Auf Fremdwährungskonten Geld parken: Kleine Chance, großes Risiko
Für wen lohnt sich ein Fremdwährungskonto? -Symbolbild-

Auf Fremdwährungskonten Geld parken: Kleine Chance, großes Risiko

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Angesichts niedriger Sparzinsen suchen viele Anleger nach attraktiven Anlagemöglichkeiten – und landen so nicht selten im Ausland. Dabei stellt sich die Frage: Könnten neben Tagesgeld und Festgeld bei ausländischen Banken auch Fremdwährungskonten eine lohnende Gelegenheit sein?

Zusammenfassung

Viele Anleger suchen wegen niedriger Sparzinsen nach Alternativen und stoßen dabei auf Fremdwährungskonten, etwa in US-Dollar oder Schweizer Franken. Diese können höhere Zinsen und Chancen auf Kursgewinne bieten, bergen aber Risiken wie Währungsschwankungen, Gebühren und unsichere Einlagensicherung im Ausland. Fremdwährungskonten eignen sich auch für Zahlungsverkehr, sind aber nicht immer für alle geeignet. Wer ein solches Konto eröffnen möchte, sollte die Konditionen und Risiken genau prüfen.

Inhalt

Welche Fremdwährungen sind bei Sparern besonders beliebt?

Eine Zeit lang waren Konten, die in einer anderen Währung als dem Euro geführt werden, bei Anlegern sehr beliebt. Dann flaute das Interesse ab. Inzwischen gibt es aber wieder mehr und mehr Angebote für Fremdwährungskonten.

Besonders gefragt sind Konten in US-Dollar und Schweizer Franken. Manche Anbieter bieten auch Konten an in Währungen wie der Norwegischen Krone, dem Japanischen Yen oder dem Polnischen Zloty.

Doch wer sein Geld so clever über Grenzen hinweg anlegen möchte, sollte auch auf die Risiken und die steuerlichen Fallstricke schauen. Aber der Reihe nach.

Wozu braucht man ein Fremdwährungskonto?

Manche Menschen möchten ihr Erspartes nicht nur in Euro anlegen. Sie trauen der europäischen Währung nicht und suchen daher nach einer vermeintlich sicheren Alternative. Häufig fällt die Wahl auf den Schweizer Franken – denn die Schweiz gilt seit Langem als sicherer Hafen für Geld aus dem Ausland.

Das Hauptmotiv dürfte aber die Aussicht auf höhere Zinsen sein als mit klassischen Festgeldanlagen oder Tagesgeld. Das gilt besonders für Fremdwährungskonten in US-Dollar. So bewegte sich der US-Leitzins im Februar 2026 in einer Spanne von 3,50% bis 3,75% und lag damit deutlich höher als der Leitzins der EZB mit 2% (Februar 2026). Davon können auch Anleger hierzulande profitieren, wenn das Sparen in Dollar besser verzinst wird als in Euro.

Einigen Anlegern dürfte es aber nicht nur um die Zinsen gehen. Sie hoffen auf Kursgewinne des US-Dollars gegenüber dem Euro. In den letzten Monaten hat die US-Währung allerdings gegenüber dem Euro deutlich an Wert verloren. Das Konto in Schweizer Franken (CHF) lohnt sich hingegen wegen der mickrigen Verzinsung von 0,10% (oder noch weniger) kaum, aber auch hier kann die Aussicht auf Kursgewinne ein Motiv sein.

Fremdwährungskonten: Vorteile

Fremdwährungskonten können verschiedene Vorteile bieten. Sie dienen bestenfalls als sicherer Hafen für das eigene Geld und als Inflationsschutz, wenn die Zinsen so hoch sind, dass die Kaufkraft des Ersparten erhalten bleibt. Sie können auch dazu beitragen, die eigenen Anlagen zu diversifizieren und so das Risiko zu streuen – quasi nach dem Motto: »Nicht alle Eier in einen Euro-Korb legen.«

Fremdwährungskonten werden aber häufig auch als Konten für den Zahlungsverkehr genutzt. Für solche Girokonten gibt es dann in der Regel aber keine oder nur sehr geringe Zinsen. Wer regelmäßig größere Summen ins Ausland überweisen oder auf dem Konto Geld empfangen muss, kann womöglich Kosten für den Währungsumtausch sparen. Das gilt etwa für Bankkunden, die ohnehin einen Teil ihres Vermögens im Ausland investieren wollen, ein Ferienhaus in einem Nicht-Euro-Land besitzen oder viel an Auslandsbörsen handeln. Tagesgeldkonten in einer fremden Währung bieten diesen Service nicht, weil sie nicht für den Zahlungsverkehr vorgesehen sind.

Fremdwährungskonten: Risiken

Das größte Risiko sind Währungsschwankungen. Wechselkurse sind launisch – sie steigen und fallen, oft aus nicht vorhersehbaren Gründen. Prognosen gehen häufig schief. So hat selbst der als sicher geltende Schweizer Franken schon spürbar an Wert verloren. Kreditnehmer, die Hypothekendarlehen in Schweizer Franken aufgenommen haben, wissen das allzu gut. Summieren sich erst einmal die Währungsverluste, nützen die besten Guthabenzinsen oder die niedrigsten Hypothekenzinsen nichts mehr. Die Bankkunden bleiben dann auf bitteren Verlusten sitzen. Hinzu kommt: Je nachdem welches Fremdwährungskonto man wo hat, können Gebühren für Überweisungen oder Einzahlungen in Euro anfallen.

Ein weiteres Risiko ist die Einlagensicherung. Bei einem Fremdwährungskonto bei einer Bank mit Sitz in Deutschland sind die Einlagen bis 100.000 Euro gesetzlich abgesichert. Die Entschädigung erfolgt jedoch immer in Euro zum aktuellen Wechselkurs am Tag der Feststellung des Entschädigungsfalls.

Wer bei ausländischen Banken anlegt, sollte vorher sehr genau nachlesen, wie es dort um die Sicherheit bestellt ist. So sind zum Beispiel bei Banken in Liechtenstein Einlagen bis 100.000 Schweizer Franken (CHF) pro Kunde geschützt.

Und dann wäre da noch das politische Risiko: Instabile politische Lagen oder regulatorische Eingriffe haben schon manche Währung auf Talfahrt geschickt, wie etwa das britische Pfund nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU.

Wer wegen Wechselkursschwankungen schlecht schlafen kann, sollte die Finger von Fremdwährungskonten lassen.

Und: Mit einem breit gestreuten Aktien-ETF-Portfolio oder der Anlage in weltweit anlegende gemanagte Aktienfonds ist man ohnehin in mehreren Währungsräumen unterwegs.

Wo kann man ein Fremdwährungskonto eröffnen?

Wer trotz der Risiken ein Fremdwährungskonto eröffnen will, kann zunächst bei seiner Bank oder seinem Wertpapierbroker danach fragen.

Wird ein entsprechendes Konto angeboten, sollte man sich nach den genauen Konditionen und Gebühren erkundigen. Dabei ist unbedingt zu klären, ob es sich um ein Konto für den Zahlungsverkehr handelt oder um ein Spar- und Anlagekonto.

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(LBW, MB)

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