge, fällt weg.

Eine direkte Übertragung der früheren Prozentwerte auf das neue Punktesystem ist nicht möglich, da sich Berechnung und Logik grundlegend geändert haben.

Wie kann man den Schufa-Score verbessern?

Unabhängig vom neuen Modell gilt weiterhin: Zuerst sollte man den eigenen Score regelmäßig prüfen und gespeicherte Daten kontrollieren. Falsche oder veraltete Einträge können korrigiert oder gelöscht werden.

Schufa-Score verbessern: 5 Tipps

  • Rechnungen und Kreditraten pünktlich bezahlen. Zahlungsausfälle und Mahnungen wirken sich negativ auf den Score aus.

  • Offene Forderungen so schnell wie möglich begleichen. Und ergänzend dazu: Auch wenn eine Forderung beglichen ist, kann es sinnvoll sein, sicherzustellen, dass dies auch bei der Schufa vermerkt wird.

  • Anzahl der Girokonten und Kreditkarten minimieren. Zu viele Konten und Karten können sich negativ auf deinen Score auswirken.

  • Häufiger Kreditanfragen vermeiden. Mehrere Anfragen innerhalb kurzer Zeit können als negatives Signal gewertet werden.

  • Viele kleine Kredite vermeiden. Lieber einen Kredit über 10.000 Euro aufnehmen als vier Kredite über 2.500 Euro.

Langfristige und stabile Geschäftsbeziehungen, wie ein langjähriges Girokonto oder eine Kreditkarte, wirken sich positiv auf deinen Score aus.

Schufa 2026: Was gilt seit dem 17. März?

Am 17. März 2026 ist der neue Schufa-Score offiziell gestartet. Er ersetzt den bisherigen Basisscore vollständig und ist der erste Score, den Verbraucher transparent nachvollziehen können.

Grundsätzlich gilt weiterhin: Je höher der Score, desto besser die Bonität. Neu ist allerdings, wie transparent dieser Wert seit März 2026 berechnet wird.

Schufa-Änderungen 2026: Überblick

Die wichtigsten Neuerungen:

  • Nur noch ein einheitlicher Schufa-Score Frühere Branchen-Scores (z.B. für Banken oder Telekommunikation) entfallen.

  • Nur noch 12 klar benannte Kriterien statt hunderter Einzelmerkmale.

  • Punktesystem von 100 bis 999 Punkten.

  • Kostenlose Einsicht über den Schufa-Account, inklusive Erklärungstool.

  • Mehr Transparenz durch EuGH-Rechtsprechung Die Schufa musste offenlegen, welche Faktoren in automatisierte Bonitätsentscheidungen einfließen.

Wie wird der neue Schufa-Score berechnet?

Der neue Score setzt sich aus zwölf Kriterien zusammen, die jeweils unterschiedlich gewichtet sind:

  • Zahlungsstörungen

  • Alter des ältesten Bankvertrags

  • Alter der ältesten Kreditkarte

  • Alter der aktuellen Adresse

  • Alter des jüngsten Rahmenkredits

  • Anzahl von Konto- und Kreditkartenanfragen (letzte 12 Monate)

  • Anfragen außerhalb des Bankenbereichs

  • Aufgenommene Ratenkredite (letzte 12 Monate)

  • Längste Restlaufzeit bestehender Kredite

  • Kreditstatus

  • Immobilienkredit

  • Vorliegen einer Identitätsprüfung

Jedes der zwölf Kriterien wird unterschiedlich gewichtet und in Punkten dargestellt. Je höher die Punktezahl, desto besser die Kreditwürdigkeit. Die Summe ergibt den Schufa-Score. Verbraucher können diesen Wert künftig theoretisch selbst nachrechnen und nachvollziehen, welche Faktoren ihn verbessern oder verschlechtern.

Was ist der neue Schufa-Account?

Mit der Schufa-Reform zum 17. März 2026 hat die Schufa auch einen neuen digitalen Schufa-Account eingeführt. Ziel ist es, Verbrauchern einen einfachen, kostenlosen und transparenten Zugang zu ihren Bonitätsdaten zu ermöglichen.

Der Schufa-Account ist ein persönlicher Online-Zugang, über den man die bei der Schufa gespeicherten Daten einsehen kann. Er ersetzt zwar nicht die klassische Datenkopie nach DSGVO, ergänzt diese aber um eine digitale, jederzeit abrufbare Lösung.

Im Schufa-Account sieht man nicht nur den aktuellen Schufa-Score, sondern auch wie er zustande kommt.

Wie meldet man sich für den Schufa-Account an?

Die Anmeldung erfolgt online über die Schufa:

  • Registrierung mit E-Mail-Adresse und Passwort (zur Registrierung für den Schufa-Basisscore)

  • Identitätsprüfung, zum Beispiel mit Online-Ausweisfunktion des Personalausweises oder über ein alternatives Ident-Verfahre (die Identifizierung ist notwendig, weil es sich um besonders sensible personenbezogene Daten handelt)

  • nach erfolgreicher Prüfung ist der Account freigeschaltet

Der Basis-Zugang ist kostenlos. Verbraucher können den Schufa-Account nutzen, ohne ein Abo abschließen zu müssen. Kosten entstehen nur dann, wenn man zusätzlich kostenpflichtige Produkte oder Services der Schufa bucht, zum Beispiel spezielle Bonitätszertifikate.

Was kann man im Schufa-Account sehen?

Im Schufa-Account lassen sich unter anderem einsehen:

  • der aktuelle Schufa-Score (neues Punktesystem von 100 bis 999)

  • die zwölf Kriterien, die in den Score einfließen

  • alle bei der Schufa gespeicherten Vertrags- und Bonitätsdaten

  • Informationen zu Zahlungsstörungen oder erledigten Forderungen

  • Hinweise, wie sich das eigene Verhalten auf den Score auswirken kann

Besonders neu: Über ein Erklär-Tool zeigt die Schufa, welche Faktoren den Score beeinflussen und wie stark einzelne Kriterien gewichtet sind. Damit ist erstmals nachvollziehbar, warum der Score einen bestimmten Wert hat.

Der Schufa-Account ersetzt nicht die kostenlose Datenkopie. Der rechtliche Anspruch auf eine Datenkopie nach Art. 15 DSGVO bleibt bestehen. Der Schufa-Account ist ein zusätzliches Angebot, das den Zugriff auf die eigenen Daten erleichtern soll – vor allem für alle, die ihren Score regelmäßig im Blick behalten möchten.

Warum gibt es die Schufa-Änderungen 2026?

Die Transparenzoffensive der Schufa hat mehrere Gründe:

  • Die Konsumgewohnheiten haben sich geändert: Es werden mehr Kleinkredite abgeschlossen und Verbraucher wechseln häufiger ihre Bank.

  • Die Änderungen sind auch eine Reaktion auf Forderungen von Verbraucherschützern.

  • Außerdem hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat im Februar 2025 entschieden, dass Verbraucher das Recht haben, zu erfahren, wie ihre Kreditwürdigkeit berechnet wird.

(MB)

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