Private Krankenversicherung: Wann Bonuszahlungen die abzugsfähigen Beiträge mindern
Passen Sie gut auf sich auf und bleiben Sie gesund!

Private Krankenversicherung: Wann Bonuszahlungen die abzugsfähigen Beiträge mindern

 - 

Erhalten Sie von Ihrer privaten Krankenkasse Beiträge erstattet, mindern diese im Jahr der Erstattung Ihre steuerlich abziehbaren Krankenkassenbeiträge. Gilt das auch für Bonuszahlungen, die Sie von der privaten Krankenkasse erhalten?

Ja, wenn diese unabhängig davon gezahlt werden, ob Ihnen als Versicherungsnehmer finanzieller Gesundheitsaufwand entstanden ist oder nicht. In diesem Fall mindern die Boni die als Vorsorgeaufwendungen abziehbaren Krankenversicherungsbeiträge.

Dagegen nicht als Beitragserstattung steuerlich zu behandeln ist der gezahlte Bonus, wenn er – wie die Bonuszahlung einer gesetzlichen Krankenkasse nach § 65a SGB V – von Ihnen getragene Kosten für Gesundheitsmaßnahmen erstattet. Derartige Boni beeinflussen als Kostenerstattung nicht den Abzug der Beiträge als Sonderausgaben. Diese Unterscheidung hat der BFH in einem Urteil nun auch für privat Krankenversicherte klargestellt.

Der Entscheidung lag folgender Fall zugrunde: Die privat krankenversicherten Ehepartner erhalten nach dem gewählten Tarif von ihrer Versicherung eine als Bonus bezeichnete Zahlung von 30 Euro pro Monat je versicherter Person. Der Bonus ist garantiert, wird aber auf die erstattungsfähigen Krankheitskosten angerechnet. Aufgrund der vom privaten Krankenversicherer elektronisch gemeldeten Daten berücksichtigte das Finanzamt im Steuerbescheid die Bonuszahlungen als Beitragsrückerstattung, die entsprechend zulasten des Ehepaars die absetzbaren Beiträge zur Basis-Krankenversicherung minderten.

Wie bereits die Vorinstanz hat auch der BFH diese Vorgehensweise abgesegnet. Begründung: Diese Boni stellen keine von den Versicherungsbeiträgen der Ehepartner unabhängige Leistungen der Krankenversicherung dar. Sie mindern vielmehr laufend die Gegenleistung, die die Partner zu erbringen haben, um den vertraglich vereinbarten Krankenversicherungsschutz zu erhalten. Dies ergibt sich bereits daraus, dass die Krankenversicherung die als Bonus bezeichneten monatlichen Zahlungen unabhängig davon erbringt, ob den Ehepartnern erstattungsfähiger Gesundheitsaufwand entstanden ist oder nicht. Der mit den Bonuszahlungen einhergehende teilweise Verlust eines Erstattungsanspruchs für Gesundheitsaufwendungen berührt nicht die für den Abzug von Vorsorgeaufwendungen maßgebliche Beitragsebene (BFH-Urteil vom 16.12.2020, Az. X R 31/19).

Krankenversicherung und in der Steuererklärung abziehbare Krankheitskosten: Ratgeber und Rechner

Ratgeber Private Krankenversicherung im Alter - Bescheid wissen zahlt sich aus

Ratgeber Krankheitskosten - So werden sie in der Steuererklärung berücksichtigt

Rechner Bei Krankheitskosten zieht das Finanzamt automatisch die sogenannte zumutbare Belastung ab: In Höhe dieses Betrages mutet Ihnen der Gesetzgeber zu, dass Sie Ihre außergewöhnlichen Belastungen allein tragen, ohne steuerliche Entlastung durch den Staat. Berechnen Sie hier, wie sich dieser Abzug konkret bei Ihnen auswirkt.

(AI)

Weitere News zum Thema
  • [] Versicherte müssen im Schadensfall zumutbare Maßnahmen ergreifen, um den Schaden möglichst gering zu halten. Beispielsweise muss bei einem geplatzten Wasserrohr umgehend das Wasser abgestellt werden. Diese Regel gilt auch bei gesundheitlichen Beschwerden mehr

  • [] Haben Sie – wie der Autor dieses Textes – Knie- und Hüftbeschwerden? Und fliegen Sie auch dann und wann? Dann kennen Sie bestimmt auch folgende Situation: Immer wieder strecken Sie – je nachdem, ob Sie den linken oder rechten Korridorplatz gebucht haben mehr

  • [] Wenn sich Arbeitnehmer kurz vor einem bewilligten Urlaub mit Corona infizieren, sollten sie unbedingt zum Arzt gehen. Selbst wenn sie keine Symptome haben. mehr

  • [] Wenn Sie an den Langzeitfolgen einer Corona-Erkrankung leiden, besteht die Gefahr, dass Ihre Erwerbsfähigkeit dauerhaft beeinträchtigt wird. Deshalb ist es besser, sich rechtzeitig um eine Reha zu kümmern, als später erwerbsunfähig zu werden. mehr

  • [] Die Krankheits-Beihilfe für Beamte hängt nicht von der Höhe ihres Einkommens ab. Doch bei Ehegatten und im Pflegebereich gibt es Grenzen, die oft übersehen werden und dann sogar zu Betrugsvorwürfen führen können. mehr

Weitere News zum Thema