Kindergeld: Auszahlung auch länger als sechs Monate rückwirkend

 - 

Aufgrund einer Gesetzesänderung wird Kindergeld nur noch für sechs Monate statt vier Jahre rückwirkend gezahlt, wenn der Kindergeldantrag ab dem 1.1.2018 gestellt wurde. Dass es hiervon eine Ausnahme gibt, zeigen zwei Urteile des Niedersächsischen Finanzgerichts.

Wird Kindergeld für Zeiträume rückwirkend festgesetzt, die mehr als sechs Monate vor dem Monat der Antragstellung liegen, steht die gesetzliche Neuregelung der Auszahlung des festgesetzten Kindergeldes nicht entgegen. Sie bietet nämlich keine Grundlage dafür, die Auszahlung eines bestandskräftig festgesetzten Kindergeldes zu verweigern (Urteile vom 25.9.2018, 8 K 95/18, und vom 25.10.2018, 10 K 141/18, Revision beim BFH zugelassen). In den Urteilsfällen hatten Eltern Anfang 2018 Kindergeld für mehrere Jahre rückwirkend beantragt, welches auch wie beantragt festgesetzt wurde. Die Auszahlung des Kindergeldes wurde allerdings von den Familienkassen auf die letzten sechs Monate vor der Antragstellung begrenzt.

Betroffene Eltern sollten gegen die Nichtauszahlungsverfügung der Familienkasse Einspruch einlegen und auf die beiden Urteile hinweisen. Die Kassen werden wegen dieser Urteile zukünftig wohl kein Kindergeld mehr länger als sechs Monate rückwirkend festsetzen.

Weitere News zum Thema
  • [] Die Weiterbildung zum Facharzt ist nicht Teil einer einheitlichen erstmaligen Berufsausbildung, sagt das FG Niedersachsen. Die Folge: Der Anspruch auf Kindergeld fällt weg. Allerdings ist hier das letzte Wort noch nicht gesprochen, denn der Fall liegt mehr

  • [] Für ein volljähriges Kind, das während seiner Berufsausbildung erkrankt, kann weiter Anspruch auf Kindergeld bestehen. Falls das voraussichtliche Ende der Erkrankung nicht ermittelt werden kann, kommt eine Berücksichtigung als Kind mit Behinderung in mehr

  • [] Es gibt Berufe, bei denen Befristung auf Befristung folgt – unterbrochen von Arbeitslosigkeit. Das gibt es zum Beispiel bei Kameraleuten. Das LSG Celle entschied zugunsten der Arbeitnehmerin: Eine Kameraassistentin und Mutter darf bei der Elterngeldberechnung mehr

  • [] Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die von ihrem Arbeitgeber einen Zuschuss zu den Kinderbetreuungskosten erhalten, müssen in der Steuererklärung die geltend gemachten Kinderbetreuungskosten entsprechend kürzen. Klingt logisch, landete aber trotzdem mehr

Weitere News zum Thema