Verpflegungsmehraufwand

Alle Kosten, die Ihnen im Zusammenhang mit einer Auswärtstätigkeit entstehen, sind als Reisekosten im Rahmen der Werbungskosten abzugsfähig. Zu den Reisekosten zählen auch die Verpflegungskosten.

Für Verpflegung während einer Auswärtstätigkeit können Sie generell nur Pauschbeträge geltend machen (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 EStG, § 9 Abs. 5 EStG). Es ist nicht möglich, Verpflegungsausgaben einzeln nachzuweisen und dadurch höhere Beträge abzusetzen.

Maßgebend für die Höhe der Verpflegungspauschbeträge ist die Dauer der Abwesenheit am einzelnen Kalendertag - und zwar sowohl von der Wohnung als auch von der regelmäßigen Arbeitsstätte. Wenn Sie also morgens ins Büro fahren und von dort aus Ihre Auswärtstätigkeit antreten, beginnt die Abwesenheitsdauer erst mit der Abfahrt aus dem Büro. Beginnen Sie die Auswärtstätigkeit zu Hause, ist die Abfahrtszeit dort maßgebend.

Abwesenheitsdauer des Arbeitnehmers

Pauschbetrag

mind. 24 Stunden

24 Euro

mind. 14 Stunden

12 Euro

8 Stunden

6 Euro

weniger als 8 Stunden

keine Verpflegungskosten absetzbar

Rechtslage seit 01.01.2014

Abwesenheitsdauer des Arbeitnehmers

Pauschbetrag

Mehrtägige Auswärtstätigkeit: Kalendertägliche Abwesenheitsdauer 24 Stunden vo der Wohnung

24 Euro

Mehrtägige Auswärtstätigkeit: An- und Abreistag, wenn die Abwesenheit von der Wohnung diesen, einen anschließenden oder vorhergehenden Tag umfasst (keine Mindestabwesenheit erforderlich)

12 Euro

Eintägige Auswärtstätigkeit: Abwesenheit von der Wohnung oder der ersten Tätigkeitsstätte beträgt mehr als 8 Stunden

12 Euro

Bei einer Reise ins Ausland kommen besondere Verpflegungspauschalen zum Ansatz. Diese sind länderspezifisch und unterscheiden sich daher von Land zu Land.

Leiharbeiter, die kurzfristig an verschiedene Firmen verliehen werden, besitzen keine feste Arbeitsstätte und können daher den Verpflegungsmehraufwand als Werbungskosten geltend machen (Bundesfinanzhof, Urteil vom 17.6.2010, VI R 35 / 08).

Verpflegungskosten für eine Begleitperson können ebenfalls geltend gemacht werden, wenn ein zwingender dienstlicher Grund für die Mitnahme einer Begleitperson glaubhaft gemacht werden kann. Dieser wäre zum Beispiel gegeben, wenn ein Fahrer oder eine Sekretärin notwendig sind.

Verpflegungsmehraufwand bei Auslandsreisen

Führt zum Beispiel ein Dienstreise, Einsatzwechseltätigkeit oder eine Fahrtätigkeit ins Ausland, können im Vergleich zu dem normalen Verpflegungsmehraufwand höhere Verpflegungsmehraufwendungen als Betriebsausgaben oder als Werbungskosten bei den Einkünften aus unselbständiger Arbeit geltend gemacht werden.

Länderauswahl Verpflegungsmehraufwand:

 

Verpflegungsmehraufwand 2014 in Abhängigkeit von der Aufenthaltsdauer

Land

An- und Abreisetag (Voraussetzung: Übernachtung; keine Mindestabwesenheitsdauer erforderlich)

Mehr als 14 und

weniger als 24 Stunden

Mindestens 24 Stunden

Belgien

28 Euro

28 Euro

41 Euro

Dänemark

40 Euro

40 Euro

60 Euro

Frankreich

29 Euro

29 Euro

44 Euro

Frankreich (Paris)

39 Euro

39 Euro

58 Euro

Italien

23 Euro

23 Euro

34 Euro

Japan

34 Euro

34 Euro

51 Euro

Polen

18 Euro

18 Euro

27 Euro

Spanien

20 Euro

20 Euro

29 Euro

Vereinigte Staaten

32 Euro

32 Euro

48 Euro

Die höhe des ansetzbaren Verpflegungsmehraufwand in den einzelnen Land ändert sich zumeist jährlich. Die neuen Tabellen werden am Anfang eines Jahres durch das Bundesfinanzministerium heraus gegeben. - Nach den vollständigen Tabellen kann unter www.bundesfinanzministerium.de recherchiert werden. Suchen Sie dort nach "Reisekostenvergütungen Ausland".

Gesetze und Urteile (Quellen)

§ 9 EStG